Familienurlaub im Thüringer Wald

19. August 2014

Der Thüringer Wald gehört zu den schönsten Mittelgebirgslandschaften und ist gleichzeitig das gröβte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Für Familien ist das Gebiet sommers wie winters ein wahres Freizeit – und Urlaubsparadies, denn die Auswahl an Erlebnisangeboten für Kinder und Erwachsene ist fast unendlich. Auch Übernachtungsmöglichkeiten sind zahlreich vorhanden, wie zum Beispiel eine groβe Vielzahl an Ferienhäusern und -wohnungen beispielsweise bei www.ferien-privat.de.

Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder im Winter Skifahren und Rodeln sind in der wunderschönen Naturlandschaft ein Vergnügen für die ganze Familie. Wasserratten können sich in Erlebnis- und Waldschwimmbädern der Region austoben. Berühmt ist der Rennsteig, der bekannteste deutsche Wanderweg. Er beginnt in Hörschel an der Werra und endet in Blankenstein an der Saale. An seinem Weg säumen sich Aussichtspunkte mit atemberaubenden Ausblicken, traditionelle Gaststätten und Wanderhütten.


Teil des Thüringer Waldes sind auch Tier- und Freizeitparks wie z.B. der bei Familien beliebte Tierpark in Gotha, im Naturschutzgebiet Kleiner Seeberg gelegen. Hier können etwa 140 Tierarten beobachtet werden, von denen der gröβte Teil aus dem europäischen Raum stammt; es sind jedoch auch einige Exoten wie Bären oder Tiger hier zu Hause. Für die kleinen Gäste bietet ein Abenteuerspielplatz und ein Streichelgehege genau die richtige Abwechslung. Auch viele kleine Museen sind einen Besuch wert. So z. B. das 1. Deutsche Bratwurstmuseum in Holzhausen. Der berühmten Thüringer Bratwurst gewidmet, informiert eine ständige Ausstellung über Geschichte und kulturellen Stellenwert. Gleichzeitig können Geräte zur Wursterstellung aus mehreren Jahrhunderten bewundert werden. Sehenswert ist auch die Nachbildung einer Klosterküche aus dem 15. Jahrhundert.

Neben Burgen und Schlössern lohnen auch traditionsreiche Kurorte wie Friedrichroda, Finsterbergen, Tabarz, Georgenthal, Tambach-Dietharz oder Bad Liebenstein einen Besuch. Auch hier gibt es selbstverständlich die Möglichkeit, Ferienhäuser oder –wohnungen zu mieten. In Tabarz Lauchagrund lädt die idyllische Märchenwiese Eltern und Kinder zum Verweilen ein. Sie ist an der 300 km langen Deutschen Spielzeugstraβe gelegen und wurde 1994 zu Ehren Heinrich Hoffmanns, dem Autor des wohl berühmtesten Kinderbuches “Der Struwwelpeter”, angelegt. Auf der Wiese sind deshalb in Eichenholz geschnitzte berühmte Figuren aus dem Struwwelpeter zu bewundern. Ein Wiedersehen mit dem Suppen-Kasper, Paulinchen oder Hans-Guck-in-die-Luft erfreut Jung und Alt. Für Gäste, die die Geschwindigkeit lieben, ist die mitten im Thüringer Wald gelegene Erlebnisrodelbahn in Ruhla genau das Richtige. Mit einem Gefälle von durchschnittlich 22 % und einem Höhenunterschied von 111 m sausen Besucher durch die kurvenreiche Bahn und können dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h erreichen. Die 900 m lange Ruhlaer Erlebnisrodelbahn ist die einzige dieser Art in Thüringen und deswegen besonders beliebt.

Wird der Benediktinerpfad in 2014 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt?

8. August 2014

Immerhin besteht eine reale Chance dafür, denn der etwas über 15 Kilometer lange Rundwanderweg Benediktinerpfad ist der einzige Kandidat Thüringens unter zehn Wanderwegen aus acht Bundesländern, die eine Jury im „Wandermagazin” als Kandidaten zur Wahl im Jahr 2014 vorgeschlagen hat.

Der Benediktinerpfad verdankt seinen Namen einem ehemaligen Benediktinerkloster in Reinhardsbrunn, an dem der in Friedrichroda beginnende und wieder endende Rundweg vorüberführt.


Der durchweg übersichtlich markierte Weg soll besonders der Achtung von regionaler Geschichte dienen und ist als leicht bis mittelschwer absolvierbar einzustufen.

Ob die bis zum 31. Juli mögliche Stimmabgabe dem Benediktinerpfad zu einer Platzierung im Vorderfeld der schönsten Wanderwege in Deutschland verholfen hat, wird im Rahmen der Anfang September in Düsseldorf stattfindenden Messe „TourNatur” verkündet. Drücken wir dem erlebnisreichen Wanderpfad bis dahin alle verfügbaren Daumen!

Erhält die Hohe Geba ihr schiefstes Gebäude der Welt?

4. August 2014

Die Hohe Geba, auch als 751 Meter hoher Gebaberg bekannt, ist nach einer circa 20 Jahre andauernden relativ kontinuierlichen Entwicklung seit einiger Zeit zum Zentrum kontroverser Diskussionen geworden. Diese Diskussionen drehen sich um einen Ausbaus zum Besucher- und Erlebniszentrum. Nun soll ein für den 14. September datierter Bürgerentscheid zur Versachlichung der bisherigen Diskussionen und letztendlich zur Entscheidung für oder gegen das geplante 14 Millionen teure Vorhaben führen.


Dabei hatte das Gipfelplateau der höchsten Erhebung in der Vorderen Rhön bis 1991 für 30 Jahre als Sperrgebiet ein eher geruhsames Dasein geführt, sieht man von den militärischen Aktivitäten ab, die in dem auf ihm stationierten Objekt der Sowjetarmee stattfanden.
Erst mit der Gründung eines Fremdenverkehrsvereins im Jahr 1995 erhielt die touristische Belebung wieder neue Impulse, die unter anderem im Wiederaufbau der zerstörten Wanderhütte, der Einrichtung eines Rhönkulturgartens und mit dem Bergstübchen sowie einem kleinen Museum ihren erlebbaren Ausdruck fanden.

Nun geht es darum, inwieweit der lang gestreckte kahle Bergrücken der Hohen Geba neben den bestehenden Einrichtungen und der von ihm aus zu genießenden herrlichen Aussicht zu weiteren Bergen des Thüringer Waldes und der Hohen Rhön mit neuen Attraktionen eine touristische Aufwertung erhalten soll.
Als deren Herzstück ist die Errichtung eines 70 Meter hohen Turmes vorgesehen, der entsprechend der Neigung der Erdachse eine Neigung von reichlich 23 Grad besitzen wird. Damit würde er als schiefstes Gebäude der Welt für überregionale Beachtung sorgen.
Umgeben soll ihn ein bis in etwa 30 Meter Höhe führender und begehbar gestalteter „schwebender Ring”, der eine elliptische Umlaufbahn simulieren. In Inneren des Turmes sind im Anschluss an das Foyer mehrere Ausstellungsräume geplant, währen der über Aufzug und Treppe erreichbare obere Bereich dieses schiefen Riesens eine überdachte Aussichtsplattform sowie ein Restaurant und Café beherbergen soll.

In der Umgebung des Turmes sind weitere Attraktionen, wie eine Kombination von Hochseilgarten, Klettersteig und Riesenrutsche geplant, die in ihrer Gestalt und Höhe europaweit einmalig sein könnte.
Da die Hohe Geba bereits heute über mehrere durch Thüringen und die Rhön führende Hauptwanderwege erreichbar ist, wäre die verkehrsmäßige Erschließung dieses westlich von Meiningen, zwischen den Orten Geba und Träbes liegenden Erlebniszentrums relativ unproblematisch zu lösen.

Nun ist in wenigen Wochen die Meinung der Bürger im Kreis Schmalkalden-Meiningen zu diesem Projekt gefragt. Meine Meinung als Außenstehender wäre eine Befürwortung des Erlebniszentrums, könnte es doch der touristisch nicht gerade als Hochburg geltenden Rhön eine nicht zu unterschätzende Aufwertung bescheren.

Auf der Burgruine Brandenburg

27. Juli 2014

Erst wenige Wochen ist es her, dass auf der Ruine der Brandenburg das im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführte Mittelalterfest wieder Tausende Besucher aus nah und fern hierher nach Westthüringen gelockt hat.
Hier, wo zwischen dem Gerstunger Ortsteil Lauchröden und Herleshausen die Werra mit ihren beeindruckenden Mäandern den Grenzverlauf zwischen Thüringen und Hessen markiert, erhebt sich auf einem Bergrücken die Ruine der Brandenburg.


Erbaut von Vertretern des Geschlechts der Grafen von Wartburg sicherte sie vermutlich bereits ab etwa 1200 einen bedeutenden westlichen Zugang nach Thüringen. Am Beginn des 14. Jahrhunderts bildeten sich auf dem Burgberg zwei durch Felsen und Gräben getrennte eigenständige Burganlagen. Durch einen ständigen Besitzerwechsel und ihre abnehmende Bedeutung zum Ausgang des Mittelalters wurde die Burg gegen Ende des 16. Jahrhunderts aufgegeben. Wie auch bei anderen Burgen dienten danach ihre Steine als Baumaterial in den umliegenden Orten, sodass noch bis heute so manches Gebäude in Lauchröden zumindest teilweise aus den Steinen der Brandenburg besteht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzten danach umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ein, die die Brandenburg zu einem beliebten Ausflugsziel werden ließen.

Durch ihre grenznahe Lage und das damit verbundene Besuchsverbot zu Zeiten des Bestehens der DDR verfiel die Burganlage erneut. Nach der Wende gründete sich eine Interessengemeinschaft, die unter dem Namen Brandenburgverein erste Sicherungsmaßnahmen realisierte. Einige Jahre später wurde die Burgruine Brandenburg von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übernommen.

Heute führen zahlreiche schöne Wanderwege auf das Gelände der östlich von Lauchröden gelegenen zwei Burganlagen. Während von der jüngeren West- oder Niederburg nur der Bergfried und Teile des Torhauses und der Ringmauer erhalten sind, hat die ältere östliche Burg noch eine nahezu komplette Ringmauer, einen sechseckigen Bergfried, den Wohnturm sowie zahlreiche Kellergewölbe und zwei Höfe zu bieten.
Letztere dienen als Veranstaltungsorte des Mittelalterfestes aber auch von in den Sommermonaten stattfindenden Konzerten.

Neben einer herrlichen Aussicht, die sich von der Terrasse der Burganlage über das Werratal und weite Teile des westlichen Thüringer Waldes ergibt, lohnt auch der Besuch des Burgmuseums. Dieses ist allerdings nur in den Monaten von April bis September jeweils mittwochs und von Freitag bis Sonntag geöffnet.
Dabei ist in den Ausstellungsräumen der Kemenate so manches Interessante über die Geschichte und Bedeutung der Brandenburg im Mittelalter und den Jahrzehnten danach zu erfahren. Einblicke werden auch in das Leben der damaligen Burgbewohner gewährt.
Im zugehörigen Außenbereich geben Informationstafeln aber auch interessant gestaltete Führungen Auskunft über das damalige Bauhandwerk und die, die Anlagen sichernde Wehrtechnik.

Meine Meinung zur Wahlverdrossenheit

18. Juli 2014

Gastbeitrag von Herrn Scholze:
Man möge es mir verzeihen, dass mit meiner Meinungsäußerung auf diesem so gar nicht politischen Internetportal heute wieder mal ein die Landespolitik tangierender Beitrag erscheint.
Ausgangspunk meiner Betrachtung ist das vor wenigen Tagen veröffentlichte Ergebnis einer aktuellen Umfrage zur politischen Stimmung in Thüringen, die von infratest-dimap im Auftrag des MDR durchgeführt wurde.

Danach könnten nach gegenwärtigem Stand lediglich vier Parteien in Landtag einzieher, der ja bekanntlich in circa zwei Monaten gewählt wird. Berücksichtigt man eine angenommene zu erwartende Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent bedeutet dies, dass etwa 23% aller in Thüringen wahlberechtigten Bürger der CDU, 19% der Linken, 12% der SPD und etwa 4% den Grünen einen tatsächlichen Auftrag zum Regieren geben würden.
Etwa 40% der Thüringer sind demnach von einer angeblichen Wahlverdrossenheit betroffen.

Mein Problem besteht nun darin, dass ich als Wähler, der beispielsweise die SPD wählt, mir eine von der CDU links gerichtete Politik erhoffe. Doch was passiert sicher wieder? Da die Linke in der Öffentlichkeit regelrecht diffamiert dargestellt wird, indem ihr unterstellt wird, sie wolle Verhältnisse einführen, wie sie in den schlechtesten Jahren in der DDR vorzufinden waren, ist doch wieder nur eine „große” Koalition in Sicht.
Nun sage ich mir, dass ein derartiges Verhalten, dem zweitstärksten Bereich der Wähler jede Chance einer Regierungsbeteiligung zu nehmen und dem drittstärksten Bereich nur eine - völlig ungeliebte - Alternative zu bieten, völlig undemokratisch ist. Warum sollte ich wählen, wenn ich von vornherein weiß, dass die Vertreter meiner Interessen sich sowieso denen anschließen werden, die ich nicht wähle? Ist das denn Wahlverdrossenheit oder nicht vielmehr eher die Einsicht in eine Form der Regierungsbildung, die meinem Demokratieverständnis völlig widerspricht?

Ist eine derartige Wahl überhaupt erforderlich, wenn praktisch bereits vorher feststeht, dass eine oder mehrere zugelassenen Parteien trotz eines hohen Stimmenanteils keine Chance erhalten, ihre Wähler in den nächsten fünf Jahren so vertreten zu können, wie diese es eigentlich wollen?
Da wird Frau Lieberknecht, die der von voraussichtlich nur etwa einem Viertel aller Wahlberechtigten gewählten CDU angehört, zwar wieder stolz verkünden, sie habe von der Mehrheit der Bevölkerung den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen. Da ich zu dieser „Mehrheit” jedoch nicht gehören will, da sie nun mal keine ist, bleibe ich lieber als „Wahlverdrossener” zu Hause.