Monatsarchiv für Februar 2010

Wer kannte bis zum 22. Februar 2010 Tim Tscharnke ?

Dienstag, den 23. Februar 2010

Ich natürlich - werden voller Überzeugung die sportbegeisterten Fans des Skilanglaufs sagen. Seit gestern jedoch hat sich der Bekanntheitsgrad Tim Tscharnkes mit Sicherheit gewaltig ausgebreitet, war er es doch, der gemeinsam mit seinem Teamkollegen Axel Teichmann die Silbermedaille im Teamsprint der Herren bei den 21. Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver erkämpfte.
An der Seite des im thüringischen Ebersdorf geborenen erfolgreichsten Skilangläufers aller Zeiten, Axel Teichmann, wuchs der 20jährige in Weißenfels geborene und dem Sportverein Biberau angehörende Tim Tscharnke förmlich über sich hinaus und schaffte in der letzten von ihm zu laufenden Runde die Grundlage für den nur von wenigen erwarteten Silbermedaillenrang.

Obwohl der Geburtsort Tscharnkes in Sachsen-Anhalt liegt, kann man den im Masserberger Ortsteil Schnett (im Thüringer Wald) wohnenden und der Trainingsgruppe am Olympiastützpunkt in Oberhof angehörenden Youngster zumindest als Teil-Thüringer bezeichnen, der gemeinsam mit dem in Lobenstein wohnenden Teichmann ein echtes thüringer Husarenstück auf den von einer wärmenden Sonne beschienenen kanadischen Loipe vollbrachte.
Wie so viele Knirpse, wollte auch Tim Tscharnke Fußballer werden, verliebte sich aber ab seinem siebenten Labensjahr mehr und mehr in den Langlaufsport. Während und nach dem Besuch einer Langlaufschule stellten sich erste kleinere Erfolge ein, durch die er auf sein Talent aufmerksam machte.
Bei der Juniorenweltmeisterschaft im Jahr 2008 rückte er mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 10 Kilometer klassich und weiteren guten Ergebnissen ins internationale Blickfeld. Ein Jahr später wurde er zu ersten Mal für die Teilnahme am Weltcup nominiert und startete bei diesem mit wechselnden Erfolgen unter anderem bereits mehrfach im Team-Sprint.

Wer Tim Tscharnke in den Abendstunden mitteleuropäischer Zeit des 22. Februar am Bildschirm erleben konnte, wie er in Vancouver dem kleinen Feld ausgewählter Eliteläufer am letzten Anstieg seiner dritten Runde davon stürmte, der wird überzeugt sein, dass dieser junge und sympathische Sportler in den kommenden Jahren seinen Bekanntheitsgrad durch weitere große Erfolge noch mehr erhöhen wird.

Apolda - vierte größere Feuersbrunst innerhalb von zwei Jahren

Freitag, den 19. Februar 2010

Ein Aschermittwoch mit viel Asche - dieses makabere Motto wird den Bewohnern des Zentrums von Apolda wohl so schnell nicht aus dem Gedächtnis gehen.
Ein Zeitungsbote war es, der gegen 3 Uhr in der Früh am Aschermittwoch Qualm aus dem Dachstuhl eines unbewohnten Hauses in der Bachstraße 10 aufsteigen sah. Umgehend alarmierte er die Apoldaer Feuerwehr, deren anrückende Kameraden schnell erkannten, dass sie ohne die Hilfe weiterer Wehren nicht viel ausrichten konnten. So wurden Wehren aus Weimar, Bad Sulza und Bad Berka hinzugezogen, die allesamt bei -13°C, vereisten Hydranten und auf den Straßen gefrierendem Löschwasser einen schweren Kampf gegen die sich schnell ausbreitenden Flammen aufnahmen.

Das Feuer erfasste das Haus Nr. 8 und breitete sich dann weiter über die sanierten Gründerzeithäuser der in Richtung Puschkinplatz verlaufenden Häuserzeile aus. Am Mittag des Aschermittwoch stand dann fest, dass zwei Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren; vier weitere, teilweise betroffene vorerst nicht mehr bewohnbar sind.
Elf Menschen verloren so in wenigen Stunden ihre Wohnung, viele Bewohner angrenzender Häuser wurden zeitweise evakuiert.

Zwei Lichtblicke erhellten diese Katastrophe - lässt man das lodernde Flammenmeer unberücksichtigt. Das war zum einen die sofort einsetzende solidarische Hilfe vieler Apoldaer Bürger. Heiße Getränke für die aufopferungsvoll kämpfenden Kameraden der Feuerwehren, Aufwärmmöglichkeiten im geöffneten Stadthaus, Verpflegung und vorläufige Unterbringung im Hotel am Schloss und die sofort in Aussicht gestellten Ersatzwohnungen und Grundausstattungen für die Betroffenen zeugen eindrucksvoll davon.
Und der zweite ist der fast glücklich zu nennende Umstand, dass niemand ernstlich verletzt oder gar getötet wurde.
Tiefe Sorgenfalten hinterließ der Großbrand, dem sechs Häuser zum Opfer fielen, bei Apoldas Bürgermeister. Musste er doch in diesen frühen Morgenstunden mit ansehen, wie nach dem schweren Wohnungsbrand im Dezember 2009, bei dem ein junger Mann ums Leben kam und zwei weiteren Bränden in den vergangenen zwei Jahren nunmehr der vierte Brand seine Stadt heimsuchte.