Monatsarchiv für November 2010

Die Zeit der Weihnachtsmärkte in Thüringen naht wieder

Donnerstag, den 25. November 2010

Ja, es ist wieder soweit, unser Kalender, die recht kurzen Tage, erste Schneefälle in Thüringen und ein gewisses Gefühl der Vorfreude deuten darauf hin, dass sie nun wieder unmittelbar bevor steht - die schöne Zeit der Weihnachtsmärkte und der Festtage überhaupt.
So kann es nichts schaden, sich einmal auf Thüringens größtem und einigen, mit besonderen Namen geschmückten Weihnachtsmärkten umzusehen und damit die Lust am selber Entdecken ein wenig zu beflügeln.

Über allen Thüringer Weihnachtsmärkten thront natürlich der in der Landeshauptstadt Erfurt. Hier vermischt sich der Duft gebrannter Mandeln, von Glühwein und der obligatorischen Bratwurst auf ganz besondere Art mit dem Flair der mittelalterlichen Altstadt, deren Silhouette im warmen Licht der tausenden Lämpchen und Kerzen eine einzigartige Atmosphäre erzeugt.
Begrüßt werden die sicher wieder zahlreichen Besucher im Eingangsbereich des Domplatzes vom 23. November bis zum 22. Dezember von einer zwölf Meter hohen Original Erzgebirgischen Weihnachtspyramide. Danach können sie die in mehr als 200 hübsch dekorierten Holzhäuschen angebotenen Produkte und Leckereien der Händler betrachten oder probieren, bis sie am Fuß der etwa 25 Meter hohen Weihnachtstanne und an der Krippe mit ihren handgeschnitzten Figuren angekommen sind. Und sicher wird so mancher Besucher auf diesem Weg dem wunderbaren mundgeblasenen Christbaumschmuck, den hübschen Blaudrucktextilien und den traditionellen oder modernen Töpferwaren als Zeugnissen heimischer Handwerkskunst nicht widerstehen können.

Apropos Christbaumschmuck - wer davon besonders schwärmt, der sollte den am ersten und zweiten Adventswochenende in Lauscha stattfindenden Lauschaer Kugelmarkt nicht unbesucht vorübergehen lassen. Er gilt als originellster Spezialmarkt gläsernen Baumschmucks in ganz Deutschland und bietet im Zentrum der kleinen Stadt eine riesige Auswahl an handgefertigtem Christbaumschmuck aus Original Lauschaer Glas zum Kauf an. Nebenbei kann der Besucher in der von Markthändlern und Vereinen gestalteten vorweihnachtlichen Umgebung das meisterliche Können der Lauschaer Glasbläser aus nächster Nähe betrachten.

Weihnachtsmarkt in Gera bedeutet seit Jahren auch Märchenmarkt. Vom 25. November bis zum 23. Dezember begleiten viele lebensgroßen Figuren, die der Märchenwelt der Gebrüder Grimm entstammen, den Bummel der Besucher durch die Fußgängerzone Bachgasse und Johannisgasse bis hin zum Markt. Programme auf der Bühne des Märchenmarktes und eine tägliche Sprechstunde des Weihnachtsmanns sorgen zusammen mit der geschmückten Umgebung für die richtige vorweihnachtliche Stimmung auf dem Geraer Märchenmarkt.

An dieser Stelle eine kurze Bemerkung zum Schmalkalder Herrscheklasmarkt. Er findet in diesem Jahr vom 27.11. bis zum 22.11. auf dem Altmarkt statt. Da die erste Frage bei der Erwähnung dieses kleinen aber feinen Weihnachtsmarktes meist der Entstehung seines sonderbar klingenden Namens gilt, hier die kurze Erklärung dafür:
Der älteste Markttag Schmalkaldens stand unter dem Schutz des heiligen Nicolai. Aus Nikolai wurde Nikolaus - Klaus - herrischer Klaus - Herrscheklas - so einfach ist das!

Zum Schluss sei noch auf das Pyramidenfest in Ronneburg verwiesen, das am zweiten Adventswochenende stattfindet. In der Bogenbinderhalle scharen sich dann um eine sechs Meter hohe Pyramide rund 40 weihnachtlich geschmückte Stände, die diesem besonderen Weihnachtsmarkt ihre ganz besondere Note geben.

Ideen muss man haben….

Donnerstag, den 18. November 2010

Welch unterschiedlicher Art diese sein können, bewiesen die Gemeindevertreter und der Bürgermeister des Dorfes Burgk, die darüber nach dachten, wie mehr Touristen in den Ort und nach Möglichkeit auch in die Hotels und Pensionen gelockt werden könnten. Das Umland von Burgk - die Region der so genannten Saalekaskade im Thüringischen Schiefergebirge - wird Jahr für Jahr von zahlreichen Touristen besucht, die jedoch das in einem schmale Tal versteckte Burgk regelrecht übersehen.
Immerhin hat die Gemeinde nicht nur das auf einem Felsmassiv thronende Schloss Burgk zu bieten, das einst den Fürsten Reuß gehörte und das mit seinem Charakter einer mittelalterlichen Burg mit Palas, Bergfried und Zugbrücke und einer mit einer Silbermann Orgel ausgestatteten Kapelle ein kulturhistorisches Highlight darstellt, sondern auch das unmittelbar an den Ort grenzende wildromantische Tal der Saale.

Und so kam der Bürgermeister nach einer Umfrage unter mehreren tausend Touristen auf die Idee, mit einem hohen Turm als Landmarke auf der höchsten Erhebung des Dorfes ein weithin sichtbares Bauwerk errichten zu lassen. Dessen Anblick und der ebenfalls mögliche Ausblick läßt hoffen, das mehr Touristen als bisher zu einem Besuch oder gar einen längerem Aufenthalt in Burgk verleitet werden können.
Die Suche nach einem geeigneten Vorbild begann im Internet und als mehrere Kandidaten in die engere Wahl fielen, wurden diese Aussichtstürme vor Ort aufgesucht und bezüglich ihrer Tauglichkeit als Vorbild getestet.
Schließlich fiel die Wahl auf einen Holzturm am südöstlich von Cottbus in Brandenburg nahe der Grenze zu Sachsen gelegenen Felixsee.

Nach dessen Vorbild entstand eine thüringer Kopie des brandenburger Turmes, der heute bereits kurz vor seiner Vollendung steht. Seine Montage führen Mitarbeiter einer Spezialfirma für Holzkonstruktionen aus, die nun in circa 40 Meter Höhe als erste den Ausblick ins Tal der Saale und weithin in die umgebende Landschaft erfahren können. Nach seiner Fertigstellung soll der Turm mit etwa 45 Meter Höhe sein brandenburgisches Vorbild um etwa sieben Meter übertreffen und eine Aussichtsplattform erhalten.
Dass die größere Höhe zu einer konstruktiven Veränderung führte, durch die der Bau teurer als ursprünglich geplant wurde, stört die Burgker Gemeindevertreter nicht all zu sehr. Zählt der Grund und Boden, auf dem sich das Unterbecken der Bleilochtalsperre befindet, doch zum Gemeindeeigentum und führt zu beachtlichen jährlichen Einnahmen, die der Betreiber der Talsperre an das Dorf zu entrichten hat.

Wie steht es mit der Internet-Versorgung in Thüringen?

Mittwoch, den 10. November 2010

Schon längst ist es kein Geheimnis mehr, dass das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel, bis zum Ende des Jahres 2010 flächendeckend und in jeder Region einen Breitband-Anschluss zur Nutzung des Internet zur Verfügung zu haben, eine Illusion bleibt.
Da macht leider auch der Freistaat Thüringen keine Ausnahme, der zwar unter den neuen Bundesländern keine schlechte Position einnimmt, jedoch im Vergleich mit den westdeutschen Bundesländern nicht mithalten kann. Diese Tendenz bestätigt auch die offizielle Statistik für schnelle Breitbandanschlüsse in je 100 Haushalten aus dem Jahr 2008, in der die neuen Bundesländer im Durchschnitt mit knapp 50 Anschlüssen um etwa zehn Prozent unter denen in den alten Bundesländern liegen.

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass der Gebrauch der Begriffe “Breitband” und “schnelles Breitband” durchaus nicht nach einheitlichen Regeln erfolgt. Wurden bis 2008 bereits Anschlüsse mit bis zu 384 kbit/s im Download als Breitband-Anschlüsse gewertet, gab die Bundesregierung 2009 die Empfehlung, künftig nur noch Anschlüsse ab 1 Mbit/s als solche zu werten.
Noch unterschiedlicher erfolgt dagegen die Bezeichnung als “schneller Breitbandzugang”, wobei hierbei wohl wenigstens 6 Mbit/s vorausgesetzt sein sollten. Aber diese Meinung hat, wie nachfolgend zu sehen, keinesfalls verbindlichen Charakter.

Um nun in Thüringen die Zielstellung der flächendeckenden Versorgung mit “schnellem Internet” - von Wirtschaftsminister Machnig als Anschlüsse mit 2 Mbit/s deklariert - bis zum Jahr 2015 realisieren zu können, sollen die bisher noch nicht damit versorgten 25 bis 30 Prozent aller Gemeinden durch die Mitnutzung der bestehenden Infrastruktur von Deutscher Bahn und des Energiekonzerns E.ON. erreicht werden. Auch Kabeltrassen entlang der Bundesautobahnen kämen dafür in Frage.

Das Land Thüringen wird hierzu 16 Millionen Euro bis 2015 bereitstellen. Ergänzt durch Mittel aus zwei weiteren Fördertöpfen würden dann laut Machnig rund zehn Millionen Euro pro Jahr für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen bereit stehen.
Wie nicht gerade selten zu erleben, wurden in Verbindung mit dieser angekündigte Zielstellung und dem Aufzeigen zu deren vorgesehener Realisierung gleich zwei Schlupflöcher präsentiert. So erklärte der Finanzvorstand von E.ON. Reindl, dass sich die Anträge für Fördermittel für das Jahr 2011 verzögern könnten, so dass in diesem Jahr mit einer “kleinen Delle” im Ausbauprogramm zu rechnen sei.
Und Minister Machnig fügte seiner Erklärung hinzu, dass der Anschluss des “letzten Bauernhofs” an das schnelle Internet nicht garantiert werden könne. Die zur Verfügung stehenden Fördermittel könnten dafür zu gering sein.

So erfreulich das erkennbare Bemühen um den flächendeckenden Ausbau eines überall verfügbaren, wie auch immer definierten schnellen Internets ist, scheint die Aufholung eines bestehenden deutlichen Rückstands auf diesem Gebiet zu Ländern wie Schweden, Dänemark oder der Niederlande unter diesen Voraussetzungen in absehbarer Zeit zumindest äußerst fragwürdig.
Bleibt nur zu hoffen, dass darunter die Entwicklung der Wirtschaftskraft sowohl Thüringens als auch der Bundesrepublik nicht all zu sehr leiden wird.

31. Oktober im Ostramondra - die Feuerwehr löscht ihr eigens Depot

Montag, den 1. November 2010

Eigentlich ist der 31. Oktober ja als Tag der Reformation, dem Tag des Beginns der protestantischen Bewegung oder als Halloween, dem Abend, an dem verkleidete Kinder um “Süßes oder Saures” bitten, bekannt.
Nun ist ausgerechnet an diesem Tag ein kleiner thüringer Ort namens Ostramondra ins Licht der Öffentlichkeit dieser Region geraten, weil in den frühen Morgenstunden dieses Sonntags das Gerätehaus und der Spritzenturm der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes in Flammen standen.
So kam es für die Kameraden der Feuerwehr zu einem Einsatz, bei dem man gar nicht ausrücken musste und wo die zu bekämpfenden Flammen die Einsatzkräfte sozusagen “vor Ort” erwarteten.
Zum Glück wurde niemand verletzt und auch das im Spritzenhaus deponierte Löschfahrzeug konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.
Allerdings - und auch das ist bitter genug - wird nach einer ersten Schätzung mit einem Sachschaden um die 10.000 Euro gerechnet, denn außer den entstandenen Gebäudeschäden wurden auch die Einsatzbekleidung und Löschschläuche vernichtet.

Nach dieser Information zu einem nicht ganz alltäglichen Vorkommnis entsteht dann aber auch die Frage, was sich hinter dem Ortsnamen Ostramondra eigentlich verbirgt.
Der kleine Ort mit nicht einmal 600 Einwohnern liegt nordöstlich von Kölleda im Landkreis Sömmerda. Mit seiner Lage zwischen der Thüringer Pforte und dem Freyburger Weinanbaugebiet blickt der Ort auf eine über 1.100jährige Geschichte zurück, in deren Verlauf er jedoch keine epochal wirkende Rolle übernehmen konnte.
Und trotzdem kommt ein leichtes Staunen auf, wenn bei näherer Betrachtung aus einem wahrlich nicht gerade positiven Anlass so manches Detail ins Blickfeld rückt, was in einem Ort dieser Größe nicht unbedingt zu erwarten ist.

Einmal abgesehen davon, dass zwei Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr des Ortes sogar im achtköpfigen Gemeinderat vertreten sind, was letztlich den Brand im eigenen Haus nicht verhindern konnte, kann Ostramondra rund um sein kleines restauriertes Wasserschloss und den zugehörigen Park einige beachtliche kulturelle Aktivitäten aufweisen. So finden im Garten des im Privatbesitz befindlichen Wasserschlosses, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, seit mehreren Jahren Veranstaltungen des Thüringer Sommertheaters mit dem “Karasch-Ensemble” statt. Nach der vorjährigen Aufführung des “Faust” mussten die Aufführungen der diesjährigen “Iphigenie” wetterbedingt zwar ins Ausweichquartier der Dorfgaststätte verlegt werden, was deren Erfolg jedoch nicht minderte.
Die Schlosskirche St. Martin dient als Veranstaltungsort für so manches Konzert und im Juni diesen Jahres traf sich ein Teil der Einwohner des Ortes zum Hoffest mit Waschtag im Hof des Weißbarth-Hauses.
Nicht schlecht staunten da die jüngeren Teilnehmer über den Einsatz von Waschkessel, Waschbrett und Wringmaschine aus vergangenen Tagen. Und bei Kremserfahrten, Musik und Tanz vergnügten sich Alt und Jung auf ihre Weise im Dorf Ostramondra.
Unterm Strich läßt sich also festhalten, dass Ostramondra zwar überregional recht unbekannt, aber dennoch durchaus eine Reis wert ist. Mit samt den Sehenswürdigkeiten im Umland kann Ostramondra mit gutem Gewissen als kleines aber feines Ziel für einen Kurzurlaub in Thüringen genannt werden.