Monatsarchiv für März 2011

Jürgen Valdeig wird 60 Jahre alt

Donnerstag, den 24. März 2011

Auch wenn er am kommenden Sonntag, den 27. März 2011 mit zahlreichen Freunden und Gästen seinen 60. Geburtstag feiern kann, wird so mancher Bewohner der Freistaates Thüringen mit diesem Namen nicht sofort etwas anfangen können.
Schade, meine ich, denn mit seinem bisherigen Wirken als Forscher, Kunstmaler und Autor hätte Jürgen Valdeig auch über die Grenzen der Stadt Erfurt hinaus wohl eine noch größere Aufmerksamkeit und Bekanntheit verdient.

Am 27. März 1951 in Erfurt geboren, beschäftigte er sich seit seinem 17. Lebensjahr mit der Erfurter Stadtgeschichte. 1973 verkaufte er erste Ölgemälde und Federzeichnungen und seit 1987 betätigt er sich als selbständiger Kunstmaler. Dabei spielten die weitere Auseinandersetzung mit der Historie Erfurts und die Verwendung Thüringer und Erfurter Motive für sein künstlerisches Schaffen stets eine große Rolle.
Anfang der 90er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts erschienen seine Kunstbildbände “Erfurt - Das grüne Herz Deutschlands” und “Blick ins Thüringer Land”.
Im Jahr 2001 eröffnete Valdeig gemeinsam mit seiner Ehefrau in der zum Erfurter Domplatz führenden Kettenstraße seine Kunsthandlung mit einer umfangreichen Kollektion seiner Originalgemälde, Grafiken, Kunstdrucke und Kalendern.

Zwischenzeitlich beschäftigte sich Jürgen Valdeig während mehrerer Reisen in die USA mit der Geologie des großartigen Grand Canyons. 1992 zeigte er als erster deutscher Künstler auf einer Ausstellung in Arizona seine darüber entstandenen Arbeiten und Publikationen. 1995 stellte er im texanischen Houston seine Thüringer Heimat vor. Weitere Studienreisen nach Arizona und die daraus entstandenen Publikationen führten 2004 zur Aufnahme Jürgen Valdeigs in die renommierte Grand Canyon Association.
Andalusien, Mexiko und der Südwesten der USA waren Ziele weiterer Studienreisen.

Seinen bevorstehenden 60. Geburtstag verbindet der Erfurter Künstler nun mit der Eröffnung einer Jubiläumsausstellung in der Neuen Mühle/Stadtmuseum unter dem Motto “Jürgen Valdeig - 40 Jahre Malen aus Leidenschaft”. Gezeigt werden Originale aus 21 Jahren Erfurter Kunstkalender und weitere Motive aus Thüringen, Arizona/USA und Mexiko.

Interessant ist auch ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit, das verdeutlicht, wie sich Valdeig immer wieder in aktuelle Geschehnisse einbringt, die seine Heimatstadt Erfurt betreffen.
So beleuchtete er den geschichtlichen Hintergrund des Erfurter Festungswerks der Cyriaksburg und leitete daraus seine Empfehlung ab, deren Anlage als “Garten Thüringens für die Zukunft zu erhalten” und das Deutsche Gartenbaumuseum in der Cyriaksburg in das neue Konzept der “Ega” mit einzubeziehen.

Warum spricht niemand über die zweite Seite der Atomgefahr?

Donnerstag, den 17. März 2011

Es ist nicht die erste ihrer Art - die Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima, deren Ursachen hauptsächlich in dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 zu suchen sind, das den Nordosten Japans in der vergangenen Woche heimsuchte und in Verbindung mit einem verheerenden Tsunami stark verwüstete.
Mehr oder weniger schnell und tiefgründig an die Öffentlichkeit gelangte Atom-Unfälle hatten bereits die USA, Großbritannien und die frühere UdSSR zu verzeichnen.

Alles zum Glück weit weg vom Freistaat Thüringen, in dem sich nun, berechtigterweise, die Vertreter von Politik und Wirtschaft zu Wort melden. So forderten bereits Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und ihr Vize-Regierungschef Matschie den beschleunigten Ausstieg aus der Atomindustrie beziehungsweise die dauerhafte Stilllegung der ältesten deutschen Atomkraftwerke. Und selbst ein Sechs-Punkte-Plan zum Ersatz der Atomenergie legte letzterer bereits vor.
Die Vertreter der Wirtschaft ließen nicht auf sich warten und so fordert Thüringens Windenergie-Verband die Ausweisung weiterer Gebiete in Thüringen für die Errichtung von Windenergie-Anlagen, ohne “überzogene arten- und naturschutzrechtliche Restriktionen”.
Diejenigen, die sich mit der Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung beschäftigen, plädieren für die Schaffung weiterer Pumpspeicherwerke in Thüringen, die beispielsweise mit vorhandenen Trinkwasserspeichern gekoppelt werden könnten.

Wie ich meine, alles Vorschläge, über die das weitere Nachdenken lohnt und die durchaus Möglichkeiten aufzeigen, eine gewisse Energiewende herbeizuführen - auch wenn Thüringen natürlich über kein Atomkraftwerk verfügt. Aber Gedanken machen kann man sich je trotzdem.

Da müsste sich doch aber, bei der zu Recht kritischen Betrachtung der friedlichen Nutzung der Kernenergie, auch irgendwo und irgendwie einmal die Frage auftun, wie es um die Sicherheit der in Europa und zu einem kleinen Teil auch in Deutschland lagernden Atomwaffen bestellt ist. Doch dazu habe ich zumindest bisher von keinem Politiker, Wissenschaftler oder Publizisten auch nur eine kritische Frage oder Bemerkung gehört.
Immerhin ist davon auszugehen, dass in Europa weit über 400 und in Deutschland noch mindestens 20 derartiger Atomwaffen lagern. Jede einzelne davon besitzt ein Vielfaches der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe, der insgesamt zwischen 90.000 und 165.000 Menschen zum Opfer fielen.

Und wer will, kann im Internet Berichte über interne Untersuchungen zur Kenntnis nehmen, die davon sprechen, dass die meisten unterirdischen Anlagen zur Lagerung dieser Bestände den derzeitigen Sicherheitsbestimmungen nicht entsprechen und hinsichtlich ihrer Bewachung und Instandhaltung ebenfalls teils gravierende Sicherheitsmängel bestehen.

Warum also konzentrieren wir uns nur auf die Atomkraftwerke? Warum werden die, ebenso die Bevölkerung gefährdenden, Atombomben außen vor gelassen? Muss es auch damit erst zu einer Katastrophe kommen, ehe eine kritische Betrachtung darüber erfolgen “darf”?
Mir jedenfalls erscheint ein Lager für Atomwaffen gegen Terroranschläge, Flugzeugabstürze oder Naturkatastrophen und deren Folgen zumindest ebenso gefährdet wie ein Atomkraftwerk. Oder liege ich mit dieser Einschätzung falsch ??

Tag des offenen Denkmals 2011 ist in der Vorbereitungsphase

Freitag, den 11. März 2011

Seit 1993 nimmt der Freistaat Thüringen am europaweiten Denkmaltag teil, der jeweils am zweiten Sonntag im September stattfindet.
Dabei werden im Jahr 2011, in dem dieser Tag auf den 11. September fällt, Denkmale im Mittelpunkt stehen, die dem Motto “Romantik, Realismus und Revolution” entsprechen.
In Thüringen wird der Denkmaltag bereits am 10. September auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt eröffnet, obwohl dieser Ort meines Wissens keinen direkten Bezug zum 19. Jahrhundert erkennen lässt.

Neben den Baudenkmalen des 19. Jahrhunderts sollen vor allem auch Persönlichkeiten im Vordergrund stehen, die sich für deren Entstehen besondere Verdienste erworben haben. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Fabrikanten jener Zeit liegen, die neben dem vieler Industriebauten auch am Entstehen von Villen und repräsentativen Wohnhäusern beteiligt waren sowie ebenfalls am Bau von Theatern oder auch von Volksparks.
Neben Industriebauten und Wohnsiedlungen, Park- und Gartenanlagen werden aber auch Technische Neuerungen wie beispielsweise der Eisenbahnbau, die Telegrafie und die Fotografie im Vordergrund stehen.
Herrenhäuser und Gutshöfe aus jener Zeit belegen die einsetzende Stadtflucht der Oberschicht und die steigenden Profite der Großgrundbesitzer.

Im 19. Jahrhundert entstanden aber auch viele Kuranalagen und Tourismusobjekte. Zahlreiche Bismarckdenkmale wurden förmlich aus dem Boden gestampft.
Für manche Schlösser und Burgen wurde das 19. Jahrhundert zu einer Zeit ihre Umgestaltung und Erweiterung, das einsetzende romantische Denken ließ außerdem manch künstlich angelegte Ruine entstehen.
Darüber hinaus soll der Denkmaltag 2011 an die vielen, in jenen Jahrzehnten entstandenen öffentlichen Bauten wie Rathäuser und Zollämter, Museen, Kindergärten oder Sanatorien erinnern.
Schließlich dürfen die in dieser Zeit geschaffenen Sakralbauten und Friedhöfe ebensowenig fehlen wie archäologische Grabungsstätten.

Thüringens Landeskonservator Holger Reinhardt äußerte sich im Zusammenhang mit den in dieser Woche im “Thüringen Journal” vorgestellten Baudenkmalen, die neben vielen anderen am 11. September geöffnet sein werden dazu, dass gerade Thüringen im 19. Jahrhundert mit vielen hervorragenden Leistungen wie dem Neubau weiter Bereiche der Wartburg, der Einrichtung Fröbels Kindergarten in Bad Blankenburg oder auch dem Eisenbahnbau entlang der Via Regia beachtliche Leistungen hervor gebracht hat, die die Kultur im Freistaat nachhaltig beeinflusst haben.

Lückenschluss auf der Ilmtalbrücke

Donnerstag, den 3. März 2011

Sieht man von einigen “schmückenden” Elementen wie Lärmschutzwänden oder Geländern ab, hat sie nun erst einmal ihre endgültige Gestalt angenommen, die Ilmtalbrücke zwischen Gehren und Langewiesen, südöstlich von Ilmenau.
Seit Mai 2007 im Bau, wurde am gestrigen Mittwoch, den 02. März 2011 der Lückenschluss in der Betonbahn von Thüringens Verkehrsminister Carius vollzogen und damit die offizielle Fertigstellung des schon gigantisch zu nennende Bauwerks vollzogen.
Sie wird nun im Herbst dieses Jahres an die Bahn übergeben und damit zu einem wichtigen Abschnitt der im Jahr 2017 in Betrieb gehenden ICE-Trasse Nürnberg-Erfurt als Teil der Strecke München-Berlin.

1.681 Meter ist sie lang, circa 40 Meter erhebt sie sich an ihrer höchsten Stelle über dem Talgrund und drei Bögen mit bis zu 175 Meter Spannweite bilden den Hauptteil der Ilmtalbrücke. Damit ist sie die mit Abstand längste Brücke Thüringens, die jedoch nach einem Probebetrieb im Jahr 2016 erst ab 2017 die Züge des ICE mit bis zu 300 Stundenkilometer über sich hinweg rasen lassen wird.
Bis dahin soll die Brücke auch noch eine feste Fahrbahn erhalten.

Die Ilmtalbrücke, für deren Bau bisher über 60.000 Kubikmeter Beton verbraucht wurden, überquert mehrere im Tal befindliche Hindernisse wie Fischteiche, die Bundesstraße B 88, eine zukünftig noch unter die Erde zu verlegende 110-kV-Freileitung, eine stillgelegte Bahnstrecke und nicht zuletzt die Ilm selbst.

Unglücklicherweise wurde der Bau der Ilmtalbrücke von einem tödlichen Arbeitsunfall überschattet, der natürlich um ein Vielfaches schwerer wiegt als der fast vier Monate andauernde Baustopp im Jahr 2010, der nach dem Abplatzen von Betonteilen entstand.
Trotz dieser unglücklichen Umstände zählt der Bau der Brücke zu denen, die in der ungefähr vorgesehenen Bauzeit realisiert wurden, und deren Kosten, die bei etwa 30 Millionen Euro liegen, die ursprünglich veranschlagten Kosten im Rahmen des Gesamtvorhabens nicht wesentlich übertreffen.
Alle am Bau der Brücke Beteiligten können auf die vollbrachten Leistungen mit Recht stolz sein, haben sie doch ein Bauwerk geschaffen, das das Land Thüringen wieder um ein kleines Stückchen attraktiver werden lässt, als es bisher schon ist. Darüber hinaus wird die Ilmtalbrücke zukünftig eine schnellere Anreise in das beliebte Urlaubsland ermöglichen und so zu einem entspannteren Urlaub in Thüringen beitragen.

Weitere umfangreiche Informationen, auch über andere Streckenabschnitte des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8, finden sich unter anderem auf der Website www.vde8.de.