Monatsarchiv für April 2011

Straße der deutschen Sprache soll in Thüringen ihren Anfang nehmen

Samstag, den 2. April 2011

Bereits anlässlich des Tages der deutschen Sprache im September 2010 hat der Chefredakteur der Fachzeitschrift “Deutsche Sprachwelt”, Thomas Paulwitz, dazu aufgerufen, die Einrichtung einer Straße der deutschen Sprache in Angriff zu nehmen.
Paulwitz ist auch Vorstandsmitglied der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft, die im Januar 2007 im 390. Jahr der Gründung des ältesten deutschen Sprachvereins “Fruchtbringende Gesellschaft” in Köthen ins Leben gerufen wurde.
Ihr erklärtes Ziel ist die Erhaltung und Stärkung des Bewusstseins für den Wert der deutschen Sprache und ihre Ausdrucksfähigkeit.

Die als Ferienstraße geplante Route soll vor allen Dingen Bildungsreisende und Sprachinteressierte durch 25 Städte Mitteldeutschlands führen. Beginnen soll die Straße im thüringischen Schleiz und dann über die Städte Weimar, Meiningen, Eisenach und Mühlhausen weiter nach Sachsen-Anhalt und nach Sachsen führen.
Diese drei Bundesländer Mitteldeutschlands kämen für den Verlauf der Route deswegen vorrangig in Frage, weil von hier aus die Sächsische Kanzleisprache und das Wirken Martin Luthers die heutige hochdeutsche Sprache besonders stark geprägt haben. Gleichfalls soll diese neue Ferienstraße dazu dienen, Touristen auf die Städte dieses Straßenverlaufs verstärkt aufmerksam zu machen.

Die Auswahl der Städte, die gegenwärtig noch nicht abgeschlossen scheint, erfolgt nach Kriterien, die eine Verbindung der jeweiligen Stadt zu besonderen sprachgeschichtlichen Ereignissen oder zu Personen, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben, erkennen lassen.
So wirkte Konrad Duden fast acht Jahre als Direktor am Schleizer Gymnasium. Weimar findet seinen Platz als Stadt deutscher Klassiker, deren Verdienste um die deutsche Sprache wohl unstrittig sind. Meiningen gilt als Kunst- und Kulturstadt, in der neben anderen Schriftstellern und Theaterschaffenden auch Goethe, Schiller und Bechstein wirkten. Die Wartburg in Eisenach diente Martin Luther während seiner Bibel-Übersetzung als Zufluchtsort und schließlich ist Mühlhausen ein aussichtsreicher Kandidat, weil dort die Stadtverwaltung so wenig Anglizismen wie möglich verwendet.

Laut Paulwitz soll auf dem diesjährigen Köthener Sprachtag im Juni über die Gestaltung der Ferienstraße weiter beraten werden.