Monatsarchiv für September 2011

Herbst ist Wellnesszeit

Mittwoch, den 28. September 2011

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende – obwohl man momentan den Eindruck hat, dass es jetzt zum ersten Mal in diesem Jahr sommerlich ist. Aber die Herbstvorboten wie bunte Blätter an den Bäumen, reifes Obst in den Gärten sowie Kinder die Kastanien sammeln sind nicht mehr zu übersehen.
Wenn der Sommerurlaub meist an die Strände von Nordsee, Ostsee oder Mittelmeer führt, ist der Herbst die klassische Zeit für eine Wellnessreise ins Landesinnere. Beliebte Reiseziele sind hier der Schwarzwald, der Bayerische Wald und natürlich der Thüringer Wald. Aber auch kombinierte Wellness-Städtereisen sind immer mehr im Kommen. Mit einer steigenden Anzahl an Wellnesshotels in Städten sowie deren direktem Umland, steigt auch die Zahl der Gäste, die gern auf dieses Angebot zugreifen.
Was gibt es auch schöneres, als morgens lange zu schlafen, ein reichhaltiges Frühstücksbuffet zu genießen, sich im Verlauf des Tages von wohltuenden Massagen und Bädern verwöhnen zu lassen, eine fremde Stadt zu erkunden; und Abends ein romantisches Candle-Light-Dinner zu genießen? Anschließend geht es dann ins Theater, ins Kino oder einfach in eine Bar. Mit einem derart abwechslungsreichen Programm können fast nur Wellnesshotels in oder bei größeren Städten aufwarten.
Häufig werden solche Angebote auch als Romantik und Wellness Kurzreisen verschenkt um den Partner zu überraschen.
Also nicht lange zögern sondern gleich die nächste Kurzreise nach Thüringen buchen und den Partner damit überraschen.

Wir waren Papst und Thüringen hat gejubelt

Montag, den 26. September 2011

Nun hat er seine Schäflein in Deutschland wieder verlassen und ist nach Rom zurückgekehrt. Papst Benedikt XVI., das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, hat in Berlin, Erfurt, dem Eichsfeld und in Freiburg den Jubel Zehntausender empfangen und wurde außerdem von einem großen Teil der Politprominenz unseres Landes auf den Stationen seiner Reise begleitet.

Das Ereignis hat seit Wochen genügend Stoff für die Medien aller Art geliefert und dürfte es wohl noch zumindest einige Tage tun. Bei manchem, eher “Außenstehenden” wie mir, der ich keiner Glaubensgemeinschaft angehöre, hat der Besuch des Papstes eine Reihe von Fragen hinterlassen, auf die es wahrscheinlich aber keine zufriedenstellende Antworten geben dürfte.

Nehmen wir mal an, das Staatsoberhaupt - und als solcher wurde Benedikt XVI. in unserem Land begrüßt - eines beliebigen anderen Landes hätte uns besucht. Dieser wäre uns allen bekannt dafür gewesen, dass er in seinem Staat allen Ministern und Staatsbediensteten die Ehe verboten hätte, dass er deren Missbrauch von Kindern über eine lange Zeit nicht wahr haben wollte und auch jetzt noch nicht konsequent bekämpft.
Und er würde in seinem Land die oft tödlich verlaufende Krankheit Aids durch ein eher gespaltenes Verhältnis zum Gebrauch von Kondomen nicht mit allen Mitteln und vehement bekämpfen.
Schließlich gäbe es da noch den Umstand, dass ein großer Teil der Bevölkerung in seinem Land von einer kooperativen Zusammenarbeit mit seiner regierenden Partei nach wie vor ausgeschlossen wird, obwohl sie diese seit langem anstreben.

Diese Tatsachen würden doch sicher dazu führen, dass dieses imaginäre Staatsoberhaupt mit Nachdruck auf die Einhaltung der Menschenrechte in seinem Land hingewiesen würde, dass ihm der Deutsche Bundestag sicher nicht als Bühne für einen Auftritt gegeben würde und dass zumindest stark zu bezweifeln wäre, ob er auf jeder Station seines Aufenthaltes von zehntausenden Menschen bejubelt würde.

Daraus aber entstehen die Fragen nach dem “warum aber”, die ich hier nicht extra stellen will, denn sie ergeben sich bereits aus den vorherigen Textpassagen. Interessieren würden mich die Antworten schon. Denn warum der Vertreter Gottes auf Erden sich derart einigen Grundzügen des modernen Zeitalters verschließen kann und dafür noch diesen Zuspruch erhält, bleibt zumindest mir ein Rätsel.

Chinesischer Garten in Weißensee eröffnet

Donnerstag, den 22. September 2011

Nicht die ganze Welt aber immerhin ein Teil der Öffentlichkeit Thüringens hat in dieser Woche sicherlich zur Kenntnis genommen, dass in der kleinen Stadt Weißensee, wenige Kilometer nordwestlich von Sömmerda, jetzt als eine weitere Attraktion der “Garten der Harmonie” auf seine Besucher wartet.

Am vergangenen Dienstag, dem 21. September hatte aus Anlass der Eröffnung dieser historischen Gartenanlage sogar der chinesische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Herr Wu Hongbo, den Weg nach Weißensee gefunden und zeigte sich nach einem Rundgang durch dieses gärtnerische Kleinod sehr beeindruckt. Immerhin bezeichnete er diese als “Garten der Harmonie” bezeichnete Anlage als einzigen stilechten chinesischen Garten in Deutschland.

Innerhalb nur eines Jahres gelang es, auf dem Restbestand einer einst größeren Brachfläche in der historischen Altstadt von Weißensee, die vorher über 600 Jahre von Einrichtungen des Johanniterordens genutzt worden war, diesen Garten entstehen zu lassen, für den auch Mittel der Städtebauförderung von Bund und Land bereitgestellt wurden.
So entstand auf 5.400 Quadratmeter die größte Einzelanlage eines chinesischen Gartens in Deutschland und darüber hinaus durch ihre Gestaltung und Kunstausstattung gleichzeitig eine in dieser Form einzigartige in ganz Europa. Ihr Herzstück ist dabei zweifellos eine Seepagode, die über eine alte Kastanienallee erreichbar ist.

An der Eröffnungsveranstaltung, nach der sich der chinesische Botschafter auch ins Goldene Buch der Stadt eintrug, nahm auch der Minister des Freistaates Thüringen für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius teil.
Vorläufig ist eine Besichtigung des Chinesischen Gartens nur an den Wochenenden und an Feiertagen möglich.

Für künftige Besucher dieser nicht alltäglichen Sehenswürdigkeit ist sicher der Hinweis darauf interessant, dass die Stadt Weißensee noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Von diesen nimmt die mittelalterliche Runneburg, ein aus fünfgeschossigem Palasturm, Palas und Ringmauer bestehender romanischer Profanbau eine bedeutende Stellung ein. Gleiches gilt für das historische Rathaus, das seinen Ursprung in einem noch heute sichtbaren romanischen Steinhaus aus der Zeit um das Jahr 1200 hat und das zu den ältesten Rathäusern Deutschlands gehört.

Zu den weiteren sehenswerten Objekten in Weißensee zählen mit der Kirche St. Nikolai eine der größten romanischen Saalkichen Thüringens und die Stadtkirche St. Peter und Paul.
Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass erst im Jahr 1998 entdeckt wurde, dass das thüringische Weißensee die Geburtstätte des deutschen städtischen Reinheitsgebots für Bier ist, welches hier im Jahr 1434 festgeschrieben wurde.
Na dann “Prosit” auf ein “Weißenseer Ratsbräu”!

Kooperation von Thüringen und Sachsen soll verbessert werden

Mittwoch, den 14. September 2011

Dieser gemeinsame Standpunkt wurde am Ende der gestrigen gemeinsamen Beratung der Landesregierungen beider Freistaaten am Tagungsort Schloss Wackerbarth im sächsischen Radebeul bekräftigt.
Auf den ersten Blick eine durchaus zu begrüßende Feststellung, die jedoch beim Lesen der Mitteilung über den Inhalt der Beratung einige Fragestellungen provoziert.

Da wäre zu hinterfragen, warum die Regierenden unserer beiden Bundesländer für das Erlangen dieser Erkenntnis immerhin 20 Jahre Zeit benötigt haben. Denn nimmt man die Zahl der in diesen Jahren gemeinsam durchgeführten Kabinettssitzungen als Maßstab, so ist die Zahl “drei” - unter Einbeziehung der gestrigen Beratung - nicht gerade Ausdruck dafür, dass eine enge Zusammenarbeit bisher auf dem Wunschzettel beider Landesregierungen gestanden haben dürfte.

Eine weitere Frage könnte dem Inhalt der gestrigen Sitzung gelten. Dessen Schwerpunkte waren die Errichtung eines gemeinsam finanzierten und nach seiner Fertigstellung auch genutzten Gefängnisses für knapp 1.000 Insassen, die ihren Wohnsitz in Thüringen oder Sachsen zumindest zeitweise in dieses “Gemeinschaftsobjekt” verlegen müssen.
Außerdem wurde über die Planung eines Rechenzentrums für die Steuerverwaltungen beider Länder beraten, für das mit gemeinsamen Anstrengungen die erforderlichen IT-Spezialisten anzuwerben sind.

Schließlich werden beide Länder an ihren Modellversuchen zur Senkung des Zulassungsalters für den Mopedführerschein von 16 auf 15 Jahre festhalten und die Kooperation bei der Ausbildung von Sonderpädagogen suchen.
Eine derartige Kooperation werde auch auf der EU-Ebene angestrebt.

Was die daraus resultierende Frage betrifft, könnte diese in die Richtung gestellt werden, ob dies alles sei, was mit einer engeren Kooperation effektiver zu bewältigen wäre. Noch dazu wenn man bedenkt, dass bei einer Fortführung der bisherigen Gepflogenheiten die nächste gemeinsame Kabinettssitzung so ungefähr im Jahr 2018 stattfinden könnte.
Da lässt doch wenigstens der von beiden Länderchefs vertretene einheitliche Standpunkt hoffen, dass eine eventuelle Länderfusion kein Thema sei. Na klar, warum sollten damit auch die Anzahl der Arbeitsplätze und die Gehälter und Pensionen von Abgeordneten und Staatsdienern gefährdet werden, an die man sich doch inzwischen so gewöhnt hat.
Was würden dagegen schon die paar Milliarden zu erwartender Einsparungen bedeuten, wenn eines Tages die drei mitteldeutschen Bundesländer zu einem verschmelzen würden. Nein, darüber wolle man lieber gar nicht erst diskutieren. Schließlich sollte jede Kooperation auch ihre Grenzen kennen!

Besuch in Göhren-Döhlen anlässlich des Denkmaltages 2011

Mittwoch, den 7. September 2011

Am kommenden Sonntag, dem 11. September ist es wieder soweit, dann erhalten Kultur- und Geschichtsinteressierte wie in jedem Jahr erneut Gelegenheit, bekannte und weniger bekannte, unter Denkmalschutz stehende Objekte in aller Ausführlichkeit in Augenschein zu nehmen.
Zu letzterer Gruppe gehört sicher das im Thüringischer Schiefergebirge, in der Gemeinde Göhren-Döhlen befindliche historische Pfarrgehöft, das in seiner heutigen Gestalt im Jahr 1712 auf dem Gelände einer erstmals im Jahr 1230 urkundlich erwähnten Pfarrei entstanden ist.

Auch das kleine Dorf Döhlen ist bereits im 13. Jahrhundert entstanden. Seine Häuser und Bauernhöfe werden von einer Kirche aus dem Jahr 1751 überragt, in der der legendäre Bauerngeneral Georg Kresse getauft wurde. Das Pfarrgehöft liegt auf einem etwa 3.500 Quadratmeter großen Grundstück am Ufer des Flüsschens Weida, das hier von einer alten gedeckten Holzbrücke aus dem Jahr 1799 überquert wird.
Im 17. Jahrhundert wurde das Gehöft mehrfach aus- und umgebaut und gegen Ende des 19. Jahrhunderts trat ein verstärkter Verfall einiger Gebäude ein. Trotzdem blieb es bis zum Jahr 2006 Wohn- und Arbeitsstätte des Döhlener Pfarrers.
Im Jahr 2009 gründete sich der Förderkreis “Pfarrgehöft Döhlen e.V.”, dessen Mitglieder das Gehöft sinnvoll nutzen und der Nachwelt erhalten möchten.

Am kommenden Sonntag wird sich die Pforte des inzwischen von mehreren Familien bewohnten Pfarrgehöfts wieder einmal für die Besucher öffnen. Während die Bewohner im den oberen Etagen des Hauptgebäudes ihr Domizil gefunden haben, sind im Erdgeschoss und Gewölbekeller unter anderem das Backhaus und die Schwarzküche mit einem altdeutschen Kamin zu finden. Die ehemaligen Stallungen sollen zu Begegnungsräumen umgestaltet werden.
Auf dem weiträumigen Pfarrhof, der zu der bereits erwähnten Holzbrücke führt, ist so manches Haustier anzutreffen, zu denen auch Wollschweine und eine kleine Herde von Zwergschafen gehören.

Schließlich kann in Göhren-Döhlen auch eine von einem Heimatverein betreute Heimatstube besucht werden, die über die bäuerliche Tradition dieser Gegend berichtet.