Monatsarchiv für November 2011

Willkommene Gabe an die kleine Dorfkirche in Berka vor dem Hainich

Dienstag, den 22. November 2011

Für rund 850 Einwohner der Gemeinde Berka vor dem Hainich ist die Dorfkirche neben dem um das Jahr 1820 erbauten Herrenhaus eines der beiden Zentren des Ortes. Diese, nördlich der Autobahn A 4 etwa 15 Kilometer östlich von Eisenach liegende Gemeinde, weist ihr Bestehen bereits seit über 1000 Jahren nach und zeigt sich am Rand des Nationalparks Hainich mit zahlreichen wunderschön sanierten Fachwerkhäusern und einigen traditionellen Bauernhöfen.

Seine kleine spätbarocke Dorfkirche stammt aus dem Erbauungsjahr 1752 und besteht aus massiven, verputzten Bruchsteinen. Ihre Besonderheit besteht in der reichen künstlerischen Ausstattung, die in dieser Form als einmalig im thüringer Raum gilt.
Diese Tatsache allein konnte jedoch nicht verhindern, dass der Zahn der Zeit auch vor einem derartigen Gotteshaus nicht halt macht und so waren bereits zwei unterstützende finanzielle Zuwendungen durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erforderlich, um das schadhafte Dach zu sanieren und statische Schäden am Turm zu korrigieren. Der Turm bildet gleichzeitig den Eingangsbereich in den rechteckig gestalteten Emporensaal.
An dessen Längsseiten beeindrucken die mit farbigen Ornamenten verzierten “St. Georg-Logen”. Die Orgelempore mit einer Knauf-Orgel hat an der Westseite Platz gefunden und der Altar befindet sich vor einer hohen Säulenwand. Aus dieser ragt die Kanzel hervor, die von einem Gesims mit einer leuchtenden Sonne bekrönt ist.
Das im Altarraum befindliche filigran gearbeitete Taufbecken besitzt die Form einer Rokokovase.

Damit das Gesamtensemble der Dorfkirche, die von einem alten Friedhof umgeben wird, möglichst lange erhalten bleibt und dabei noch schöner wird, erhält ihre Pastorin nun am heutigen Tag, dem 22.11.2011 eine nochmalige finanzielle Unterstützung in Höhe von 30.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die vom Eisenacher Ortskurator übergeben wird.

Traumhafte Fotomotive

Dienstag, den 22. November 2011

Erst vor Kurzem neigte sich die Zeit der bunten Bäume und farbenprächtigen Wälder dem Ende, da erwarten den Besucher wieder zauberhafte Fotomotive in einem Thüringenurlaub. In dieser und der kommenden Woche werden nämlich die zahlreichen Weihnachtsmärkte in Thüringen ihre Pforten öffnen. Der meistfotografierte Weihnachtsmarkt ist sichert der in der Landeshauptstadt Erfurt. Ob vor dem Anger1 oder vor der atemberaubenden Kulisse des Erfurter Doms, dieser Weihnachtsmarkt zählt zu den bekanntesten und schönsten in ganz Deutschland.
Das Urlaubsland Thüringen bietet aber auch zahlreiche weitere Märkte, die mit ihren Tannenbäumen und Pyramiden sowie den weihnachtlich geschmückten Buden und Karussells beliebte Fotomotive sind. Wem ein ganz besonders schöner Schnappschuss gelungen ist, der möchte diesen natürlich auch gern zur Schau stellen. Beispielsweise bei allesrahmen.de gibt es hierfür das richtige Zubehör. Egal ob kunterbunter Herbstwald oder verschneiter Weihnachtsmarkt dort findet sich bestimmt ein passender Rahmen.
Wer weder im Herbst noch zu Weihnachten in Thüringen war (was eigentlich nur an fehlendem Urlaub liegen kann, weil man eigentlich immer gern nach Thüringen reist) für den bietet auch der Winter traumhafte Fotomotive. Die erste Wahl wird zu dieser Zeit sicher auf den Thüringer Wald treffen. Mit seinen verschneiten Bergen und sich unter der Schneelast biegenden Tannen bietet ein Urlaub im Thüringer Wald Jahr für Jahr romantische Motive für das Familienalbum.
Untern Strich lässt sich jedenfalls feststellen, dass die Zeit für eine Fotosafari durch Thüringen kaum günstiger sein könnte.

Neues von Schloss Wilhelmsthal

Freitag, den 18. November 2011

In einer Zeit, in der die Medien fast ausschließlich über die Terrorgefahr von rechts, damit in Verbindung stehende bisherige Versäumnisse verschiedenster Ämter und Behörden und über die berechtigten Forderungen nach lückenloser Aufklärung berichten, rücken andere Ereignisse wie von selbst an den Rand unserer Wahrnehmung.

Um so mehr war ich von einer Nachricht erfreut, die von der Einweihung einer neuen Zufahrtsbrücke zum Schloss Wilhelmsthal berichtet, die am 15. November vollzogen wurde. Da ich mich vor einigen Jahren selbst vom erschreckend wirkenden Zustand von Schloss und Schlosspark Wilhelmsthal überzeugen konnte, beziehungsweise musste, verfolge ich mit einiger Aufmerksamkeit nun aus der Ferne, ob und was sich dort in Fragen Erhaltung und Sanierung der gesamten Anlage tut.

Das wenige Kilometer südlich von Eisenach liegende Schloss, zu dem der von Fürst Pückler mitgestaltete Park mit seinen zahlreichen Pavillons gehört, wurde seit dem Zweiten Weltkrieg zweckentfremdet genutzt und dabei dem Verfall weitestgehend preisgegeben. Dabei verwischten sich auch die Spuren der Vergangenheit, als auf dem Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten Schloss Personen wie Franz Liszt, der russische Zar Alexander und die Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna auf Schloss Wilhelmsthal verkehrten. Nichtsdestotrotz ist die imposante Anlage durchaus einen Besuch wert, wenn man beispielsweise ein verlängertes Wochenende in Eisenach verbringt.

Im Jahr 2009 wurde das Ensemble von Schloss Wilhelmsthal in den Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übertragen. Fast gleichzeitig wurden für die Durchführung der dringendsten Sanierungsmaßnahmen aus dem Konjunkturpaket drei Millionen Euro bereit gestellt. Das Land Thüringen stellte weitere zwei Millionen Euro in Aussicht.
Nun sind die drei Millionen Euro aufgebracht, die zwei Millionen vom Land sind wohl nach wie vor nicht in Sicht und so steht lediglich eine Art Hilferuf des Direktors der Stiftung im Raum, der erklärte, dass jährlich mindestens Investitionen in Höhe einer halben Million erforderlich seien, um wenigstens den Erhalt der Statik der Gebäude zu sichern und die gravierendsten Schwammschäden zu beseitigen.

Vom Schlosspark sollen zwischenzeitlich einige Bereiche wiederhergestellt worden sein, jedoch sind auch die dafür notwendigen Maßnahmen noch lange nicht abgeschlossen und ohne Geld sicher nicht zu realisieren. Da ergibt sich für mich im Nachhinein die Frage, wieso Schloss und Park Wilhelmsthal überhaupt der Stiftung übertragen wurden, wenn dieser die Mittel für notwendige Investitionen auch für das kommende Jahr deutlich gekürzt werden.
Irgendwie vermute ich da einen Zusammenhang mit der oft geäußerten Befürchtung, dass am Ende aller Maßnahmen zur Unterstützung von Banken und Staaten der Steuerzahler herhalten muss. Denn als solcher fühle ich mich von einem derartigen Zustand, der den Verfall wertvoller Kulturgüter in Kauf nimmt, schon betroffen.

Werke ostdeutscher Künstler im Bad Langensalzaer Schloss Dryburg ausgestellt

Mittwoch, den 9. November 2011

Im nördlichen Bereich der historischen Altstadt von Bad Langensalza befinden sich mit Schloss Dryburg die bis heute erhaltenen Teile der einstigen mittelalterlichen Dryburg. Dessen neuer Besitzer hat einen Teil der vorhandenen schönen Räume des Schlosses dem Verein Kunstwestthüringer e.V. mietfrei zur Verfügung gestellt.
Dieser nutzt nun diese großzügige gebotene Gelegenheit, um nicht zum ersten Mal in der darin eingerichteten Galerie des Vereins eine Ausstellung zu präsentieren.

In dieser werden bereits seit mehreren Wochen bis noch zum 20. November 2011 Exponate aus einer Sammlung des in Friedrichroda beheimateten Ehepaares Hannelore und Harald Preuster gezeigt, die sich mit dem Schaffen von Künstlern aus Thüringen, Sachsen und Berlin beschäftigen.
Das 1939 geborene Ehepaar Preuster hat sich seit Jahrzehnten der Sammlung von Gemälden, Grafiken und Plastiken verschrieben, die sie meist direkt aus den Ateliers ostdeutscher Künstler erwarben. Für sie war es dabei wichtig, deren Lebens- und Arbeitswelt kennenzulernen und gleichzeitig die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Kunstwerkes zu hinterfragen. Für das als Lehrer tätige Ehepaar war dabei die Tatsache von Vorteil, dass der Marktwert von in der damaligen DDR entstandener Kunst recht niedrig war.

Gegenwärtig haben sie nun 59 Bilder und Grafiken sowie 16 Plastiken aus ihrer Sammlung zur Verfügung gestellt, die unter dem Motto “Mensch und Umwelt im Schaffen ostdeutscher Künstler” noch in dieser und in der kommenden Woche in der Galerie auf Schloss Dryburg zu besichtigen sind. Zu den aus Thüringen vertretenen Künstlern gehören unter anderem Horst Sakulowski, Manfred Böttcher und Werner Stötzer. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder Kunstwestthüringen stammen Werke der Künstlerinnen Elisabeth Weidemann und Marion Walther.
Weiterführende Informationen über diese Ausstellung finden sich unter anderem hier.

Ostpro-Messe findet am kommenden Wochenende in Erfurt statt

Donnerstag, den 3. November 2011

Manch einer tut die Besinnung auf das alltägliche Leben in der ehemaligen DDR als nostalgische Schwärmerei oder gar als Stasi-verherrlichendes Gebaren ab. Warum aber soll sich ein Mensch, der Jahrzehnte im Osten Deutschland gelebt und gearbeitet hat, nicht gern und auch positiv über bestimmten Dingen in diesem Lebensabschnitt äußern, die er dabei als gut und erhaltenswert wahrgenommen hat.
Wenn ich zum Beispiel an die in der DDR hergestellten und verfügbaren Lebensmittel denke, fällt mir so manches Produkt ein, was ich zumindest in den Jahren nach der Wende vermisst habe und über das ich mich später gefreut habe, als es wieder auf dem Markt erschien. Und vieles davon schmeckt mir heute noch ausgenommen gut und kann die zahlreichen Konkurrenzprodukte meist erfolgreich hinter sich lassen.

Dass es dabei nicht nur mir so ergeht, beweist die seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführte Messe für Ostprodukte, die Ostpro, die am kommenden Wochenende erstmals in der Thüringenhalle Erfurt stattfindet. Damit wird der bisherige Veranstaltungsort in den Hallen der Erfurter Messe verlassen und die erwarteten rund 150 Unternehmen aus den neuen Bundesländern können ihre Produkte, Spezialitäten und Dienstleistungen unter dem Motto “Schauen, Kosten und Kaufen” einem breiten Publikum präsentieren.
Neben Lebens- und Genussmitteln zählen auch Bekleidung, Kosmetika, Spielwaren, Porzellan, Möbel, Haushaltwaren aber auch Sanierungsangebote für Wohnungs- und Hauseigentümer zum Messe-Angebot.

Für nur zwei Euro Eintritt - allein diese Größenordnung weckt bei mir positive Erinnerungen an vergangene Jahre - sind am kommenden Sonnabend und Sonntag auch zahlreiche Unternehmen und Produkte aus Thüringen auf der Ostpro in Erfurt ausfindig zu machen, wobei die beliebten Strickwaren aus Apolda jeweils um 14.00 Uhr sogar ihre eigene Modenschau erhalten. Aber auch der Goldmännchen-Tee, die Altenburger Liköre oder die leckeren Bratwürste brauchen sich wie viele andere Produkte keineswegs zu verstecken.

Und mit der Teilnahme von Unternehmen aus Russland, Polen, Armenien und Tschechien macht die Osrpro die Besucher darauf aufmerksam, dass der Osten an der Oder-Neiße-Grenze noch nicht zu Ende ist.