Einige Gedanken über Armut und Reichtum
Donnerstag, den 22. Dezember 2011Beim Lesen des neuesten Berichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes über die Armut in Deutschland und darunter die in Thüringen, konnte ich es mir nicht verkneifen, meine Gedanken auch einmal wandern zu lassen zu deren Gegenteil dem Reichtum.
Doch der Reihe nach. Mit 17,6 Prozent armutgefährdeter Menschen lag Thüringen 2010 über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 14,5 Prozent. Allerdings konnte Thüringen seinen Anteil innerhalb der letzten fünf Jahre um 2,3 Prozent senken - immerhin etwas. Trotzdem war es gerade die vor meinen Augen dabei entstehende Zahl von etwa 390.000 thüringer Bürgern, die mit einem hohen Armutsrisiko leben müssen.
Da sich um die reichen Bürger kein Wohlfahrtsverband kümmern muss, ergibt ein Blick in einige andere Quellen, dass in Deutschland gegenwärtig etwa 930.000 Geld-Millionäre leben wovon etwa 10.000 ihren Wohnsitz in Thüringen haben. Bei der Suche nach diesen Quellen stieß ich auf einige Zitate von mehr oder weniger betagten Herren, von denen ich hier einige wiedergeben möchte.
So sagte bereits der im ersten Jahrhundert v. Chr. lebende Cicero: “Zum Reichtum führen viele Wege und die meisten von ihnen sind schmutzig.” Goethe bemerkte: “Willkürlich handeln ist des Reichen Glück” und Albert Einstein brachte es so auf den Punkt: “Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderruflich zum Missbrauch”.
Dabei wird derjenige, der sich in der heutigen Zeit einer solchen Meinung anschließt, als “Neider” abgetan, damit möglichst niemand darüber nachzudenken beginnt.
Nun will ich mit einem Ausspruch des Heimatdichters Peter Rosegger zum Problem der Armut zurückkehren. Er sagte: “Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel braucht”.
Und spätestens da sieht der aufmerksame Leser, dass alles auch ein wenig auf den Standpunkt des Betrachters ankommt. Trotzdem sollten uns allen Armutsquoten von 22,4 oder 21,1 Prozent in Mecklenburg Vorpommern oder Bremen im Verhältnis zu fast einer Million Millionäre in ganz Deutschland gerade in der Weihnachtszeit auch darüber mal nachdenken lassen, ob da mit unserem Sozialstaat nicht doch so langsam etwas schief läuft.
Ich jedenfalls wünsche mir vom Weihnachtsmann eine ordentliche Reichensteuer, deren Ertrag dann ausschließlich den annähernd 12 Millionen Menschen zugute kommt, für die Geschenke zu Weihnachten oft zum Fremdwort geworden sind.

