Monatsarchiv für Februar 2012

Neustadt an der Orla und Gräfenthal haben in diesem Jahr Grund zum Feiern

Donnerstag, den 23. Februar 2012

Während im Jahr 2012 in Deutschland die hessische Stadt Schlitz, die vor allem durch ihre Ansammlung von Burgen, Türmen und Fachwerkhäusern über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist, mit 1.200 Jahren ihr am weitesten zurückliegendes Gründungsjahr mit einem Jubiläumsfest begeht, blicken die thüringischen Städte Neustadt an der Orla und Gräfenthal auf ihr 725-jähriges beziehungsweise 675-jähriges Bestehen zurück.

Neustadt wurde erstmals im Jahr 1287 urkundlich erwähnt und spielte in der Folgezeit sowohl als bedeutender mittelalterlicher Marktplatz, als frühzeitliches Wirtschaftszentrum und späterer Verwaltungsmittelpunkt in seiner Region fast immer eine bedeutende Rolle.
Heute bietet die Kleinstadt an der Orla ihren Einwohnern und Gästen ein mittelalterliches Flair, das sein Zentrum am Marktplatz hat, wo das prachtvolle Gebäude des Rathauses, ein schönes als Lutherhaus bezeichnetes Bürgerhaus und die angrenzenden alten Fleischbänke zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören.

Die in diesem Jahr stattfindende Festwoche zu Ehren des 725. Jahrestages der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt findet vom 08. bis 17. Juni statt. Sie steht in enger Verbindung mit einem großen Neustadt-Treffen, das jährlich in einer anderen “Neustadt in Europa” stattfindet, und das von den Mitgliedern der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft in diesem Jahr in Neustadt an der Orla vorbereitet und durchgeführt wird.
Darüber hinaus wird in der Festwoche das 25. Bornquas der Neuzeit abgehalten. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Brunnenreinigungsfest, das seinen Ursprung im 15. Jahrhundert hat. Letztmalig wurde dieses Fest in den Jahren 1937 und 1988 gefeiert und soll nun wieder neu belebt werden.

Nicht minder gründlich bereiten sich auch die Stadtväter und Bürger der Stadt Gräfenthal auf ihr diesjähriges 675. Stadtjubiläum vor. 1337 erstmals nachweisbar erwähnt, entwickelte sich das einstige Ackerbauerstädtchen zu einem in der Region anerkannten Wirtschaftsstandort, der beginnend im 19. Jahrhundert mit dem Entstehen mehrerer Porzellanfabriken der Kleinstadt sogar zu Weltruhm verhalf.
Die unweit vom Rennsteig gelegene und von Bergen umgebene Stadt besitzt mit Schloss Wespenstein, der Stadtkirche St. Marien und dem prächtigen Fachwerkhaus der alten Schule ihre sehenswertesten Gebäude.

Das Stadtjubiläum, das in Verbindung mit dem Jubiläum des vor genau 600 Jahren erhaltenen Stadtrechts begangen wird, bereits am 07. Februar mit einem Festempfang des Bürgermeisters eröffnet wurde, wird seinen Höhepunkt in der vom 26.07 bis 30.07. stattfindenden Festwoche finden. Deren Highlights sind sicher der Festumzug am 29.07. und die am gleichen Tag stattfindende Show der Gruppe “Dorfrocker”. Einen Tag später klingen die Festlichkeiten mit einem Handwerkertreffen aus.

Begegnung mit einer alten Raubritterburg

Dienstag, den 14. Februar 2012

In Weisbach, einem der 14 Ortsteile der im Saale-Orla-Kreis gelegenen Gemeinde Remptendorf erinnert das Museum “Haus Wynsburg” an eine alte Ritterburg, deren Überreste rund zwei Kilometer nordöstlich von Weisbach ab 1985 bei Ausgrabungen freigelegt und teilweise wieder aufgemauert wurden.

Wer sich für die Geschichte derartiger alter Anlagen und das Leben in ihren Mauern interessiert, dem ist unbedingt sowohl der Besuch der Ausgrabungsstätte als auch des Museums zu empfehlen, denn beide Objekte ergänzen sich hervorragend in ihren Aussagen und Einblicken in eine längst vergangene Zeit.

An gesichertem historischen Material gibt es zur Wysburg wohl nur eine Quelle, die etwas über die vermutlich im 11. Jahrhundert erbaute Anlage aussagt. Demnach diente die Burg mit ihrer günstigen Lage an mehreren Furten der Saale und Handelsstraße mit großer Sicherheit einer Horde von Raubrittern als Unterschlupf. Die letzte Belagerung und schließlich ihre Zerstörung könnte um das Jahr 1330 erfolgt sein. Dies lässt sich zumindest aus den Grabungsfunden schließen.

Das in einem kleinen Waldgebiet auf einem Bergsporn liegende Grabungsfeld lässt deutlich das größere Areal der Vorburg und das kleiner der Hauptburg erkennen. Die Grundrisse und Mauerreste mehrerer Wirtschaftsgebäude, einer Toranlage und die Spuren eines Backofens kennzeichnen die Gestaltung der Vorburg. Auf dem sich nach einem Zwischengraben anschließenden Gelände der Hauptburg fällt der vier Meter hohe Rest eines Bergfrieds besonders ins Auge. Weitere freigelegte Grundrisse lasse auf den ehemaligen Palas und einen Wohnturm schließen.

Im “Haus Wysburg” in Weisbach erhält man an einem Modell der Burg und durch einige Karten ein anschauliches Bild dieser mittelalterlichen Burg. Dieses wird durch zahlreiche Informationen über die Funktionen ihrer Einrichtungen und deren Nutzung abgerundet. Gefundene Keramikgefäße und andere Gebrauchsgegenstände werden in einigen Vitrinen präsentiert.

Zwei aus den Grabungen abgeleitete Erkenntnisse haben mich bei meinem Besuch besonders beeindruckt
Zum einen die Tatsache, dass der Wohnturm bei der Belagerung der Wysburg von mehreren Brandgeschossen getroffen worden ist und der dadurch entstandene Brand zum Verkohlen hier eingelagerter Äpfel geführt hat. Daraus wird nun geschlossen, dass die Zerstörung der Burg in einem Herbst, nach der Einlagerung der Äpfel erfolgt sein muss.
Weiterhin beeindruckt die relativ durchdachte Anlage der einst auf dem Gelände befindlichen Zisterne. So wurde in einem flachen Becken, das zur Ablagerung von Schmutzpartikeln diente, Oberflächenwasser gesammelt. Über einen Überlauf wurde das so gereinigte Wasser in einen circa acht Meter tiefen, in den Fels gehauenen Sammelbehälter geleitet, von wo aus es bei Bedarf über einen Entnahmeschacht mittels Haspel, Seil und Eimer entnommen werden konnte.

Fehlende Schrauben und mangelhafte Schweißnähte blockieren große Bereiche des GalaxSea in Jena

Freitag, den 10. Februar 2012

Etwa zehn Jahre ist es her, dass das Freizeitbad GalaxSea in Jena der Öffentlichkeit übergeben wurde. Seit 2003 wurde das Bad mit seinem Schwimmbereich, zu dem ein 25-Meter-Becken ebenso gehört wie ein Lehrschwimmbecken, der Saunalandschaft und einem Wellnessbereich jährlich von durchschnittlich 244.000 bis 277.000 Besuchern frequentiert.

Im August des Jahres 2011 dann die Hiobsbotschaft - der Schwimmbereich musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Wie sich bei einer Überprüfung herausgestellt hatte, fehlten Schrauben und Unterlegscheiben in der Dachkonstruktion beziehungsweise wurden falsche Schrauben verwendet. Weitere Prüfungen der Dachkonstruktion erfolgten im Rahmen eines angeforderten Fachgutachtens und ergaben nun, dass an die 80 Prozent aller Schweißnähte der Dachkonstruktion ebenfalls mit Mängeln behaftet sind.

Diese Erkenntnis führt jetzt dazu, dass das Dach über dem Schwimm- und Lehrschwimmbecken komplett erneuert werden muss. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen werden sich voraussichtlich auf etwa 600.000 Euro belaufen.
Eine Fertigstellung der Maßnahme und die damit verbundene Wiedereröffnung der betroffenen Bereiche ist nicht vor dem Herbst dieses Jahres zu erwarten.
Lediglich der auch bisher geöffnet gebliebene Sauna- und Wellnessbereich bietet weiterhin seine Dienste an.

Nun wird hoffentlich ein immer wahrscheinlicher werdender Rechtsstreit zwischen der das GalaxSea betreibenden Bädergesellschaft und den Baufirmen und dem mit der Bauüberwachung beauftragten Dienstleister Klarheit erbringen müssen, wer die angefallenen Einnahmeausfälle, Gutachtergebühren und die Sanierungskosten aufzubringen hat. Vorerst werden zumindest die Sanierungskosten von den Stadtwerken Jena getragen.

Für die Richtigkeit der hier gemachten Angaben kann keine Garantie übernommen werden.

Eine Woche Winterferien lockt in den Schnee

Mittwoch, den 1. Februar 2012

In wenigen Tagen ist es wieder soweit - vom 06. bis zum 11. Februar haben die Schüler in Thüringen Gelegenheit, den in diesem Winter erst recht spät gefallenen Schnee für ihre Freizeitaktivitäten zu nutzen. Da die gegenwärtigen, meist zweistelligen Minusgrade auf kein nahendes Tauwetter schließen lassen, sollte der Ferientermin also gerade richtig liegen.

Was aber ist den Schülern in dieser kommenden Woche zu empfehlen?
Wer Kenntnisse in den Wintersportdisziplinen erlangen oder festigen und erweitern möchte, dem wäre ein Besuch in einer der Ski- und Snowboardschulen anzuraten. Sie bieten besonders in dieser Ferienwoche meist zusätzliche Kurse für Kinder und Jugendliche an und können unter anderem in Neuhaus am Rennweg, Masserberg, Steinach oder Tabarz genutzt werden.

Einen ganz besonderen Ferienspaß verspricht das in Cursdorf, Oberhof und in Siegmundsburg angebotene Snowtubing. Bei diesem können sich sowohl Jung als auch Alt auf aufgeblasenen Kunststoffreifen auf eine rasante Talfahrt begeben, wobei speziell in Siegburg vier eingebaute Steilkurven für ein extra Spektakel sorgen. Hier, wie auch in Neuhaus a.R. erleichtert ein Schlepplift den Weg zum jeweiligen Neustart.

Wer dagegen zu den ganz mutigen Wintersportlern zählen will, dem steht einer Teilnahme am Skispringen für Jedermann ab acht Jahre im Wintersportort Lauscha nichts im Weg.
In Gruppen zu sechs bis 15 Personen werden Kurse für einen oder zwei Tage angeboten. Diese beginnen entweder mit einigen Sprüngen mit Sicherung am Seil im benachbarten Steinach oder bei entsprechender Selbsteinschätzung direkt mit einem freien Sprung, der natürlich von einem ausgebildeten Trainer begleitet wird.
Zu bemerken bliebe für dieses Angebot jedoch, dass eine Teilnahme nicht ohne Kosten möglich ist.

Das Erleben eines besonderen Highlights des Winters verspricht der Besuch der Deutschen Meisterschaft im Schlittenhunderennen am 11. und 12. Februar in Frauenstein am Rennsteig. Neben dem Beobachten der über 1.000 Schlittenhunde und der Rennen selbst können an die Vierbeiner auch Streicheleinheiten vergeben werden. Kindern ab acht Jahre steht außerdem die Teilnahme an einem Kinderrennen offen.

Also dann frohe Ferien und allen Schülern sei geraten, nicht an dem täglich zu vernehmenden “Gejammere” der Älteren über die “große Kälte” teilzunehmen.