Monatsarchiv für Juli 2012

Motorengedröhn zwischen Bad Liebenstein und Ruhla

Montag, den 30. Juli 2012

Endlich war es wieder soweit, mit dem 17. Internationalen ADAC Glasbachrennen konnte am vergangenen Wochenende eine nach den gültigen Sicherheitsbestimmungen ausgebaute Rennstrecke für Bergrennen wieder zahlreiche Zuschauer zu attraktiven Rennverläufen begrüßen.
Während von 1974 bis zum Jahr 1990 unter der Schirmherrschaft des ADMV Bergrennen für verschiedenste Fahrzeugklassen auf dieser Strecke stattfanden, beendete das 15. Glasbachrennen im Jahr 1991 diese bisherige Rennserie. Ursache waren fehlende Sicherheitseinrichtungen und ein nicht mehr den Anforderungen entsprechender Straßenbelag.

2011 wurde ein erster Teil der Rennstrecke von 2,2 Kilometer Länge saniert und ausgebaut, so dass im September des gleichen Jahres das 16.Internationale ADAC Glasbachrennen durchgeführt werden konnte.
Bis Mitte dieses Jahres konnte dann die Strecke auf insgesamt 5,5 Kilometer Länge erweitert werden und bietet nun mit doppelten Schutzplanken, einem erneuerten Straßenbelag und dem entsprechenden, an die Streckenführung angepassten Sicherungssystem hervorragende Bedingungen für alle kommenden Rennen.

Vom Start zwischen Bad Liebenstein (Fotos und Urlaubsangebote) und Steinbach bis zum Ziel am Glasbachstein ist dabei auf einer sechs Meter breiten Strecke ein Höhenunterschied von 260 Metern zu überwinden. 35 im naturgegebenen Streckenverkauf zu bewältigende Kurven verlangen dabei von den Fahrern ein hohes Können.
Am 28. und 29. Juli dröhnten nun beim Training und den einzelnen Rennen wieder die Motoren der einzelnen Tourenwagen- und Rennwagenklassen. Trotz zeitweisen, den Ablauf der Veranstaltung behindernden Regens sorgte das Teilnehmerfeld für interessante Rennen, an denen vor allem auch die tschechischen Rennfahrer ihren Anteil hatten.
Sie nutzten die neue Strecke, um auf ihr einen Wertungslauf zur Tschechischen Bergmeisterschaft auszutragen.

Wer nicht an der Strecke weilen konnte aber trotzdem auf spektakuläre Bilder vom Rennverlauf nicht verzichten wollte, der konnte übrigens das Renngeschehen mittels eingesetzter Satellitentechnik als Livestreaming verfolgen.
So kann das 17. ADAC Glasbachrennen als voller Erfolg gewertet werden, der die berechtigte Hoffnung zulässt, dass die Bewerbung der Strecke um die Durchführung der Berg-Europameisterschaft in einem der kommenden Jahre für den vorläufigen Höhepunkt auf dieser schönen Strecke sorgen wird.

Drei Wochen lang standen die Signale auf Halt

Mittwoch, den 25. Juli 2012

In dem am westlichen Stadtrand von Gera liegenden Martinsgrund befindet sich neben dem Tierpark auch die mit ihm verbundene Parkeisenbahn. Als Pioniereisenbahn eröffnete sie 1975 ihren Fahrbetrieb, nachdem sie auf Initiative einer von Geraer Bürgern gebildeten Arbeitsgemeinschaft innerhalb nur einen Jahres entstanden war.
1990 erfolgte ihre Umbenennung in Parkeisenbahn. Ihre mit zahlreichen Kurven und drei Brücken interessant verlaufende Strecke führt auf etwa 800 Metern durch den landschaftlich schönen Martinsgrund. Die auf der Strecke verkehrenden kleinen Loks bewegen dabei offene sowie geschlossene Personenwagen der Spurweite 600.

Nachdem vor nicht allzu langer Zeit bereits eine beschädigte Brücke und der Getriebeschaden einer Lok zu Störungen und nicht geplanten Aufwendungen bei der Parkeisenbahn geführt hatten, traf es am 5. und 6. Juli diesen Jahres die Anlage der Bahn besonders schwer. Das an diesen Tagen über Gera nieder gehende Unwetter hinterließ neben ausgespülten Wegen ein teilweise unterspültes Gleisbett mit freiliegenden Schwellen sowie Schlamm und Äste auf den Gleisen.

An eine Weiterführung des Fahrbetriebs war nicht zu denken und so erfolgten in den zurückliegenden drei Wochen unter Regie des Fördervereins der Parkeisenbahn durch überwiegend freiwillige Helfer das Abtragen der Schlammschicht am oberen Bahnhof, der Austausch von Schotter unter den Gleisen und weitere Aufräumungs- und Säuberungsarbeiten. Dabei wurden Schäden in einer Höhe von etwa 12.000 Euro beseitigt.

Jetzt ist die Freude bei allen Hobbyeisenbahnern, von denen die jüngsten erst elf Jahre alt sind und natürlich auch bei den Fahrgästen groß, dass am kommenden Sonnabend, den 28. Juli der Betrieb auf der Strecke wieder aufgenommen werden kann.

Wäre vielleicht noch anzumerken, dass Ersatz für die verschlissenen Akkuzellen der Akku-Lok dringend benötigt wird und dafür eine Summe von 6.500 Euro aufgebracht werden muss. Spenden dafür nimmt der Geraer-Wald-Eisenbahn-Verein e.V. gern entgegen.

Städtereisen in Thüringen - speziell nach Eisenach

Montag, den 23. Juli 2012

Großstadtluft und Cityfeeling als Touristenmagnet: Städtereisen liegen voll im Trend! Dabei ist es gar nicht erforderlich, übers Wochenende nach Paris, Mailand oder London zu jetten, denn attraktive Ziele finden sich auch in deutschen Landen mehr als genug. Allein der Freistaat Thüringen ist in puncto Städtereisen ein wahres El Dorado. Kulturelle Metropole Thüringens ist zweifelsohne die Landeshauptstadt Erfurt, doch auch Weimar, Gotha und Eisenach sowie Gera, Meiningen, Sonneberg und Altenburg zählen zu den Perlen des thüringischen Landes. Von Apolda bis Zeulenroda: Thüringen bietet städtische Reiseziele von A bis Z! Zwar klein an Fläche, besticht das Bundesland im Herzen Deutschlands dabei mit einer einmaligen Mischung aus Landschaft und Geschichte. So kann man Kulturstätten von internationalem Format im Rahmen von Städtereisen nach Thüringen entdecken! Ob Goethe und Schiller im klassischen Weimar, Bauhaus in Dessau oder die Wartburg bei Eisenach - hier findet der Besucher kulturhistorische Schätze vor, die weltweit ihresgleichen suchen.

Städtereisen nach Eisenach
Die Landschaft um das thüringische Eisenach herum ist nicht nur herrlich, sie ist sogar „überherrlich“ - so zumindest schwärmte 1777 der deutsche Dichter, Denker und Genießer Goethe. Was ihn einst so begeisterte, lässt sich auch heute noch erleben. Wichtigster und schönster kulturhistorischer Schatz ist dabei zweifelsohne die Wartburg. 1999 zum UNESCO-Welterbe erklärt, war die Wartburg nicht nur wehrhafte Feste und prachtvolle Residenz, sondern mehr als einmal auch Schauplatz der Geschichte. Leben und Wirken der Heiligen Elisabeth, Luthers Übersetzungsarbeit am Neuen Testament, das Burschenschaftsfest von 1817 oder der sagenhafte „Sängerkrieg auf der Wartburg“ - in Wagners Tannhäuser opulent besungen, auf der Wartburg wird Kulturgeschichte lebendig erzählt!

Noch mehr Kultur für findet sich im Eisenacher Bachhaus. Als „klingendes Museum“ dem berühmten Sohn der Stadt gewidmet, zeigt das Bachhaus die weltweit größte Ausstellung zu Leben und Werk Johann Sebastian Bachs. Weitere sehenswerte Highlights finden sich im Lutherhaus, dem wohl ältesten und schönsten Fachwerkhaus Eisenachs, und im Reuter- und Wagner-Museum am Fuße der Wartburg. Ebenfalls sehenswert und von einzigartigem Charme sind die Eisenacher Gründerzeitvillen, die zwischen 1862 und 1914 entstanden, und eines der größten Jugendstil-Viertel Europas bildeten.

Doch auch kulinarisch hat Eisenach einiges zu bieten. Thüringer Klöße oder Thüringer Rostbratwurst: Von der regional geprägten Küche bis hin zu internationalen Spezialitäten bleiben in der hiesigen Gastronomie keine Wünsche offen. Beschauliche Cafés, Biergärten, gemütliche Lokale sowie gehobene Restaurants bieten Köstlichkeiten für jeden Geschmack - und das nicht nur in Eisenach, sondern in ganz Thüringen.

Kunst, Kultur und Kulinarik - umrahmt von einer der schönsten Landschaften Deutschlands - Thüringen ist mehr als eine (Städte)Reise wert!

Die Schulferien stehen vor der Tür

Dienstag, den 17. Juli 2012

Wie auch in den benachbarten Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt beginnen am 23. Juli in Thüringen die “Großen Ferien”, in denen sich viele Kinder einen gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern erhoffen und bei dem sie dann auch mehr als im Alltagsleben Aufmerksamkeit und Beachtung finden.
Dazu gehört natürlich auch, sich von vornherein auf die Wünsche, Vorlieben und Hobbys der Kinder einzustellen und diese nach Möglichkeit geschickt in die Urlaubsplanung einzubinden.
Welche konkreten Möglichkeiten sich dafür anbieten, ist heutzutage leicht durch einige Klicks im Internet zu erfahren und sollen hier einmal kurz betrachtet werden.

Erlebnisreich und abenteuerlich verspricht ein Bauernhofurlaub oder Landurlaub zu werden. Der tägliche Umgang mit verschiedensten Tieren, die Hilfe bei deren Fütterung und die tatkräftige Unterstützung beim Ausmisten des Stalls stellen für viele Kinder ein spannendes Ferienerlebnis dar. Ganz zu schweigen von einer Fahrt auf dem Traktor oder der aktiven Hilfe beim Melken der Kühe. Wenn dann noch Obst oder Gemüse frisch vom Baum oder dem Beet geerntet werden und anschließend sogar verspeist werden darf fehlt zur Erfüllung des Wunsches für traumhafte Ferientage oft nur noch ein Lagerfeuer am späten Abend im Kreis der Familie und vielleicht auch der Gastgeber.

Eine besondere Rolle spielen dabei die Thüringer Kinderhöfe, die nach festgelegten Qualitätsstandards ein spezielles, auf kleine Feriengäste zugeschnittenes Angebot bereithalten.
Sie bieten Frei- und Spielflächen im Innen- und Außenbereich, halten Spielsachen und Kinderbücher vor, verfügen über kindgerechtes Mobilar und bieten den Eltern die Möglichkeit, schnell einmal die verschmutzte Hose des Sprösslings zu waschen.
Oft gehören dann noch Landausflüge mit Überraschungen für Groß und Klein oder ein Reitausflug auf dem Pony zum Ferienprogramm.

Damit wären wir schon bei der Kategorie der Reiterferien für Kinder, die in Thüringen ebenfalls sowohl gemeinsam mit den Eltern als auch - speziell für größere Kinder - in Gruppen angeboten werden. Hierbei stehen die Pferde im Mittelpunkt des Geschehens, bestimmen den Tagesablauf und sind gutmütige Begleiter auf den Weg zu Abenteuer, Spiel und gemeinsamen Erlebnissen.

Selbstverständlich hat gerade Thüringen darüber hinaus auch Ferienwohnungen oder Ferienhäuser in zahlreichen schönen Urlaubsorten, die einiges für Kinder und Familien zu bieten haben. Sei es in der Nähe von Erlebnisbädern oder eines Kletterwaldes, mit Möglichkeiten zum Wandern auf Erlebnis- oder Spielpfaden oder zum Besuch von Märchen-, Miniatur- oder Zwergenparks.
Fragen Sie doch einfach Ihre Kinder - sie werden Ihnen bestimmt ihre Wünsche offenbaren!

Drei der bekanntesten romanischen Klosterkirchen in Thüringen

Freitag, den 13. Juli 2012

Als Bewunderer alter kirchlicher Bauwerke hatte ich in den zurückliegenden Monaten die Gelegenheit, drei, teilweise nur noch als Ruine vorhandene romanische Klosterkirchen im Freistaat Thüringen zu besuchen.

Im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist die Ruine der bereits um das Jahr 1000 entstandenen Klosterkirche in Göllingen. In dieser, im Kyffhäuserkreis gelegenen Gemeinde existierte bereits vor mehr als tausend Jahren ein Kloster, das der Abtei Hersfeld zuzuordnen ist.
Dessen Kirche wurde im 13. Jahrhundert umgebaut, wobei sie ihre heutige Erscheinungsform erhielt.
Leider wurde die Klosterkirche nach 1945 zweckentfremdet genutzt, wodurch es zu einem schnellen Verfall der Anlage kam. Dieser wurde erst nach der Überführung in die bereits erwähnte Stiftung gestoppt.
Heute zeigt sich die Ruine der Klosterkirche Göllingen mit einer bemerkenswerten Außenansicht, die von dem erhalten gebliebenen Westturm, Teilen der Südfront der Klosterkirche, Teilen des Palais sowie der Krypta geprägt wird.
Das in einem guten sanierten Zustand befindliche geschichtsträchtige Kleinod kann jederzeit besichtigt werden.

Als eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke auf deutschem Boden gilt die Ruine der Kirche des Klosters Paulinzella. Gelegen westlich von Bad Blankenburg, erfolgte die Weihe der Kirche im Jahr 1124. Das die Kirche umgebende ehemalige Benediktinerkloster hatte bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts einen großen Einfluss auf die umliegenden Gemeinden und deren Bewohner.
Nach der Aufhebung des Klosterbetriebs im Ergebnis der Reformation setzte ein rascher Verfall der Klosteranlage ein, der zumindest in einigen Bereichen durch Erneuerungsarbeiten gegen Ende des 17. Jahrhunderts eingedämmt werden konnte.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzten dann gezielte Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an der Ruine der Klosterkirche ein, deren Bedeutung als erhaltenswertes Baudenkmal bereits damals erkannt wurde.
Heute werden die Relikte des Klosters Paulinzella von zahlreichen interessierten Touristen besucht.

Ganz persönlich stark beeindruckt hat mich die romanische Klosterkirche im Ortsteil Thalbürgel der Töpferstadt Bürgel. Die Bausubstanz der heutigen Kirche besteht aus den Resten der ehemals prächtigen Basilika des Klosters Bürgel, die mit zwei wertvollen Portalen ausgestattet war.
Keine Geringeren als Philipp Melanchthon und später Johann Wolfgang von Goethe setzten sich später für den zumindest teilweisen Erhalt und die Sanierung des einstigen Mittelschiffs der Basilika als nutzbare Kirche ein.
Heute finden in ihr neben Gottesdiensten auch Kunstausstellungen sowie die Konzerte des Thalbürgeler Konzertsommers statt.