Monatsarchiv für August 2012

Der aktuelle Deutsche Meister kommt aus Springstille

Donnerstag, den 30. August 2012
Bevor ich auf den - noch anonymen - Deutschen Meister zu sprechen komme, erst ein paar Bemerkungen über Springstille. Der kleine Ort zwischen Schmalkalden und Steinbach-Hallenberg hat einige mehr als 500 Einwohner, hat einen rührigen Karnevalsverein, eine aktive Freiwillige Feuerwehr und immerhin zwei um Punkte kämpfende Männermannschaften im allerdings nicht bezahlten Fußball.
Spricht man am Stammtisch der Gaststätte “Zur Guten Quelle” über berühmte Söhne des Ortes, so ging es bis vor kurzem vorrangig um den Ehrenbürger von Springstille, den Olympiasieger und Weltmeister im Biathlon, Frank Luck.
Dies könnte sich nun allerdings bald ändern, denn seit knapp zwei Monaten kann der Ort voller Stolz einen weiteren Deutschen Meister vorweisen. Dabei handelt es sich mit Jens Nattermann um den Chef des Holzrückunternehmens in Springstille, dem es gelang, in einer Premiere-Disziplin den ersten Titel eines Deutschen Meisters im Holzrücken zu erlangen.
Dieser große Wurf gelangen ihm und seinen Kaltblüter Hans im baden-württembergischen Bopfingen, wo diese ersten Deutschen Meisterschaften mit 18 Teilnehmern Mitte Juni stattfanden.
Dabei ist der über 40-Jährige kein Neuling in diesem Metier. Als einst jüngster Holzrücker, dessen Großvater und Vater ebenfalls schon Pferde besaßen, begann er seine Karriere in der DDR in einem Beruf, der heute fast vom Aussterben bedroht ist. Nach der Wende führte der ihn dann in die Selbständigkeit, in der er nun schon seit etwa 20 Jahren diese Knochenarbeit - wie er selbst sagt - ausübt.
Als zweifacher Thüringen-Meister und Vizemeister Mitteldeutschlands gelang ihm nun der bisher größte Wurf, an dessen Erfüllung sicher auch der in die Schwäbische Alp mitgereiste Fan-Bus aus Springstille mit 43 Insassen seinen kleinen Anteil hatte.
Am kommenden 2. September wartet mit der Thüringen Meisterschaft im Holzrücken 2012 in Camburg ein weiterer saisonaler Höhepunkt auf Jens Nattermann. Dann heißt es wieder, sein gehorsames Pferd mit viel Geschick durch einen Parcour mit vorgegebenen Hindernissen zu dirigieren und diesen mit einem bis zu acht Meter langen Baumstamm im Schlepp in kürzester Zeit und möglichst ohne Fehler zu bewältigen.
Auch dieser Wettkampf wird vor hoffentlich vielen Zuschauern diesen Beruf in der Öffentlichkeit wieder etwas interessanter machen.

Tipps für einen Wochenendausflug

Freitag, den 17. August 2012

Herrliches warmes Sommerwetter steht laut Prognose der kompetenten Wetterfrösche vor der Tür. Kinder und Jugendliche genießen noch ihre Sommerferien und Mitte des Monats sind bei den Erwachsenen sicher noch einige unverplante Euro in der Tasche, mit deren Hilfe sich ein angenehmes und erlebnisreiches Wochenende gestalten ließe.
Also dann, auf zum…

Funkenburgfest in Westgreußen
Bereits zum 19. Mal findet in der Nähe von Greußen das Funkenburgfest statt. Am 18. und 19. August sind auf der rekonstruierten germanischen Wehranlage wieder Germanen in zeitgemäßer Gewandung anzutreffen, können alte Handwerkstechniken bestaunt werden, können sich Papa beim Bogenschießen und sein Sohn beim Ponyreiten erproben und steht allen Familienmitgliedern eine Kelle Suppe aus dem Kessel oder ein leckeres Brötchen aus dem Lehmbackofen als erquickliche Mahlzeit zur Verfügung.

Bartholomäusmarkt in Wiehe
In der Stadt der weltweit größten Modellbahn-Ganzjahresschau beginnt das Volksfest bereits am Freitagabend mit einem Tänzchen im Stadtpark. An den zwei Tagen des Wochenendes kann man Kaninchen bewundern und sicher auch einmal streicheln, den Rummel oder das Mittelalterlager am Schloss besuchen und wer es sich zutraut, bei einem Hubschrauberrundflug das ganze Treiben von oben betrachten.
Sportlicher Ehrgeiz aber sicher auch eine Menge Spaß sind dagegen beim Triathlonwettkampf im Bad zu erleben.

Musik- und Filmspektakel in Bad Langensalza
Das Burgtheater Bad Langensalza präsentiert unter dem Motto “Cultura Britania” bereits am 17. und auch am 18. August eine Open-Air-Veranstaltung im historischen Kreuzgang des Stadtmuseums. Dabei wird sich original dargebotener Irish Folk mit Filmvorführungen vermischen, wobei es einen speziellen Kinoabend für Kinder und Familien geben wird.

Schlossparkfest in Gehren
Im östlich von Ilmenau gelegenen Gehren wird die Schlossruine zum Mittelpunkt des Schlossparkfestes, das mit einer Rockparty am Freitag Abend beginnt. An den folgenden zwei Tagen sorgen ein buntes Markttreiben, Guggenmusik und Festzeltstimmung für abwechslungsreiche Unterhaltung, zu der sicher auch das Seifenkistenrennen beitragen wird.

Vogelschießen in Rudolstadt
Der Hinweis auf Thüringens größtes, nunmehr 290 Jahre alte Volksfest soll meine kleine Auswahl von Vorschlägen für die Gestaltung eines erlebnisreichen Wochenendes beenden.
Die Bleichwiese in Rudolstadt ist für ihren von rasanten Fahrgeschäften, Vergnügungsstätten und weiteren Attraktionen gesäumten Rundweg bis über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt. Mit dem als Weltneuheit angekündigten Fahrgeschäft “Artistico” werden die mutigsten Besucher die Möglichkeit bekommen, das Volksfest aus 46 Meter Höhe zu betrachten und dabei das Kribbeln in der Magengegend vielleicht vergessen.

Schon einmal mit der Rennsteigbahn gefahren

Mittwoch, den 8. August 2012

Zwischen Ilmenau und Schleusingen führt eine traditionsreiche Bahnstrecke über den Kamm des Thüringer Waldes. Dank der Initiativen der 1999 gegründeten Rennsteigbahn GmbH & Co.KG und des einige Jahre später daraus hervorgegangenen Eisenbahnverkehrsunternehmens verkehren auf dieser Strecke heute noch zu bestimmten Anlässen die von einer Dampflok oder Dieselloks gezogenen Züge der Rennsteigbahn.

Entstanden ist diese Bahnstrecke aus der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ergebenden Notwendigkeit, der in dieser Region entstandenen Glasindustrie zumutbare Transportverbindungen zu schaffen. So entstand im Jahr 1904 eine Strecke der preußischen Staatsbahn, die das bereits per Schiene mit Erfurt und Arnstadt verbundene Ilmenau und das über einen Bahnanschluss nach Themar verfügende Schleusingen verband. Der dabei zu überwindende Höhenunterschied von insgesamt 330 Meter erforderte auf einigen Streckenabschnitten einen Zahnradbetrieb, der bis ins Jahr 1927 Bestand hatte.
Betroffen davon waren der Streckenabschnitt zwischen Stützerbach und dem Bahnhof Rennsteig, der mit 747 Meter der höchstgelegene Bahnhof dieser Strecke ist. Von hier aus ergibt sich übrigens ein schöner Ausblick auf den bergauf und bergab führenden, recht kurvenreichen Streckenverlauf. Die Zahnstangenstrecke führte von dort weiter bis zur Bedarfshaltestelle an der Thomasmühle. Eine letzte kurze Steilstrecke befindet sich danach kurz vor dem zweiten Endpunkt der Strecke bei Schleusingen.

Der Bahnhof Rennsteig mit seinem historischen Güterboden sieht heute zwar nur noch wenige Züge, dafür jedoch umso mehr Wanderer und Besucher, die im historischen Ambiente sich hier mit lokalen Speisen, Getränken und hausbackenen Kuchen verwöhnen lassen.
Wie beispielsweise mit dem Sommernachtsball am zurückliegenden Sonnabend, den 4. August, finden hier aber auch gut und gern besuchte Veranstaltungen statt.
So befindet sich bereits ein für den 3. Oktober am Bahnhof Rennsteig geplantes Herbstfest in der Vorbereitungsphase, zu dem auch Sonderfahrten mit historischen Zügen der Rennsteigbahn stattfinden werden.
Eine Gourmetfahrt in des nordbayerische Fladungen am 28.10. sowie eine Nikolausfahrt von Ilmenau zum Bahnhof Rennsteig für die Jüngsten am 2.12. sind die danach nächsten geplanten Veranstaltungen unter Regie der Rennsteigbahn GmbH.

Einen ganz besonderen Höhepunkt gab es übrigens am 30.Juni/01.Juli dieses Jahres, als ein Sonderzug der Rennsteigbahn mit historischen Wagen 180 Fahrgäste zu den Störtebeckerfestspielen auf die Insel Rügen und zurück beförderte. Für das leibliche Wohl sorgte dabei die Besatzung eines MITROPA-Speisewagens, der aus den 1930er Jahren stammte.