Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘

Eine kleine Stippvisite durch weniger bekannte thüringer Museen

Donnerstag, den 23. Mai 2013

Während einige der „Großen” wie beispielsweise das Optische Museum in Jena, das Goethe-Nationalmuseum in Weimar oder das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg weit über die Grenzen Thüringens hinaus Bekanntheit erlangt haben, ist einer Reihe von ihnen ein eher bescheidenes Dasein beschieden. Dass dies jedoch nicht gleichzusetzen ist mit weniger interessanten Themen oder Inhalten, denen sie sich widmen, soll die Schilderung des kleinen Streifzugs durch fünf kleine und wohl eher weniger bekannte Museen Thüringens belegen.

Da soll zunächst das Deutsche Geflügelmuseum im westlich von Zella-Mehlis liegenden Ort Viernau ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Seit 1995 hat hat der Geflügelzüchter aus Leidenschaft, Herr Schneider, in elf Räumen seines Privathauses an die 15.000 Raritäten zusammengetragen und ausgestellt, die sich sowohl der Geflügelzucht in vergangenen Zeiten als auch der Gegenwart widmen. So erhält der Besucher des täglich geöffneten Museums anhand von Bildern, Zeichnungen Skulpturen, Urkunden und Medaillen einen aufschlussreichen Einblick in die Artenvielfalt des Rassegeflügels und in das meist mit großer Leidenschaft betriebene Hobby der Geflügelzucht. Raritäten aus alten Sammlungen und Antiquitätenläden sowie einige Spezialanfertigungen ergänzen dies und sorgen dafür, dass ein Besuch im Geflügelmuseum keinesfalls langweilig oder eintönig verläuft.

Im nordostthüringischen Altenburg haben gleich zwei museale Einrichtungen mein Interesse geweckt. Zum einen das Flughafen-Museum in Altenburg-Nobitz. Es gibt im Rahmen eines Rundgangs durch ein Museumsgebäude unter anderem Auskunft über die Geschichte dieses Flugplatzes, bietet eine Ausstellung zu Flugzeugantrieben, präsentiert verschiedene Großmodelle von Flugzeugen und beschäftigt sich mit den Besonderheiten des Segelflugs.
Auf dem Freigelände sind mehrere Kampfflugzeuge, ein Polizeihubschrauber, ein Agrarflugzeug und als eine Art Höhepunkt ein Langstrecken-Seeaufklärer der deutschen Marine zu betrachten.

Neugierig hat mich aber auch der historische Friseursalon in der Pauritzer Straße Altenburgs gemacht. Sein gesamtes Inventar, vom Frisierstuhl bis zum Spiegel, von der Haarschneidemaschine bis zum Heißwellengerät stammt aus den 1920er Jahren. Mit besonderem Stolz wird auf das durchgeführte Fotoshooting der Zeitschrift Playboy in diesem Salon verwiesen, von dem Aufnahmen in der Aprilausgabe des Jahres 2010 zu sehen waren.

Die Hinweise auf zwei besonders kleine Museen sollen meinen Beitrag beschließen. Sie gelten einmal der Museumsbrauerei Schmitt in dem südlich Stadtilms gelegenen Ort Singen. Als kleinste Brauerei Thüringens wird in ihr bis heute gebraut, wobei die zum Einsatz gebrachte Technik nach fast 100 Jahre immer noch voll funktionsfähig ist. Bei schönem Wetter lädt ihr idyllisch gelegener Biergarten zum Verweilen nach einem Museumsrundgang ein.
Schließlich soll noch die Zschachenmühle in Wurzbach Erwähnung finden. Hier, im Tal der Sormitz sind skurrile und originelle Skulpturen aus Schrott ebenso zu betrachten wie eine Sammlung seltener Mineralien und Gesteine.

Freizeitpark am Stausee Hohenfelden lädt wieder ein

Montag, den 20. Mai 2013

Jetzt, wo die Sonne uns wieder wärmere Tage beschert und das mitteleuropäische Klima ein zumindest erträgliches Wetter erwarten lässt, wird der Freizeitpark am Stausee Hohenfelden wieder zu einem beliebten Aufenthaltsort für Urlauber aller Kategorien.
Ganz gleich ob für Tagesurlauber, ob während eines Urlaubs im Wohnmobil, Zelt oder einem der hübschen Ferienhäuser oder auch als Jahrescamper auf einem der annähernd 350 Stellplätze für Jahrescamper - rund um den Stausee Hohenfelden bieten sich beste Bedingungen für einen individuell gestaltbaren, abwechslungsreichen und erholsamen Aufenthalt.

Im Strandbad mit einem Sandstrand und einer Riesen-Wasserrutsche herrscht nun wieder reger Badebetrieb, der auch FKK-Anhängern auf einem eigenen Strandabschnitt viel Freude bereiten sollte und rund um den See kommen Wanderer, Radfahrer und Anhänger von Nordic Walking beim Erkunden der schönen Landschaft zwischen Bad Berka und Stadtilm sicher voll auf ihre Kosten.
Bootsfahrten und Segeln auf dem und Angeln an dem Stausee ermöglichen idealen Freizeitsport, während der Familienkletterwald zu Mutproben vom Spaß-Parcours bis hin zum Risiko-Parcours in 15 Meter Höhe einlädt.

Wenn aber das Wetter einen Aufenthalt im Freien nur mit größeren Einschränkungen zulässt, dann steht mit der benachbarten Avenida-Therme ein wunderbarer Ort zur Verfügung, der von der Saunawelt über ein Erlebnisbad mit Innen- und Außentherme bis hin zu einem originalgetreu gestalteten mallorquinischen Urlaubsdorf das schlechte Wetter schnell vergessen lässt.
Im Restaurant See-Terrassen wird völlig unabhängig von jeder Wetterlage an jedem Tag eine gutbürgerliche Küche angeboten und die fast jeden Monat in ihm stattfindenden Tanzpartys erfreuen sich meist großen Zuspruchs.

Wem jedoch der Aufenthalt im Freizeitpark Hohenfelden dann immer noch zu wenig Abwechslung bieten sollte, dem kann ein Besuch im Freilichtmuseum Hohenfelden oder auch in den benachbarten Städten Erfurt oder Weimar wärmstens empfohlen werden.

Der Chinesische Garten in Weißensee

Montag, den 13. Mai 2013

Eine in Europa wohl einmalige Gartenanlage wurde mit dem „Garten des ewigen Glücks” im Herbst des Jahres 2011 unter Beisein des chinesischen Botschafters in der Kleinstadt Weißensee im Landkreis Sömmerda eröffnet.
Nur eineinhalb Jahre danach, am diesjährigen Pfingstfest, begeht die Stadt ihr 800-jähriges Stadtrecht, das am Pfingstsamstag mit einem Festumzug beginnt und mit einem mittelalterlichen Burgfest auf der Runneburg bis zum Pfingstmontag fortgesetzt wird.
An diesen Tagen wird neben der Burg Weißensee selbstverständlich auch ihre historische Altstadt in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. An deren nördlichem Rand, entlang der Johannismauer wird aus diesem Anlass auch der Chinesische Garten viele Besucher in seinen Bann ziehen.

Die wohl größte Besonderheit dieser Gartenanlage besteht darin, dass in ihm weniger die Pflanzen im Mittelpunkt stehen, sondern als Gestaltungsmerkmale vor allem Gebäude der Kleinarchitektur und Felsgebilde zum Einsatz kommen.
Rund um den als Mittelpunkt des Gartens gewählten „Teich der vier Jahreszeiten” führt ein kleines fließendes Gewässer die Besucher auf einer Art Zick-Zack-Kurs durch den Garten und lässt sie dabei den in traditioneller Manufakturarbeit entstandenen Teepavillon sowie den Hochzeitspavillon erleben. In Verbindung mit kleineren Pagoden, Laubengängen und einem Pavillon der Freude entstand so eine Gartenlandschaft, die mit ihren sie verbindenden schmückenden Elementen Steine, Wege und Pflanzen dem Gestaltungsziel chinesischer Gärten sehr nahe kommt.
Dieses fordert die Harmonie der sogenannten „sieben Dinge”, die Erde, Himmel, Steine, Wasser, Gebäude, Wege und Pflanzen umfassen und als achtes Element dem erlebenden Menschen genügend Raum zum Sammeln seiner Eindrücke lassen.

Der mit der freundlichen Unterstützung chinesischer Fachkräfte entstandene Chinesische Garten Weißensee hat nicht ganz unbeabsichtigt zur Beseitigung eines innerstädtischen Schandflecks beigetragen, der vor Jahren noch auf diesem reichlich einen Hektar großen Gelände anzutreffen war.
An den bevorstehenden Pfingsttagen wird der Garten als ruhiger Ort die entsprechende Alternative zu den auf der Burg ausgetragenen Ritterturnieren und dem lautstarken Treiben von mittelalterlichen Handwerkern und Spielleuten bieten.

Naherholungsgebiet statt Pferderennbahn

Freitag, den 19. April 2013

Traditionsreich ist sie schon, die Galopprennbahn Gotha-Boxberg am südwestlichen Rand der Stadt. Auf einem Gelände, das Mitte des 19. Jahrhunderts als Exerzierplatz diente, wurde auf Initiative des Pferdeliebhabers Herzog Ernst II. ab 1878 eine Rennbahn für Flach- und Hindernisrennen erbaut. Bereits im gleichen Jahr, in dem sich auch der Mitteldeutsche Rennverein gründete, fand das erste Pferderennen statt.
In jenen Jahren entstanden neben anderen Gebäuden auch die prachtvolle Holztribüne und das Totalisatorgebäude im spätviktorianischen Stil, die bis in die Gegenwart Bestand haben.

Nach Abschluss der Bauarbeiten befand sich auf dem rund 60 Hektar großen Gelände eine 2.900 Meter lange Flachrennbahn, die auch für Hindernisrennen ausgelegt war und die als Rennbahn des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha eine der längsten aber auch schönsten in Deutschland galt.
Mit Ausnahme der Jahre während der beiden Weltkriege und einiger danach fand hier ein reger Rennbetrieb statt, aus dem die jährlich ausgetragene „Gothaer Rennwoche” herausragte. Vielen Bewohnern der DDR wird das Gestüt Boxberg noch in Erinnerung sein, das hier im Jahr 1961 entstand und die Rennbahn bis zur Wende für Amateurrennen nutzte. 1972 wurde die „Gothaer Rennwoche” abgeschafft.
Auch nach der Wende konnte unter unterschiedlichen Betreibern beziehungsweise Besitzern der Rennbetrieb fortgeführt werden, kam aber nun seit 2012 - vielleicht und hoffentlich nur vorläufig - zum Erliegen.

So wird gegenwärtig, wie auch teilweise schon zuvor, die Pferderennbahn Boxberg nur noch als Naherholungsgebiet genutzt. Dabei kommt der Naturbahn zugute, dass man von hier aus eine traumhafte Aussicht auf Gotha und Schloss Friedenstein sowie auf das Panorama des Thüringer Waldes hat. Um als „Ersatz” für Pferderennen mit anderen Veranstaltungen Besucher auf das Gelände zu locken, finden in diesem Jahr unter anderen Internationale Deutsche Meisterschaften der Kavallerie, ein Thüringer Fohlenchampionat und ein Familientag rund um das Thema Pferd statt.
Da sich an der Rennbahn in Gotha eine Haltestelle der Thüringerwaldbahn befindet und eine Autobahnabfahrt sozusagen vor der Tür platziert ist, dürfte einem Besuch der Anlage eigentlich nichts im Wege stehen.

MDR THÜRINGEN rief wieder zum Osterspaziergang

Mittwoch, den 10. April 2013

Nachdem das Wetter sich nun doch in Richtung Frühling zu entwickeln scheint, war bei dem am Ostersonntag vom MDR THÜRINGEN organisierten Osterspaziergang eine eher winterliche Bekleidung an den circa 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu erkennen. Doch sie alle hatten sich von den kalten Temperaturen und dem Schnee am Wegesrand nicht abhalten lassen und waren zwischen 9.00 und 12.00 Uhr zum Start am österlichen Festgelände „Am Haad”, einem Wohnmobilstellplatz am Stadtrand von Bad Salzungen erschienen.

Den Teilnehmern standen drei verschiedene Wanderstrecken zur Auswahl.
Die mit fünf Kilometer kürzeste Route war barrierefrei gehalten und ermöglichte Rollstuhl- und Kinderwagenfahrern eine ungehinderte Teilnahme. Die Streckenführung berührte den Puschkinpark, das Gradiewerk, die Altstadt Bad Salzungens und den idyllisch gelegenen Burgsee.

Eine rot gekennzeichnete Strecke führte über zehn Kilometer zunächst bergauf zur künstlichen Ruine der Burg Frankenstein, wo die Aufstiegsstrapazen mit einer deftigen Mahlzeit belohnt werden konnten. Der weitere Weg führte die Teilnehmer auch auf dieser Strecke zum Gradierwerk, durch die Innenstadt und am Burgsee vorüber wieder zurück zum Ausgangsort.

Wer die blau markierte Streckenführung gewählt hatte, dem standen immerhin runde 19 Kilometer Fußmarsch bevor. Sie konnten bei ihrer mehrstündigen Tour im Ortsteil Möhra der Gemeinde Moorgrund sowohl die an den Reformator Martin Luther erinnernden Stätten besuchen oder sich an einem auf dem Wethaplatz aufgeführten Theaterstück erfreuen und sich bei Speise und Trank entsprechend kräftigen. Weiter führte ihr Weg durch den Moorgrund, zur ehemaligen Burg Frankenstein und schließlich auf dem Premiumwanderweg zurück zum Festplatz in Bad Salzungen.

Da alle Teilnehmer des Osterspazierganges eine Startkarte erhalten hatten, durften alle, die das Ziel erreicht hatten, danach noch auf eines der 50 Osterpakete hoffen, die anhand ihrer Startnummern ausgelost und übergeben wurden.
Während im Festzelt stimmungsvoll musiziert wurde und die Mitglieder der Bad Salzunger Karnevalsvereine Ausschnitte aus ihren Programmen darboten, wurde der Hauptgewinn verkündet, der seinem glücklichen Empfänger eine Wanderreise auf die Kanarische Insel La Gomera bescherte.

Schließlich wurde mit Bad Sulza der Veranstaltungsort des Osterspaziergangs 2014 verkündet. Dabei hofft man auf mindestens ebenso viele Teilnehmer wie in diesem Jahr und auf einige Plusgrade mehr.