Die Entvölkerung ostdeutscher Bundesländer macht auch vor Thüringen nicht halt
Donnerstag, den 1. März 2012Zwei Meldungen vom 28.02., die auf der Webseite “Insuedthueringen.de” unter anderem hier nachzulesen sind, scheinen irgendwie miteinander verflochten, obwohl sie ganz unterschiedlichen Quelle entspringen.
Da ist zum einen das Gutachten mehrerer Wirtschaftsforschungsinstitute mit der bemerkenswerten Aussage, dass die neuen Länder wahrscheinlich niemals das Produktionsniveau der alten Bundesländer erreichen werden. Zum anderen ein Bericht des Landesamtes für Statistik zur Bevölkerungsvorausberechnung in Thüringen bis zum Jahr 2020.
Obwohl jährlich Milliarden Euro in den Osten transferiert wurden und werden ist festzustellen, dass die Entwicklung in den neuen Bundesländern nun schon seit Jahren irgendwie fast stagniert. Das liegt wohl mit daran, dass das transferierte Geld zwar die Infrastruktur verbessern half und hilft, wobei da manch unsinniges Projekt mit finanziert wurde, die ihre Hauptsitze in Westdeutschland behaltenden größeren Unternehmen jedoch die neuen Bundesländer in der Regel als günstig gelegene Billiglohnländer betrachten. Ein Blick in die geltenden Tarifverträge sagt hierzu alles.
Die im Osten für einen niedrigen Arbeitslohn genau so fleißig arbeitenden Menschen wie ihre “Brüder und Schwestern” im Westen können dabei natürlich auch billigere Produkte erzeugen, die damit schön das Produktionsniveau niedrig halten können. Und damit hat die Politik ihre Begründung zur Hand, warum die Löhne im Osten nicht höher sein können und dürfen.
Da aber nun die Menschen in den neuen Bundesländern nicht ganz so doof sind, wie mancher denkt, machen die, die es irgendwie können, das einzig Richtige und lassen ihre ursprüngliche Heimat im Stich und verlegen ihren Wohnsitz nach dort, wo ihre gleiche Arbeit um 20 bis 30 Prozent besser entlohnt und damit auch gewürdigt wird.
So bleiben eben nur die Rentner hier, die mit ihren Ost-Renten wenigstens die Kreuzfahrtschiffe füllen (oder??), und von der arbeitenden Bevölkerung wenigstens die, die zum Wohle ihrer Freunde, Angehörigen und Arbeitgeber auf die ihnen eigentlich zustehende Entlohnung verzichten und trotzdem brave Bundesbürger bleiben.
So ergibt sich dann auch die Prognose für den Freistaat Thüringen, dass seine Einwohnerzahl bis zum Jahr 2020 um weitere knapp 10 Prozent schrumpfen wird, und dabei die Entvölkerung strukturschwacher Gebiete besonders fortschreitet. Dabei wird die Zahl der Erwerbstätigen sogar um rund 15 Prozent zurück gehen aber wenigstens erhöht sich die Zahl der Rentner, Pflegebedürftigen und alleinstehenden Frauen.
Und für die kann doch schließlich die Ostförderung eingestellt werden - spätestens ab 2020, wo dann endlich die Bedingungen dafür geschaffen sind.

