Archiv der Kategorie ‘Sport‘

Naherholungsgebiet statt Pferderennbahn

Freitag, den 19. April 2013

Traditionsreich ist sie schon, die Galopprennbahn Gotha-Boxberg am südwestlichen Rand der Stadt. Auf einem Gelände, das Mitte des 19. Jahrhunderts als Exerzierplatz diente, wurde auf Initiative des Pferdeliebhabers Herzog Ernst II. ab 1878 eine Rennbahn für Flach- und Hindernisrennen erbaut. Bereits im gleichen Jahr, in dem sich auch der Mitteldeutsche Rennverein gründete, fand das erste Pferderennen statt.
In jenen Jahren entstanden neben anderen Gebäuden auch die prachtvolle Holztribüne und das Totalisatorgebäude im spätviktorianischen Stil, die bis in die Gegenwart Bestand haben.

Nach Abschluss der Bauarbeiten befand sich auf dem rund 60 Hektar großen Gelände eine 2.900 Meter lange Flachrennbahn, die auch für Hindernisrennen ausgelegt war und die als Rennbahn des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha eine der längsten aber auch schönsten in Deutschland galt.
Mit Ausnahme der Jahre während der beiden Weltkriege und einiger danach fand hier ein reger Rennbetrieb statt, aus dem die jährlich ausgetragene „Gothaer Rennwoche” herausragte. Vielen Bewohnern der DDR wird das Gestüt Boxberg noch in Erinnerung sein, das hier im Jahr 1961 entstand und die Rennbahn bis zur Wende für Amateurrennen nutzte. 1972 wurde die „Gothaer Rennwoche” abgeschafft.
Auch nach der Wende konnte unter unterschiedlichen Betreibern beziehungsweise Besitzern der Rennbetrieb fortgeführt werden, kam aber nun seit 2012 - vielleicht und hoffentlich nur vorläufig - zum Erliegen.

So wird gegenwärtig, wie auch teilweise schon zuvor, die Pferderennbahn Boxberg nur noch als Naherholungsgebiet genutzt. Dabei kommt der Naturbahn zugute, dass man von hier aus eine traumhafte Aussicht auf Gotha und Schloss Friedenstein sowie auf das Panorama des Thüringer Waldes hat. Um als „Ersatz” für Pferderennen mit anderen Veranstaltungen Besucher auf das Gelände zu locken, finden in diesem Jahr unter anderen Internationale Deutsche Meisterschaften der Kavallerie, ein Thüringer Fohlenchampionat und ein Familientag rund um das Thema Pferd statt.
Da sich an der Rennbahn in Gotha eine Haltestelle der Thüringerwaldbahn befindet und eine Autobahnabfahrt sozusagen vor der Tür platziert ist, dürfte einem Besuch der Anlage eigentlich nichts im Wege stehen.

MDR THÜRINGEN rief wieder zum Osterspaziergang

Mittwoch, den 10. April 2013

Nachdem das Wetter sich nun doch in Richtung Frühling zu entwickeln scheint, war bei dem am Ostersonntag vom MDR THÜRINGEN organisierten Osterspaziergang eine eher winterliche Bekleidung an den circa 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu erkennen. Doch sie alle hatten sich von den kalten Temperaturen und dem Schnee am Wegesrand nicht abhalten lassen und waren zwischen 9.00 und 12.00 Uhr zum Start am österlichen Festgelände „Am Haad”, einem Wohnmobilstellplatz am Stadtrand von Bad Salzungen erschienen.

Den Teilnehmern standen drei verschiedene Wanderstrecken zur Auswahl.
Die mit fünf Kilometer kürzeste Route war barrierefrei gehalten und ermöglichte Rollstuhl- und Kinderwagenfahrern eine ungehinderte Teilnahme. Die Streckenführung berührte den Puschkinpark, das Gradiewerk, die Altstadt Bad Salzungens und den idyllisch gelegenen Burgsee.

Eine rot gekennzeichnete Strecke führte über zehn Kilometer zunächst bergauf zur künstlichen Ruine der Burg Frankenstein, wo die Aufstiegsstrapazen mit einer deftigen Mahlzeit belohnt werden konnten. Der weitere Weg führte die Teilnehmer auch auf dieser Strecke zum Gradierwerk, durch die Innenstadt und am Burgsee vorüber wieder zurück zum Ausgangsort.

Wer die blau markierte Streckenführung gewählt hatte, dem standen immerhin runde 19 Kilometer Fußmarsch bevor. Sie konnten bei ihrer mehrstündigen Tour im Ortsteil Möhra der Gemeinde Moorgrund sowohl die an den Reformator Martin Luther erinnernden Stätten besuchen oder sich an einem auf dem Wethaplatz aufgeführten Theaterstück erfreuen und sich bei Speise und Trank entsprechend kräftigen. Weiter führte ihr Weg durch den Moorgrund, zur ehemaligen Burg Frankenstein und schließlich auf dem Premiumwanderweg zurück zum Festplatz in Bad Salzungen.

Da alle Teilnehmer des Osterspazierganges eine Startkarte erhalten hatten, durften alle, die das Ziel erreicht hatten, danach noch auf eines der 50 Osterpakete hoffen, die anhand ihrer Startnummern ausgelost und übergeben wurden.
Während im Festzelt stimmungsvoll musiziert wurde und die Mitglieder der Bad Salzunger Karnevalsvereine Ausschnitte aus ihren Programmen darboten, wurde der Hauptgewinn verkündet, der seinem glücklichen Empfänger eine Wanderreise auf die Kanarische Insel La Gomera bescherte.

Schließlich wurde mit Bad Sulza der Veranstaltungsort des Osterspaziergangs 2014 verkündet. Dabei hofft man auf mindestens ebenso viele Teilnehmer wie in diesem Jahr und auf einige Plusgrade mehr.

Zum Winterurlaub nach Frauenwald

Donnerstag, den 31. Januar 2013

Ein Winterurlaub in Frauenwald bietet auf der einen Seite vorzügliche Bedingungen für erholsame Schneeschuh- oder Winterwanderungen auf einem lang gestreckten Bergrücken inmitten des Biosphärenreservats Vessertal. Auf der anderen Seite hält er aber auch einigen Veranstaltungen und Erlebnisse bereit, die inzwischen einen breiten Kreis von Interessenten aus nah und fern gefunden haben.

Die Entstehungsgeschichte der Gemeinde, die südöstlich von Schmiedefeld in unmittelbarer Nähe des Rennsteigs liegt, geht auf eine bereits im 12. Jahrhundert errichtete kleine Kapelle zurück, die später zu einer kleinen Probstei mit einem Frauenstift ausgebaut wurde. Aus dem bis zur Reformation bestehenden Kloster entstand im Laufe der Zeit der Ort Frauenwald, in dem noch heute die Schinkelkirche als Nachfolgebau der Klosterkirche gilt.
Wie ihr Name schon sagt, entstand die ursprünglich turmlose Kirche nach einem Plan des bekannten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel und wurde 1831 eingeweiht. Ihren Turm erhielt sie erst im Jahr 1911.

Wer seinen Winterurlaub in einer der zahlreich vorhandenen Unterkünfte des Ortes Frauenwald verbringt, der hat bei entsprechender Terminwahl die Chance, das hier jährlich stattfindende Internationale Schlittenhunderennen zu erleben.
Immerhin kann sich sein Veranstalter damit schmücken, im Jahr 2006 erfolgreich die erste Weltmeisterschaft im Schlittenhunderennen auf deutschem Boden ausgerichtet zu haben. In diesem Jahr fand der Wettkampf bereits zum 18. Mal am letzten Wochenende im Januar statt und wurde für Zuschauer und Teilnehmer wieder zu einem schönen Erlebnis.
Und wer vielleicht künftig dabei sein kann, der sollte auf keinen Fall die Teilnahmen an der am Vorabend des Schlittenhunderennens stattfindende Suppennacht im Festzelt versäumen, wo neben schwungvoller Musik auch kulinarische Köstlichkeiten zu genießen sind.

Bereits am kommenden Wochenende findet am 02. Februar nun das verrückteste Schlittenrennen ganz Thüringens statt. Beim „Cool Runnings”, das ein großes Gaudi verspricht, bringen die Teilnehmer selbst gebaute, teilweise fantastisch anmutende Schlitten an den Star, die bei einem Rennen ihre Tauglichkeit beweisen müssen.
Sowohl am Vorabend als auch in Form einer zünftigen After-Show-Party kann im Festzelt dieser Spaß entsprechend gefeiert werden.

Schließlich möchte ich noch auf ein Erlebnis ganz anderer Art hinweisen, an dem man ganzjährig teilnehmen kann. Dabei sind von einer Beobachtungskanzel im Wald auch im Winter die Wildtiere in der freien Natur zu erleben. Ganz nebenbei erfahren die Teilnehmer so manches Wissenswerte über die beobachteten Tiere.
Aber Achtung: Bitte Fernglas nicht vergessen!

Bald ist es wieder soweit

Donnerstag, den 15. November 2012

Ich meine damit den Winter, den Schnee und die Minusgrade - eben all das, was die Freunde des Wintersports wieder reizt, ihrem Freizeitvergnügen Nummer Eins nachzugehen.
Aber wo, bitte schön, wenn es nicht so weit weg sein soll und vielleicht auch mal nur ein oder zwei Tage dafür zur Verfügung stehen?
Da lohnt doch einmal der Blick auf Thüringens Wintersportgebiete und auf das, was sie zu bieten haben.
Von West nach Ost erstrecken sie sich von Tabarz entlang des Thüringer Waldes (Liste mit Hotels im Thüringer Wald) bis an den Frankenwald nach Wurzbach.

Beginnen wir mal bei den Gebieten, in denen die Länge der Pisten mit mehr als einem Kilometer angegeben ist. Spitzenreiter ist hier das am Südhang des Thüringer Schiefergebirges liegende Steinach mit seinem Skigebiet Silbersattel, vier Liftanlagen (einschließlich einem Babylift) und der für Thüringer Verhältnisse sehr langen, knapp fünf Kilometer ins Tal führenden Pisten, von denen drei mit Flutlicht ausgestattet sind. Außerdem stehen circa 70 Kilometer gespurte Langlaufloipen zur Verfügung.
Gefolgt wird es vom Lauschaer Ortsteil Ernstthal mit drei von leicht bis schwer eingestuften Abfahrten mit einer Gesamtlänge von 3,8 Kilometer.
Weiterhin gehören das Ski- und Wandergebiet Knüllfeld bei Steinbach Hallenberg und das bei Tabarz am Großen Inselsberg mit je zwei Kilometer Piste sowie das als besonders schneesicher geltende Gebiet um Oberhof mit vier Liften und 1,3 Kilometer präparierter Piste in diese Kategorie.

Das Wintersportgebiet um Oberhof bietet außerdem am Hang der Goldwiese Rodlern und Snowtubing-Freunden ein großartiges Betätigungsfeld und lädt Langläufer und Winterwanderer in eine schöne Landschaft ein.

Kommen wir nun zu den Gebieten mit Pisten von einem Kilometer Länge oder weniger.
Hier verdient es die Skiarena im Masserberger Ortsteil Heubach hervorgehoben zu werden. Drei Liftanlagen, ein knapper Kilometer präparierter Pisten mit moderner Flutlichtanlage, ein Funpark mit einer Vielzahl an Jumps, Rails und Corners, ein Kinderpark, eine Skischule und nicht zu vergessen ein Hütten- und Bergrestaurant für zünftige Après Ski-Partys garantieren hier ein abwechslungsreiches Wintersportvergnügen.
Weitere Skigebiete befinden sich bei Brotterode, an der Schwedenschanze bei Deesbach, bei Goldlauter-Heidersbach am Fuße des Beerbergs und am Hang des Schneekopfs bei Gehlberg.

Beschließen will ich meine Vorschau auf mögliche sportliche Aktivitäten im kommenden Winter mit einem kleinen Gebiet, das ich im vergangenen Winter selbst erleben durfte. Es handelt sich um zwei, zusammen rund 800 Meter lange Pisten am Frankenlift sowie einige herrliche Winterwanderwege und auch Langlaufloipen in der Nähe des Städtchens Wurzbach am Nordrand des Frankenwaldes.

Der aktuelle Deutsche Meister kommt aus Springstille

Donnerstag, den 30. August 2012
Bevor ich auf den - noch anonymen - Deutschen Meister zu sprechen komme, erst ein paar Bemerkungen über Springstille. Der kleine Ort zwischen Schmalkalden und Steinbach-Hallenberg hat einige mehr als 500 Einwohner, hat einen rührigen Karnevalsverein, eine aktive Freiwillige Feuerwehr und immerhin zwei um Punkte kämpfende Männermannschaften im allerdings nicht bezahlten Fußball.
Spricht man am Stammtisch der Gaststätte “Zur Guten Quelle” über berühmte Söhne des Ortes, so ging es bis vor kurzem vorrangig um den Ehrenbürger von Springstille, den Olympiasieger und Weltmeister im Biathlon, Frank Luck.
Dies könnte sich nun allerdings bald ändern, denn seit knapp zwei Monaten kann der Ort voller Stolz einen weiteren Deutschen Meister vorweisen. Dabei handelt es sich mit Jens Nattermann um den Chef des Holzrückunternehmens in Springstille, dem es gelang, in einer Premiere-Disziplin den ersten Titel eines Deutschen Meisters im Holzrücken zu erlangen.
Dieser große Wurf gelangen ihm und seinen Kaltblüter Hans im baden-württembergischen Bopfingen, wo diese ersten Deutschen Meisterschaften mit 18 Teilnehmern Mitte Juni stattfanden.
Dabei ist der über 40-Jährige kein Neuling in diesem Metier. Als einst jüngster Holzrücker, dessen Großvater und Vater ebenfalls schon Pferde besaßen, begann er seine Karriere in der DDR in einem Beruf, der heute fast vom Aussterben bedroht ist. Nach der Wende führte der ihn dann in die Selbständigkeit, in der er nun schon seit etwa 20 Jahren diese Knochenarbeit - wie er selbst sagt - ausübt.
Als zweifacher Thüringen-Meister und Vizemeister Mitteldeutschlands gelang ihm nun der bisher größte Wurf, an dessen Erfüllung sicher auch der in die Schwäbische Alp mitgereiste Fan-Bus aus Springstille mit 43 Insassen seinen kleinen Anteil hatte.
Am kommenden 2. September wartet mit der Thüringen Meisterschaft im Holzrücken 2012 in Camburg ein weiterer saisonaler Höhepunkt auf Jens Nattermann. Dann heißt es wieder, sein gehorsames Pferd mit viel Geschick durch einen Parcour mit vorgegebenen Hindernissen zu dirigieren und diesen mit einem bis zu acht Meter langen Baumstamm im Schlepp in kürzester Zeit und möglichst ohne Fehler zu bewältigen.
Auch dieser Wettkampf wird vor hoffentlich vielen Zuschauern diesen Beruf in der Öffentlichkeit wieder etwas interessanter machen.