Neuigkeiten von der Lobdeburg-Gemeinde

So wie die Ruine der Lobdeburg auf einer kleinen Hocheben zwischen dem Jenaer Ortsteil Lobeda und der Keramikstadt Bürgel an der Einfahrt ins Saaletal von mittelalterlicher Baukunst aus dem 12. Jahrhundert berichtet, so berichtet eine alte, jetzt im Nachlass eines verstorbenen Lobedaers gefundene Sippung von einem Vereinsleben, das mindestens seit 1912 der Erhaltung der Lobdeburg dient.
Dabei muss ich an dieser Stelle gestehen, mit dem Bergriff einer “Sippung” nicht viel anfangen zu können. Da selbst eine Recherche im Internet mich nicht zufriedenstellen konnte - dort wird als Sippung die Zusammenkunft einer weltweit tätigen deutschsprachigen Vereinigung mit Namen “Schlaraffia” bezeichnet - deute ich den fragwürdigen Begriff als eine Art Chronik, die in diesem konkreten Fall ein Vereinsleben dokumentiert.

Aber zurück zum Thema. Bereits im Jahr 1897 hat sich der Verein “Lobdeburg Gemeinde” gegründet Er wurde 1912 durch die Vereinigung “Lobdeburgfreunde” ergänzt und 1926 schlossen sich beide zur “Lobdeburg Gemeinde 1912 e.V.” zusammen. Seither arbeitet er mit vielen Höhen und Tiefen, deren schwärzeste Stunde wohl die Enteignung des Vereins im Jahr 1952 war und mit einem nie versiegenden Willen und viel persönlichen Einsatz für die Erhaltung und Nutzung der Reste der Lobdeburg. Dabei wurden Wege angelegt, Pflanzungen vorgenommen, eine kleine Gaststätte errichtet, ein Brunnen gebaut sowie die Stromleitung und eine Wasserleitung auf die Anhöhe verlegt.

Die Lobdeburg selbst war bereits seit ihrer Zerstörung während des sächsischen Bruderkriegs im Jahr 1451 eine Ruine, an der der Zahn der Zeit ständig und erbarmungslos nagte. Mit viel Engagement stemmten sich in den letzten einhundert Jahren die Mitglieder des Verein gegen den Verfall der Burg. Jetzt herrscht erst einmal große Freude über die gefundene alte Sippung (oder Chronik?), die kurz vor dem Begehen des 100-jährigen Jubiläums zur rechten Zeit entdeckt wurde und nun in Wort und Bild über die Aktivitäten des Vereins aussagt.

Optimismus besteht auch darüber, dass nachdem die Ruine des Palas der Burg bereits durch ein Stahlkorsett gesichert wurde, die Stadt Jena in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt der Stadt und natürlich den Vereinsmitgliedern an einem Konzept zur Sanierung des Palas arbeitet. Damit würde - seine Realisierung vorausgesetzt - sicher der größte Wunsch des Vereins Lobdeburg-Gemeinde in Erfüllung gehen und ein bedeutendes Denkmal romanischer Profanbaukunst für die nachfolgenden Generationen erhalten.

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