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Biosphärenreservat Rhön sollte mehr unterstützt werden

Mittwoch, den 17. März 2010

Vor wenigen Tagen wandte sich Hessens Umweltministerin an Bayern und Thüringen und forderte eine stärkere Unterstützung für den Erhalt des Biosphärenreservats Rhön. Hintergrund dieser Offensive ist das bestehende Defizit an den von der Weltkulturorganisation geforderten Anteil sogenannter Kernzonen innerhalb des Reservats. Untermauert wird der Vorstoß der hessischen CDU-Politkerin durch den neuen Vorschlag der hessischen Rhön zur Beseitigung des Defizits auf hessischem Territorium, über den das Land Hessen noch entscheiden muss.

1991 war der Titel als länderübergreifendes Biosphärenreservat verliehen worden. Neben Bayern und Hessen fallen rund 26 Prozent des Flächenanteils an das Land Thüringen. Entsprechend den mit der Anerkennung verbundenen Bedingungen sind drei Prozent der Gesamtfläche von 185.000 Hektar als Kernzonen einzurichten, deren Bestand im Jahr 2013 einer Kontrolle unterzogen wird. Nach Berechnungen des hessischen Umweltministeriums beträgt die Fläche der Kernzonen gegenwärtig jedoch nur etwa 50 Prozent davon, so dass die Voraussetzung für den Fortbestand des Titels nicht gegeben wären. Das Land Thüringen steuert einen Anteil an Kernzonen von eben diesen 50 Prozent bei, während Bayern nur bei rund 15 Prozent und Hessen bei etwa 80 Prozent liegen.

Die offene Kulturlandschaft der Rhön besitzt mit seinen 40 Prozent einen für eine Mittelgebirgslandschaft geringen Waldanteil. Davon hat etwa die Hälfte eine nicht naturnahe, gebietstypische Bestockung. Extensiv genutzte Ackerflächen und Grünland nehmen neben dem Lebens- und Wirtschaftsraum der Menschen die restlichen Teilflächen ein. Das Gebiet ist dünn besiedelt, wobei nur etwa ein Viertel der Bevölkerung den thüringer Bereich besiedelt.
Anliegen der geforderten Kernzonen ist es, Regionen zu schaffen, die von direkter Nutzung unbeeinflusst sind und die vor allem aus Laubwäldern, Mooren und ehemals genutzten, nun der freien Entwicklung überlassenen Bereichen bestehen.