Frisches Obst und Gemüse für Thüringens Schulkinder
Montag, den 11. Oktober 2010Bereits zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 wurde auf der Grundlage eines Vorschlages der Kommission für ein europaweites Programm für die Abgabe von Obst und Gemüse an Schulkinder das EU-Schulobstprogramm gestartet.
Damit wurde eine wichtige Maßnahme zur perspektivischen Bekämpfung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern in den EU-Staaten in Gang gesetzt, um die Zahl der geschätzten 22 Millionen übergewichtigen Kinder nicht weiter anwachsen zu lassen und schrittweise zu verringern.
Damit verbunden ist die gesundheitsfördernde Wirkung von einer täglich ausreichenden Menge von frischem Obst und Gemüse vor allem in Hinsicht auf die Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes Typ 2.
Da es unstrittig ist, dass sich die Ernährungsgewohnheiten bereits in der Kindheit heraus bilden, kann die kostenlose Abgabe von Obst und Gemüse dazu beitragen, diese positiv zu beeinflussen. Zusätzlich wird damit der Tatsache entgegen gewirkt, dass Kinder in Familien mit geringem Einkommen weniger Obst und Gemüse essen als andere, so dass von der Realisierung des Europäischen Schulobstprogramms gerade die Kinder unterprivilegierter Familien am meisten profitieren sollten.
Vor wenigen Tagen gab nun die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert, den Start des EU-Schulobstproramms in Thüringen bekannt. Ab sofort können sich interessierte Grund- und Förderschulen bei ihrem Schulträger für eine Teilnahme bewerben und damit die Versorgung ihrer Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 1-4 mit frischem Obst und Gemüse kurzfristig in die Wege leiten. Die Teilnahme ist freiwillig und kann entweder als Schuljahresbelieferung oder nur für bestimmte Projekttage beantragt werden.
Für das laufende Schuljahr 2010/2011 stehen dafür im Freistaat rund 800.000 Euro zur Verfügung, die zu 75 Prozent von Fördermitteln der EU abgedeckt werden.
Für die vertraglich zu vereinbarende Belieferung der teilnehmenden Schulen sind regional angebaute Erzeugnisse und Bioware zu bevorzugen. Erzeugnisse mit zugesetzten Stoffen wie Zucker oder Fett sind ausgeschlossen.
Mit diesem Angebot verfolgt die Landesregierung neben der positiven Beeinflussung der Verzehrgewohnheiten und einer verbesserte Nährstoffversorgung auch das Ziel, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Kinderarmut zu leisten.
Nun bleibt abzuwarten und gleichzeitig zu hoffen, dass die Versorgung der Kinder abwechslungsreich und gut organisiert durchgeführt wird. Nur wenig wäre erreicht, wenn die Lehrer in den Unterrichtspausen die Verteilung von halben Gurken, einer Möhre und einer weichen Tomate vornehmen müssten und Produkte wie Clementinen, Bananen oder ein rotbackiger Apfel weiterhin nur im Supermarkt erhältlich wären.
Hierauf sollten die Leitungen der teilnehmenden Schule und sicher auch die Elternvertreter von Beginn an ein waches Auge haben.

