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Nicht nur alle Fußballfans jubeln….

Montag, den 17. Mai 2010

Aus gegebenem Anlass wollen wir heute mit einer Meldung aus dem Nachbarbundesland Sachsen in den tag starten. Schließlich hat die Mannschaft von Erzgebirge Aue mit einem furiosen Endspurt ihr Ziel erreicht, mit dem Belegen des zweiten Platzes in der 3. Liga den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen.
Damit gehört man nun wieder zur kleinen Schar der Spitzenmannschaften in den neuen Bundesländern, für die finanzielle Mittel, das Management und die entsprechende Lobby scheinbar nicht ausreichen, um wieder einmal den Sprung nach ganz oben - sprich in die erste Bundesliga zu vollziehen.
Dabei hätte es ein solch traditionsreicher Club wie der in Aue durchaus verdient, einmal die Bayern oder Bremen im Bergmannsrevier zu empfangen.

Als 1989 nach 39 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur Oberliga der DDR die “Veilchen”, wie sie wegen ihrer lilafarbenen Trikots auch genannt wurden und werden, erstmals in den sauren Apfel des Abstiegs beißen mussten, ging für sie eine Ära zu Ende, die ihre Höhepunkte bereits in den fünfziger Jahren hatte. Damals noch als SC Wismut Karl-Marx-Stadt agierend, sorgten Spieler wie Willy Tröger, Bringfried Müller, die Brüder Karl und Siegfried Wolf und der Spielmacher Manfred Kaiser dafür, dass die Mannschaft zwischen 1956 und 1959 dreimal DDR-Meister wurde. Internationale Gegner wie Rapid Wien, IFK Göteborg oder Ajax Amsterdam fürchteten damals das heimische Otto-Grotewohl-Stadion, in dem die Mannschaft trotz ihres ihr “zuerkannten” Namens spielen durfte.

Allerdings ging die Leistungskurve der ab 1964 wieder unter dem Namen BSG Wismut Aue spielenden “Veilchen” danach leider nach unten. Die besten Spieler konzentrierten sich in den Fußballzentren Berlin, Dresden, und Leipzig, so dass vorrangig mit Kampfgeist und Zweikampfhärte versucht werden musste, diesen Teams Parole zu bieten.
Allerdings reichte dies nicht aus, um weiter die Spitze der DDR Oberliga mit zu gestalten und gegen prominente internationale Vereine antreten zu dürfen.
So kam es, wie es kommen musste - der Abstieg war Ende der 80er Jahre nicht mehr zu vermeiden und kurz darauf ereilte auch Aue das Schicksal der anderen Fußballclubs der DDR. Wismut fand sich plötzlich im Amateur-Bereich wieder. 1993 erfolgte die Umbenennung des Vereins in Erzgebirge Aue. Nach mehreren Jahren Zugehörigkeit zur Regionalliga gelang 2003 der Aufstieg in die zweite Bundesliga, die Erzgebirge Aue nach einigen Jahren im Mittelfeld 2008 für zwei Jahre wieder verlassen musste.

Nun hat der Verein die erneute Chance, sich neben Energie Cottbus, Union Berlin und vielleicht auch Hansa Rostock in der 2. Bundesliga zu beweisen und vielleicht irgendwann einmal wieder dafür zu sorgen, dass eine “Ost-Mannschaft” wieder erstklassig wird. Träumen ist doch erlaubt - oder?

Wer kannte bis zum 22. Februar 2010 Tim Tscharnke ?

Dienstag, den 23. Februar 2010

Ich natürlich - werden voller Überzeugung die sportbegeisterten Fans des Skilanglaufs sagen. Seit gestern jedoch hat sich der Bekanntheitsgrad Tim Tscharnkes mit Sicherheit gewaltig ausgebreitet, war er es doch, der gemeinsam mit seinem Teamkollegen Axel Teichmann die Silbermedaille im Teamsprint der Herren bei den 21. Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver erkämpfte.
An der Seite des im thüringischen Ebersdorf geborenen erfolgreichsten Skilangläufers aller Zeiten, Axel Teichmann, wuchs der 20jährige in Weißenfels geborene und dem Sportverein Biberau angehörende Tim Tscharnke förmlich über sich hinaus und schaffte in der letzten von ihm zu laufenden Runde die Grundlage für den nur von wenigen erwarteten Silbermedaillenrang.

Obwohl der Geburtsort Tscharnkes in Sachsen-Anhalt liegt, kann man den im Masserberger Ortsteil Schnett (im Thüringer Wald) wohnenden und der Trainingsgruppe am Olympiastützpunkt in Oberhof angehörenden Youngster zumindest als Teil-Thüringer bezeichnen, der gemeinsam mit dem in Lobenstein wohnenden Teichmann ein echtes thüringer Husarenstück auf den von einer wärmenden Sonne beschienenen kanadischen Loipe vollbrachte.
Wie so viele Knirpse, wollte auch Tim Tscharnke Fußballer werden, verliebte sich aber ab seinem siebenten Labensjahr mehr und mehr in den Langlaufsport. Während und nach dem Besuch einer Langlaufschule stellten sich erste kleinere Erfolge ein, durch die er auf sein Talent aufmerksam machte.
Bei der Juniorenweltmeisterschaft im Jahr 2008 rückte er mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 10 Kilometer klassich und weiteren guten Ergebnissen ins internationale Blickfeld. Ein Jahr später wurde er zu ersten Mal für die Teilnahme am Weltcup nominiert und startete bei diesem mit wechselnden Erfolgen unter anderem bereits mehrfach im Team-Sprint.

Wer Tim Tscharnke in den Abendstunden mitteleuropäischer Zeit des 22. Februar am Bildschirm erleben konnte, wie er in Vancouver dem kleinen Feld ausgewählter Eliteläufer am letzten Anstieg seiner dritten Runde davon stürmte, der wird überzeugt sein, dass dieser junge und sympathische Sportler in den kommenden Jahren seinen Bekanntheitsgrad durch weitere große Erfolge noch mehr erhöhen wird.