Waren Sie schon mal in Trützschler´s Milch- und Reklamemuseum?

Jeder, der diese Frage mit “nein” beantworten muss, aber irgendwann einmal in die ehemalige Residenzstadt Hildburghausen im Süden Thüringens kommt, dem kann zu einem solchen Besuch nur geraten werden.
Denn in der Knappengasse 26, in einem vor Jahren von der Molkerei genutzten Gebäude, hat Werner Trützschler in einer privaten Sammlung alles zusammengetragen, was auch nur ansatzweise mit der Milch zu tun hat.

Wer das täglich, außer montags geöffnete Museum besucht, wird in der Regel bei seinem Rundgang, der zum größten Teil auf dem Dachboden des Hauses stattfindet, von Werner Trützschler begleitet und erhält von ihm über viele der Exponate interessante Erläuterungen.
Dabei sind die Butterfässer, Milchtöpfe, Melkschemel oder Plakate nicht wie sonst in Museen üblich akkurat sortiert und übersichtlich angeordnet. Hier muss der Betrachter Augen und Ohren offen halten, um die mehr oder weniger versteckten Kostbarkeiten wie eine Butterschaukel, eine Briefmarke mit Kuhkopf oder eine historische Rechenhilfe zur Buchführung in einer Molkerei zu entdecken.
Und am Ende des Rundgangs durch diese erste Abteilung des Museums bleibt sicher der Eindruck haften, nunmehr alles, aber auch wirklich alles über Milch, Quark, Butter, und Käse gesehen zu haben.

In einem zweiten Bereich sind dann noch Emaille-Reklameschilder aus der Zeit von 1900 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs zu betrachten. Neben Maggi, Odol und anderen zum Teil noch heute bekannten Marken sind es vor allem Schilder von Brauereien aus dieser Zeit und die einiger heimischer Firmen, die anschaulich davon berichten, wie in einer Epoche ohne Fernsehen und Internet die Werbung funktionierte und ohne riesige Summen zu verschlingen, die Menschen zum Kaufen animierte.

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