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Kuhschwanzfest in Eisfeld / Thüringen

 

Jedes Jahr, am Dienstag nach Pfingsten, erlebt das zwischen Suhl und Coburg gelegene südthüringische Städtchen Eisfeld den Höhepunkt seines in der Regel dreitägigen Kuhschwanzfestes.
Es ist ein Fest, das von Eisfeldern für seine Bewohner und deren Gäste vorbereitet und durchgeführt wird und dessen Ablauf zumindest am Pfingstdienstag nach festen Regularien erfolgt, die ihren Ursprung in den zwanziger und dreißiger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts haben.

Bevor einige kurze Bemerkungen die Entstehungsgeschichte dieses Volksfestes skizzieren, soll der wahrlich nicht alltägliche Name seine Begründung erhalten. Zur Tradition des Festes gehörte bereits im 19. Jahrhundert die Darstellung des bäuerlichen Lebens und des textilen und lederverarbeitenden Handwerks in und um Eisfeld auf einfallsreich dekorierten Festwagen, die den jährlich stattfindenden Festumzug mit gestalteten. Diese Wagen wurden vor allem von Ochsen und Kühen gezogen, was zu der etwas boshaften Namensgebung des Volksfestes durch die Bürger der damaligen Residenzstadt Hildburghausen führte.

 

Weit ins Mittelalter reichen die Wurzeln des Eisfelder Kuhschwanzfestes zurück. Sie liegen in der damaligen Pflicht der Bürger, aktiv zum Schutz des Gemeinwesens beizutragen. Bereits im 16. Jahrhundert fand zum Zweck der Erhaltung der wehrfähigen Mannschaft der Stadt eine jährliche Musterung statt, die mit einem Wettschießen verbunden war. Zu diesem Anlass entwickelten sich im Laufe der Jahre gesellige Zusammenkünfte in Verbindung mit gewissen Volksbelustigungen.
Zehn Jahre vor dem Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, am dritten Pfingstfeiertag des Jahres 1608, berief der Herzog von Sachsen-Coburg eine große Musterung nach Eisfeld ein, bei der exerziert wurde und die mit dem Einzug von mit Trommlern und Pfeifern begleiteten Rüstwagen und einem Scheibenschießen beendet wurde. Nach Kriegsende wurde das Scheibenschießen am dritten Pfingstfeiertag wieder aufgenommen, aus dem sich nach und nach ein beliebtes Volksfest entwickelte.
Nach den Verbot der Bürgerwehr 1852 wurde die Feuerwehr Veranstalter des Festes, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Festordnung erhielt, die noch heute den Ablauf des Kuhschwanzfestes bestimmt. Die bereits damals zum Fest gehörenden Umzüge spiegelten auf den phantasievoll gestalteten Festwagen die gesellschaftlichen Zeitereignisse mit viel Witz und Einfallsreichtum wider.

Nach einer langjährigen Unterbrechung während der Nazizeit und auch zu Zeiten der ehemaligen DDR wird das Kuhschwanzfest in Eisfeld seit 1992 wieder gefeiert. Bereits am Pfingstfreitag eröffnen nun auf dem Volkshausplatz die Geschäfte der Schausteller den Rummel. Die ersten Tanzveranstaltungen finden statt und am Sonnabend wird das Fest mit dem Festbieranstich offiziell eröffnet.
An den folgenden zwei Pfingstfeiertagen findet das große Pfingstschießen statt, Unterhaltungs- und Showprogramme werden auf den Freilichtbühnen geboten und ein musikalischer Frühschoppen rundet das Ganze ab.
Traditionell verläuft danach der Pfingstdienstag, der obwohl ein Werktag, der Haupttag des Eisfelder Kuhschwanzfestes geblieben ist.
Der Weckruf des Spielmannszugs der Feuerwehr, der historische Wachaufzug der Stadtwache, das historische Markttreiben und eine große Feuerwehrübung bestimmen den ersten Teil des Tagesverlaufs. Gegen Abend reitet der Stadtkommandant im Galopp auf den Marktplatz, verkündet den jährlich aktualisierten Kommandantenbefehl und eröffnet danach den historischen Festumzug, an dem auch die Trägerin des namensgebenden Kuhschwanzes beteiligt ist.
Der Tag klingt danach aus mit Tanz im Festzelt bis in den frühen Morgen, der nur unterbrochen wird von einem großen Höhenfeuerwerk und der Beerdigung des Kuhschwanzes.

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