Wer aber war eigentlich dieser Milo Barus?
Geboren wurde er als Emil Bahr in einer Ortschaft
im heute tschechischen Rothwassertal. Als 14-jähriger begann
er eine Lehre als Müller und wechselte bereits damals 200 bis
250 Kilogramm schwere Mühlsteinwalzen ohne fremde Hilfe aus.
Fortan verschrieb er sich dem Kraftsport und machte sich mit der
Präsentation verschiedener Kraftakte selbständig. Seine
schier urgewaltige Kraft führte ihn schon bald in viele Länder,
wo er mit zerrissenen Telefonbüchern, getragenen Pferden und
aus den Schienen gehobenen vollbesetzten Straßenbahnwagen
eine recht große Berühmtheit erlangte. In dieser Zeit
legte er sich seinen Künstlernamen Milo Barus zu.
In den Jahren von 1930 bis 1936 errang er sechs Mal den Titel "Stärkster
Mann der Welt". Als dieser Titel 1932 in Kalkutta vergeben
wurde, lernte er dabei auch Mahatma Gandhi kennen, mit dem er danach
freundschaftlich verbunden blieb. Danach folgten fünf Jahre
Inhaftierung durch die Nazis. Nach dem Krieg setzte er seine Auftritte
fort und siedelte 1952 aus Bayern in die damalige DDR über.
Nach einem Herzinfarkt übernahm er mit seiner Frau die Bewirtschaftung
der Weißenborner Meuschkensmühle, und baute sich ihr
gegenüber sein Waldhaus. Wenige Monate nach seiner Rückkehr
nach Bayern verstarb er im Oktober 1977.
Wenige Jahre später wurde sein Leben, das
er als bescheidener Mensch mit einer aufrechten Gesinnung geführt
hatte, verfilmt. Und schließlich erinnert heute der jährlich
vor seinem ehemaligen Wohnhaus am Eingang zum Eisenberger Mühltal
veranstaltete Milo
Barus Cup an diesen legendären Kraftsportler.
Neben den hunderten interessierten Zuschauern geben
meist auch ehemalige Spitzensportler aus der DDR, wie beispielsweise
der Kugelstoßer Udo Beyer diesem Kraftsport-Event einen würdigen
Rahmen. Ob beim Tragen von einhundertfünfzig Kilogramm schweren
Betonkoffern, dem Gewichtehochwurf oder auch beim Traktor ziehen,
die Zuschauer kommen stets auf ihre Kosten, zumal die einzelnen
Disziplinen einem ständigen Wechsel unterliegen. Neben der
heiß umkämpften Einzelwertung wird auch der Gewinner
einer Mannschaftswertung ermittelt.
Im Anschluss an die Wettbewerbe heißt es dann weiter Staunen
und Spaß haben, denn dann bieten die Teilnehmer ein kleines
Show-Programm mit ihren oft sensationellen, höchste Kraftanstrengung
und Konzentration erfordernden Spezialübungen. Und natürlich
ist im Umfeld der Veranstaltung für das leibliche Wohl aller
Gäste bestens gesorgt.
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