
Mit knapp 20 Kilometer Länge und 7 Kilometer Breite ist der
Bergrücken des Kyffhäuser wohl eines der kleinsten und
mit seinen 477 Metern Höhe, auch eines der niedrigsten Gebirge,
das man als solches bezeichnet.
Südlich des Harzes und der Autobahn A38 gelegen wird der Kyffhäuser
im Nordwesten von der Talsperre Kelbra und im Südosten von
der Stadt Bad
Frankenhausen begrenzt.
Der in seinen Höhenlagen mit Wald bedeckte Bergrücken
besitzt am Süd- und Westrand unbewaldete Hänge, was vor
allem auf den mit wenig Grundwasser versehenen, verkarsteten Untergrund
zurückzuführen ist.
Trotz der recht bescheidenen Ausdehnung verfügt die Landschaft
des Kyffhäusers über eine erstaunliche Vielfalt an Formen
und Gesteinen. So finden sich Steinbrüche mit magmatischem
Tiefengestein neben Vorkommen des roten Kyffhäusersandsteins
oder Ton- und Gipssteinlagern. Und das Wüste Kalktal
bei Bad Frankenhausen ist zumindest den Geologen so bekannt, wie
die Lösswand aus Eiszeitstaub bei Bacha.
Auf den Feuchtwiesen und dem Magerrasen des Kyffhäuser-Gebietes
sind über 30 Orchideenarten heimisch und zwischen den zahlreichen
Felsgebilden und Höhlen ist nicht nur die Wildkatze zu Hause.
Auf gepflegten Wanderwegen, wie dem Kyffhäuserweg, kann der
Naturfreund zahlreiche Sehenswürdigkeiten erwandern. Mittelalterliche
Burgen, Reste von Wehrsiedlungen und die Schauplätze des Bauernaufstandes
im 16. Jahrhundert gehören dazu. Einer der Hauptanziehungspunkte
ist sicher die Königspfalz Tilleda mit der Haupt- und Vorburg
aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts, die später
zur Reichsburg erweitert wurde.
Weitere Sehnswürdigkeiten im Kyffhäuser sind das Kyffhäuserdenkmal
mit der Statue von König Barbarossa. Ein Freilichtmuseum mit
teilweise rekonstruierten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, der
mächtigen Ruine des Bergfrieds sowie dem mit 176 Meter Tiefe,
tiefsten Brunnen der Welt, gewähren dort Einblicke in die mittelalterliche
Baukunst.
Überhaupt ballen sich im Gebiet des Kyffhäuser Burgen
und deren Ruinen aus vergangenen Jahrhunderten. Sehr bekannt und
sehenswert sind insbesondere die Wasserburg Heldrungen als einzige,
vollständig erhaltene befestigte Wasserburg der französischen
Festungsbaukunst, die am Nordrand des Bergrückens gelegene
Burgruine Rothenburg mit dem Palas, einer Burgkapelle und dem Bergfried
sowie die Funkenburg Westgreußen. Letztere stellt eine originalgetreu
rekonstruierte, germanische Wehrsiedlung dar, die sich an vorgenommenen
Ausgrabungen orientiert.
In der Region des Kyffhäuser führen zu einigen der Ausflugsziele
auch gut ausgebaute, oft mit leichten Steigungen versehene, Radwanderwege.
Erwähnenswert sind der Unstrut- und Kyffhäuserradweg sowie
der Harzvorlandweg. Pferdefreunden werden Tages- bis Sechstagesritte
mit eigenem- oder einem Leihpferd angeboten. Wasserwandern ist auf
der Unstrut die die Kyffhäuserregion durchfließt ebenfalls
möglich.
An sportlichen Attraktionen sind das Tourenwagen-Bergrennen, der
Kyffhäuser-Berglauf und der Bergtriathlon zu nennen. Dagegen
wartet auf Freizeit-Biker per Rad oder Motorrad die kurvenreiche
Auf- und Abfahrt zum und vom Gipfel des Kyffhäuser.
Von den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten
in der Umgebung, sollen hier die Kyffhäusertherme, das Kurmittelhaus
und das Panorama-Museum
in Bad Frankenhausen, die geologisch einmalig zu nennende Barbarossahöhle
bei Rottleben sowie die Talsperre Kelbra genannt werden. An
der Talsperre finden vor allem Wassersportler ein reiches Betätigungsfeld;
sie ist aber auch wegen der Artenvielfalt hier vertretener Vögel
bekannt geworden.
Alternativ zu einem reinen Urlaub
im Kyffhäuser erfreut sich ein Urlaub im thüringer
Teil vom Harz beziehungsweise im ebenfalls nahegelegenen Harzvorland
einer großen Beliebtheit. Auf diese Weise lassen sich die
beiden nahegelegenen und dennoch sehr verschiedenen Regionen in
kurzer Zeit erkunden.
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