|
Südöstlich von Saalfeld,
am Rande des Naturparks Thüringer
Schiefergebirge-Obere Saale, liegt die Landgemeinde Kamsdorf.
Schon bevor die Gemeinde im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich
erwähnt wurde, wurde in dieser Region bereits Bergbau betrieben.
Kupfererz und Brauneisenstein wurden hier schon vor unserer Zeitrechnung
gewonnen und verarbeitet. Später ließ der Kupfer-, Silber-
und Eisenerzabbau ein Grubenfeld entstehen, von dem einige Teile
in dem im Jahr 2001 eröffneten Besucherbergwerk Kamsdorf
zur Besichtigung freigegeben sind.
Bei den täglich außer freitags mehrfach stattfindenden
Führungen, können auf circa 1,5 Kilometer Wegstrecke unter
Tage vier Sohlen bis zur Tiefe von 35 Metern erkundet werden. Mit
zahlreichen Thüringer
Hotels in der näheren Umgebung, wie beispielsweise in Saalfeld,
Rudolstadt oder Bad Blankenburg ist das Besucherbergwerk ein beliebtes
Ausflugsziel.
Ausgerüstet mit warmer Kleidung, festem Schuhwerk
und Schutzhelm erhält der Besucher dabei Informationen über
die schweren Bedingungen des mittelalterlichen Bergbaus und über
die Geologie der Lagerstätten. In großen, über 10
Meter hohen Hohlräumen, deren Deckenlast durch eine Vielzahl
stehengelassener Pfeiler aus Gestein getragen wird, kann die beschwerliche
Art des Erzabbaus nachvollzogen werden. Auf dem bei der Führung
begangenen Rundweg sind außerdem der Gangbergbau auf Kupfererz
und die Darstellung der Schacht-Förderung zu erleben.
Die vorhandenen Teile der noch erhaltenen damaligen Transporttechnologie,
wie Schienen, Schwellen und Förderwagen sollen zusammen mit
einer alten Grubenlok schrittweise rekonstruiert und das Besucherbergwerk
damit für die Besucher befahrbar gestaltet werden.
Erwähnenswert scheint noch, dass Teile der Grube im 2.Weltkrieg
als Rüstungsbetrieb genutzt wurden, wovon Zeugnisse in nur
teilweise zugängigen Abschnitten noch heute vorhanden sind.
Zum Gesamtkomplex vom Besucherbergwerk
Kamsdorf, auch unter dem Namen Vereinigte Reviere Kamsdorf
bekannt, gehören weiterhin das Schachtgebäude, der Schacht
04 und eine ehemalige mit einer E-Lok betriebene Großraumstrecke.
Das Gebäude der ehemaligen Grubendirektion beherbergt eine
Ausstellung von Werkzeugen und Arbeitsgeräten der Bergleute
- dem Gezähe - und zu weiteren Themen des Bergbaus.
Am Rande von Kamsdorf beginnt und endet außerdem ein etwa
5 Kilometer langer Montanlehrpfad, auf dessen Weg Informationstafeln
die Entwicklung und den Verlauf des Bergbaus in der Kamsdorfer Umgebung
dokumentieren. Einzelne Stationen sind unter anderem das ehemalige,
mit einem Uhrtürmchen verzierte Revierhaus, ein Aussichtshügel
mit Blick auf Teile des Tagebaus, zwei Zugänge zu ehemaligen
Zechen und eine Halde.
Bequem sind vom Rundweg aus einige Gaststätten zu erreichen.
In nur wenigen Kilometern Entfernung von Besucherberkwerk
Kamsdorf warten weitere attraktive Sehenswürdigkeiten und
Erholungsmöglichkeiten auf einen Besuch. Mit dem Hohenwarte
Stausee ist dies zum Beispiel Deutschlands größtes zusammenhängendes
Stauseegebiet und mit der Stadt Saalfeld ein historisches Kleinod,
welches sozusagen als Zugabe noch mir den farbenreichen
Feengrotten aufwartet.
Stadt und Burg
Ranis, Bad
Blankenburg und Rudolstadt
mit der Heidecksburg
bieten weitere interessante Alternativen als Ausflugsziele.
Zurück zur Übersicht: Höhlen
und Bergwerke »
|