|
Die Heimkehle bei Uftrungen, eine der größten
Karsthöhlen Deutschlands, führt östlich von Nordhausen
im Tal des Flüsschens Thyra etwa 2 Kilometer tief ins Bergesinnere.
Kurz hinter dem an der Landstraße von Berga nach Stolberg
im Harz
liegenden kleinen Ort Uftrungen liegt sie direkt an der Grenze zwischen
Thüringen
und Sachsen-Anhalt. Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die
durch Auswaschungen des dort lagernden Anhydrit-Gesteins entstandene
Höhle entdeckt. Durch das Eindringen von Oberflächenwasser
in Spalten und Klüfte des Gesteins bildeten sich trapezförmige,
oben breitere und gerade Hohlräume, die sich durch das Ausbrechen
weiterer Gesteinsschichten weiter vergrößerten. Welche
gigantischen Dimensionen ein solcher Hohlraum annehmen kann, demonstriert
überzeugend der Große Dom der Heimkehle mit seiner
maximalen Höhe von 22 Meter und einem Durchmesser von bis zu
65 Meter.
Die touristische Nutzung der Heimkehle begann im
Jahr 1920 und erfolgte damals noch durch Befahren mit Booten, da
weite Flächen der Höhle mit einem See bedeckt waren. 1944
wurde durch die Nazis ein unterirdischer Rüstungsbetrieb eingerichtet,
wozu große Teile der Seenflächen zubetoniert wurden.
Nach der Schließung und teilweisen Sprengung dieser Anlage
nach dem Ende des 2.Weltkrieges dauerte es bis zum Jahr 1954, ehe
die Wiedereröffnung - nun für Besuche zu Fuß - erfolgen
konnte. Heute ist eine Besichtigung täglich außer montags
möglich, wobei in circa stündlicher Abfolge Führungen
stattfinden. Kindern ist die Teilnahme ab 3 Jahren erlaubt.
Nach dem Passieren eines künstlich angelegten
Eingangsstollens gelangen die Besucher in die Hercynia-Halle, in
der sich der ehemals natürliche Zugang und der mit glasklarem,
bläulich schimmerndem Wasser gefüllte Höhlensee befinden.
Weiter führt der Weg über insgesamt reichlich 700 Meter
Länge ins Innere der Heimkehle zunächst in die bis zu
10 Meter hohe Thyrahalle mit dem Thyrasee. Beim Gang durch
den Riesentunnel wird unbemerkt die Landesgrenze passiert, bevor
der in Sachsen-Anhalt liegende, bereits erwähnte Große
Dom erreicht wird. In ihm findet eine beeindruckende Lasershow statt,
in der die unterschiedlichsten Gesteinsformen in faszinierendes
Licht getaucht werden. Schließlich führt der Riegelgang
zum Kleinen Dom, in dem sich eine kleine Mahn- und Gedenkstätte
befindet. Im Niedrigen Saal, in dem sich eine Ausstellung zur Geschichte
und Entstehung der Heimkehle befindet, endet die Führung.
Für eine anschließende Erfrischung oder Stärkung
steht eine Gaststätte mit einem umfangreichen Speisen- und
Getränkeangebot und Freiflächen zur Verfügung.
Unweit der Heimkehle bei Uftrungen befinden sich
mit dem Kyffhäusergebirge
und den an seinem Nordrand befindlichen Ausflugszielen weitere touristische
Anziehungspunkte. Da sind zum einen die Ruinen der Vor- und Hauptburg
auf dem Kyffhäuser und das Kyffhäuserdenkmal
zu nennen. In unmittelbarer Nähe lädt besonders in den
Sommermonaten die Talsperre
Kelbra viele Badegäste, Wassersportler und Campingfreunde
an ihr Ufer und ins Wasser. Und wer sich an archäologischen
Kostbarkeiten erfreuen kann, für den ist sicher der Besuch
der einzig vollständig ausgegrabenen Kaiserpfalz
Tilleda ein absolutes Muss.
Zurück zur Übersicht: Höhlen
und Bergwerke »
|