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Das Spielzeugmuseum in Sonneberg entstand im Jahr 1901 als
Industrie- und Gewerbemuseum auf Initiative eines Lehrers. Das heutige
Spielzeugmuseum repräsentierte die damals in der Region vorherrschenden
Wirtschaftszweige, die in erster Linie auf den hier vorkommenden
Bodenschätzen und dem Waldreichtum basierten. Erst allmählich
entwickelte sich durch den Rückgang dieser Industrien aus einer
gewissen Not heraus eine regionale Spielzeugindustrie, deren Produkte
in das bestehende Museum Einzug hielten.
Erst Anfang der siebziger Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts
konzentrierte sich die Erwerbs- und Ausstellungstätigkeit völlig
auf Spielzeug und die damit zusammenhängenden Zeitzeugnisse.
Heute gehört das Deutsche Spielzeugmuseum Sonneberg
unter den annähernd 150 Museen, die Spielzeug ausschließlich
oder in Abteilungen ausstellen, zweifellos zu deren führenden.
Dies wird durch den ständig ansteigenden Bestand an Spielzeug
von gegenwärtig über 60.000 Exponaten eindrucksvoll untermauert.
Der Besuch des Museums wird heute für Alt und Jung zu einem
beeindruckenden Erlebnis. Während die Vertreter der älteren
Generation verständnisvoll die Spielsachen entdecken, die ihre
Kindheit begleiteten, erleben die Kinder eine interessante Zeitreise
in die Vergangenheit oder vergnügen sich in der liebevoll ausgestatteten
Spielecke des Hauses. Auf drei Etagen ist Spielzeug aus mehreren
Jahrhunderten zu bestaunen. Figuren aus Pappmaché, Brotteig
oder Ton, einfaches Holzspielzeug und Puppen jeden Alters und aus
unterschiedlichstem Material scheinen in einer eigenen kleinen Miniaturwelt
zu agieren. Dampfmaschinen, eine Modellbahnanlage und nostalgische
Karussells sind nur einige der Exponate, die die Entwicklung des
mechanischen Spielzeugs dokumentieren.
Natürlich haben auch die Vertreter der Teddys und der unterschiedlichsten
Plüschtiere hier ihren Platz gefunden.
Nicht so umfangreich, aber dafür um so wertvoller, sind kleine
Sammlungen von antikem Spielzeug aus Griechenland, Ägypten
und Italien.
Mit der größte Schatz des Sonneberger Spielzeugmuseums
dürfte wohl das aus 67, teilweise fast in Lebensgröße
dargestellten Figuren bestehende Schaubild einer Thüringer
Kirmes sein. Es gab auf der Weltausstellung 1910 in Brüssel
einen Einblick in die Werbestrategie der Spielzeugindustrie am Anfang
des 20. Jahrhunderts. Auf 70 Quadratmeter Fläche wird das bunte
Treiben eines Wanderzirkus auf einem Kirchweihplatz dargestellt.
An dieser Stelle darf erwähnt werden, dass gegenwärtig
eine durch engagierte Bürger hervorgerufene Spendenaktion zur
Restaurierung und sachgerechten Unterbringung dieser attraktiven
Schaugruppe läuft (Stand 2009).
Weitere interessante Einblicke in vergangene Zeiten erlauben ein
Klassenzimmer von 1910 und die Arbeitsstube eines Spielzeug produzierenden
Heimarbeiters.
Mit dem Besuch des Spielzeugmuseums lässt sich ein Bummel
zu dem kleinen Tiergarten oder der Sternwarte am Rande Sonnebergs
verbinden. Im Meeresaquarium Nautiland können Fische, Korallen
und weitere interessante Lebewesen aus 15 Ländern bestaunt
werden. Bei einem längeren Aufenthalt in Sonneberg ist eine
Stippvisite in der Glasbläserstadt
Lauscha ebenso zu empfehlen wie eine Wanderung zum Rennsteig.
Im Winter kommen hier vor allem die Freunde des Ski-Langlaufs und
des Rodelns auf ihre Kosten.
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