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Die Rhön ist ein weniger bekanntes Mittelgebirge
im Herzen Deutschlands und liegt im Grenzgebiet der drei Bundesländer
Hessen, Thüringen
und Bayern. In ihrem Kernbereich, zwischen dem hessischen Fulda
im Westen und dem thüringischen Meiningen
im Osten, befindet sich das Biosphärenreservat Rhön,
welches in seiner Gesamtheit im Jahr 1991 von der UNESCO anerkannt
wurde. Damit wurde eine Art von Schutzgebieten in der Bundesrepublik
Deutschland eingeführt, die in der ehemaligen DDR bereits über
zehn Jahre Bestand hatte.
Auf einer Fläche von rund 1.850 Quadratkilometer
wird im Fall des Biosphärenreservates Rhön eine geologische
und landschaftliche Vielfalt geschützt, die als Kulturlandschaft
in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Die hervortretende Besonderheit
eines Biosphärenreservates ist es, dass in ihm das Leben und
die Tätigkeiten der Menschen in den verträglichen Umgang
mit der Natur einbezogen werden.
Diesem Anspruch wird die Rhön mit ihrem Waldanteil von nur
etwa 40 Prozent, ihren weiten Flächen mit Wiesen und Kalkmagerrasen
und einer daraus resultierenden Pflanzen- und Tierwelt weitestgehend
gerecht. Länderübergreifende Artenschutzkonzepte und die
Förderung regionaltypischer Nutzungsformen und Produkte, wie
im Fall der Rhön das Röhnschaf und die Streuobstwiesen,
unterstützen dabei die vorhandene Kulturlandschaft nach
dem Motto "Schutz durch Nutzung".
Die Landschaftsform der Rhön wird von drei
unterschiedlichen Lebensräumen geprägt, die aus der Offenheit
und Weite der Hochflächen, den großflächigen Kalkmagerrasen
und den artenreichen Buchenwäldern bestehen. Um in den Biosphärenreservaten
Referenzflächen für den Vergleich mit den überwiegend
genutzten Landschaftsgebieten zu erhalten, ist die Schaffung von
sogenannten Kernzonen vorgegeben, die sich in Form ausgewählter
Naturschutzgebiete darstellen.
Was den Erholungs- und Freizeitwert des Biosphärenreservates
Rhön betrifft, so spielen Wanderungen und Radtouren durch die
Laub- und Mischwälder und die Hochmoore eine große Rolle.
Der Hochrhöner Fernwanderweg, der Rhönradweg und der Milseburgradweg
sind für deren Durchführung nur drei ausgewählte
Beispiele. Trollblumen, Orchideen und Silberdistel sind dabei als
Vertreter der vielgestaltigen Vegetation treue Wegbegleiter.
Dagegen treffen sich Segelflieger, Paraglider und Drachenflieger
an und auf der Wasserkuppe, dem mit 950 Meter höchsten
Berg der Rhön. Im Winter lässt sich auf den Hochflächen
und an den Hängen der Berge der Rhön selbstverständlich
auch Wintersport betreiben.
An kulturellen Sehenswürdigkeiten hat die
Rhön zahlreiche kleinere Städte und Ortschaften mit gut
erhaltenen Fachwerkbauten, Kirchen und Resten alter Stadtbefestigungen
zu bieten. Als Beispiele sollen das thüringische Zella mit
seiner Barockkirche aus dem Jahr 1732 und der daneben befindlichen
Mariengrotte, der Luftkurort Hilders im hessischen Teil der Rhön
im Usertal nördlich der Wasserkuppe und die nördlichste
Stadt Bayerns Fladungen mit ihren Fachwerkbauten, dem Rhön-Museum
und der gut erhaltenen Stadtbefestigung mit dem Maulaffenturm dienen.
Daneben bilden mittelalterliche Burgruinen wie die der Hutsburg
bei Helmershausen oder die Kirchenburgen von Kaltensundheim und
Herpf beliebte Ausflugsziele. Eines der meistbesuchten im Biosphärenreservat
Rhön ist das Kloster Kreuzberg bei Bischofsheim, in dem
ein schmackhaftes Klosterbier gebraut wird.
Weitere markante Ziele befinden sich in der näheren Umgebung
des Reservates, so im nördlich davon gelegene Vacha mit seinem
historischen Marktplatz, Teilen einer alten Stadtbefestigung und
dem Museum der Burg Wendelstein. Unweit davon befinden sich die
Städte Bad
Salzungen und Bad Hersfeld. Südlich des Biosphärenreservates
bilden im bayerischen Staatsbad Bad Brückenau der historische
Kurpark und mehrere Heilquellen ein lohnenswertes Ziel.
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