|
Auf einem sich in Ost-West-Richtung südlich
des Harzes erstreckenden, 830 Quadratkilometer großen Areal
befindet sich der GeoPark Kyffhäuser. Neben dem den
Park seinen Namen gebenden Gebirge, schließt dieser von der
Windleite
nördlich von Sondershausen
und der Talsperre
Kelbra her, weite Gebiete der Hainleite,
die Diamantne Aue mit Bad
Frankenhausen sowie das Unstrut- und das Helmetal bis hin zum
Plateau der Hohen Schrecke und zur Stadt Rossleben ein.
Mit der Anerkennung als Nationaler GeoPark
im Juli 2009 erfolgte gleichzeitig die Würdigung des großen
ehrenamtlichen Engagement des Fördervereins GeoPark Kyffhäuser
e.V. bei der Entwicklung eines Projektes, in dem sowohl die
geologische Vielfalt dieser Region als auch das alte Siedlungsgebiet
von Urmenschen eine hervorragende Rolle spielen.
Dabei stand und steht im Vordergrund, seltene Erscheinungsformen
von geowissenschaftlicher Bedeutung erlebbar zu machen, mit diesem
Erlebnis das Kennenlernen historischer, kultureller und archäologischer
Sehenswürdigkeiten zu verbinden und zusätzlich auf die
landschaftliche Schönheit der Kyffhäuserregion aufmerksam
zu machen.
Dabei spielen ohne Zweifel die Gesteine in erlebbarer
Form von Steinbrüchen, Kupferschieferhalden, Erlebnisbergwerken
wie dem von Sondershausen, Höhlen wie der Barbarossahöhle
und aus Stein erbaute Gebäude und Denkmale wie das Kyffhäuserdenkmal ,
eine dominierende Rolle. Aber auch der Soleförderung, die bereits
vor Jahrhunderten mit ihrer Versiedung zu Speisesalz den Reichtum
des Gebietes um Bad Frankenhausen begründete und archäologischen
Ausgrabungen wie der Königspfalz
Tilleda und dem Fundplatz Bilzingsleben kommt eine große
Bedeutung für die Attraktivität des GeoParks Kyffhäuser
zu.
Bewusst erlebbar wird die Vielfalt der Landschaft
um das Kyffhäusergebirge durch zahlreiche, in einer Broschüre
beschriebenen Geopfade, die unter anderem zu den Mühlsteinspuren
und der Kaiserpfalz nach Tilleda führen, die Besonderheiten
der Steinrinne erlebbar machen oder den Kalibergbau und die Welt
der Gesteine am Rathsfeld vorstellen. Als solche werden auch Radtouren
wie die um das Kyffhäusergebirge oder die um die Hainleite
angeboten und erläutert. Eine gern genutzte Besonderheit stellt
das im GeoPark zur Verfügung stehende Hörerlebnis dar.
Hierbei erhält der Parkbesucher an 60 unterschiedlichsten Stationen,
die ständig in Betrieb sind, bei Anwählen einer Telefonnummer
wissenswerte Informationen zu der jeweiligen Sehenswürdigkeit.
Äußerst interessant stellen sich die
einzelnen Landschaftsformen im GeoPark dar. So wartet das kleine
Gebirge des Kyffhäuser mit schattigen Buchenwäldern auf
seiner steilen Nordseite auf, während die Südseite sich
als steppenähnliche Gipskarstlandschaft präsentiert.
Die sich um das Gebirge formierenden Auenlandschaften sind dagegen
von den Einflüssen eines über Jahrmillionen wechselnden
Klimas und der bis heute anhaltenden Salzauslaugung geprägt.
Daneben existiert eine Vielzahl sehenswerter lokal begrenzter geologischer
Erscheinungen. Von ihnen seien hier nur die unter Naturschutz stehenden
Muschelkalkschichten am Kohnstein mit ihren Karsthöhlen, die
von sieben Meeren gebildeten Stinkschiefer im Wüsten Kalktal
bei Bad Frankenhausen, die Roten Berge bei Hemleben und der Durchbruch
des Flüsschens Wipper durch das Massiv der Hainleite bei Seega
genannt.
Entdeckungen gänzlich anderer Natur brachten
dagegen die auf dem Mittelberg bei Kleinwangen gefundene Himmelsscheibe
von Nebra ans Tageslicht oder ließen die Reste unserer
Vorfahren und deren Jagdbeute in der Steinrinne Bilzingsleben zum
Vorschein kommen.
Wen schließlich die Burgen
und Schlösser im GeoPark Kyffhäuser in seinen Bann
ziehen, der sollte sich bewusst sein, dass die meisten von ihnen
mit Sandsteinen aus den Überresten einer versteinerten Wüste
bei Sondershausen erbaut worden sind.
Zurück zur Übersicht: Naturparks
in Thüringen »
|