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    Carl Zeiß
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Carl Zeiß - Gründer der Firma Carl Zeiss

Carl Zeiß
Quelle: Carl Zeiss Archiv

Wohnhaus von Carl Zeiß in Weimar
Zeiß´s Wohnhaus in Weimar
 

Manchmal treten die Kinder in die beruflichen Fußstapfen der Eltern oder werden von einem prägenden Ereignis zu einem bestimmten Beruf geführt. Eher selten ist dagegen ein Leistenbruch ausschlaggebend für die spätere Tätigkeit eines Heranwachsenden.
So hat es sich zugetragen bei keinem geringeren als Carl Zeiß.

Er wurde als fünftes von zwölf Kindern am 11. September 1816 in Weimar geboren. Die Familie Zeiß genoss hohes Ansehen in der Stadt der Dichter und Denker. Sein Vater August, ein Kunstdrechslermeister, bearbeitete auch solche kostbaren Rohstoffe wie Elfenbein. Dies führte zwangsläufig zu Kontakten mit der "besseren Gesellschaft" und im Besonderen zum Weimarer Erbprinz und späteren Großherzog von Sachsen Weimar und Eisenach Carl Friedrich (1783 - 1853). Dieser interessierte sich nicht nur für die fertigen Arbeiten sondern auch für das Handwerk selbst und fand in August Zeiß einen guten Lehrmeister.
Der zukünftige Landesherr bedankte sich u.a. mit einer Patenschaft für Augusts fünftes Kind, den kleinen Carl.




So schien der Weg für den Jungen in ein gutbürgerliches Leben vorgezeichnet zu sein, obwohl die Familie auch schwere Schicksalsschläge verkraften musste, denn sechs ihrer zwölf Kinder starben in den ersten Lebensjahren.

Zusammen mit seinen zwei Brüdern besuchte er das Gymnasium in Weimar. Während die beiden Geschwister studierten, um später im Schuldienst tätig zu sein, hatte der Vater mit Carl andere Pläne.
Auf Grund des Leistenbruchs musste er schon als Kind ein Bruchband tragen. Längere sitzende Tätigkeiten am Schreibtisch würden sich deshalb, nach Meinung des Vaters, eher ungünstig auf das Leiden seines Sohnes auswirken. So besuchte Carl das Gymnasium nur bis zur vorletzten Klasse und legte danach ein besonderes Abitur ab, was ein Studium an einer Universität auf bestimmte meist naturwissenschaftliche Fächer einschränkte. Es war ihm also nicht möglich, dem Vorbild seiner Brüder zu folgen.

Jedoch hatte er sich ohnehin schon früh für mechanische Apparate interessiert und begann deshalb 1834 eine Lehre bei Dr. Friedrich Körner (1778 - 1847), dem Hof- und Universitätsmechanikus in Jena.
Die Lehrzeit betrug damals vier Jahre. Während dieser Zeit schrieb er sich zusätzlich als ordentlicher "stud. Math." an der Jenaer Universität ein. Nach Ablauf der vier Jahre erhielt er von seinem Lehrmeister eine empfehlende, lobende Beurteilung und von der Universität eine Bestätigung der besuchten Vorlesungen.
Mechaniker galten damals als Künstler, was es schwer machte, sie in eine Zunft oder Innung einzuordnen. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, entschied sich Carl Zeiss für eine Wanderschaft. Sie führte ihn nach Stuttgart, Darmstadt, Wien und schließlich nach Berlin. Wien galt damals als der bedeutendste Ort des Maschinenbaus.

1845 kehrte er mit weiteren ausgezeichneten Empfehlungen zurück in seine Geburtsstadt Weimar. Ein wenig auf die Unterstützung seines Patenonkels, den Herzog, hoffend, reichte Carl Zeiß zunächst in Weimar einen Antrag auf Erlaubnis einer Selbstständigkeit als Mechaniker ein. Dieser wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass schon zwei Mechaniker ansässig seien und kein Bedarf für einen weiteren bestünde.
Was für ein Glück für Jena! Doch auch hier gab es schon selbstständige Mechaniker und ihm widerfuhr zunächst eine ähnliche Ablehnung wie in Weimar. Zudem kam, dass Carl Zeiß kein Bürger dieser Stadt war, was die Sache noch erschwerte. Eigentlich durfte er sich nicht einmal länger in Jena aufhalten. So schrieb sich der junge Mechaniker wieder an der Universität ein, was ihm zunächst den Aufenthalt erlaubte.

Schon bald fand er bei einigen Professoren Unterstützung für sein Vorhaben, ein eigenes "Atelier" zu eröffnen. Pof. Dr. Schleiden (1804 - 1881) war einer von ihnen. Der Botaniker lehrte seit 1840 an der Universität und beschäftigte sich dort mit Zellforschung, wofür er natürlich gute Mikroskope brauchte. Mit Matthias Schleiden verband Carl Zeiß darüber hinaus bald eine langjährige Freundschaft.
Da er außer empfehlenden, belobigenden Beurteilungen keine konkreten Zeugnisse hatte, musste sich der junge Mechaniker, vor einer zustimmenden Bearbeitung seines Antrags, noch einmal Prüfungen unterziehen.
Diesmal waren neben guten theoretischen Kenntnissen auch ein tüchtiger praktischer Blick zu beweisen. Die Geschicklichkeit seiner Hände wurde geprüft und schließlich kam es dem Gremium noch auf ein selbstständiges Auftreten in der Welt an. Auch diese eher kleine Hürde meisterte er mit Bravour und erhielt die ersehnte Genehmigung kurz nachdem man ihn zum Bürger von Jena gemacht hatte.
Am 17. November 1846 führten endlich sein Durchhaltevermögen, seine Willensstärke sowie ein wenig Glück zur Gründung des "Ateliers für Mechanik" von Carl Zeiß in Jena.
Dies war zugleich die Grundsteinlegung für den heute international bekannten Konzern Carl Zeiss, dessen atemberaubender Aufstieg durch die Zusammenarbeit von Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott ermöglicht wurde.

Autorin des Textes ist Sabine Weiß - Stadtführungen mit Herz
www.jena-stadtfuehrung.de

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Unterkünfte in Weimar & Jena - den Wirkungstätten von Carl Zeiß

 

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