Während die Mauerstärke von 2,7 Metern
und der Umfang des einst 22 Meter hohen, aus Granitsteinen erbauten
Bergfrieds heute noch nachvollziehbar sind, ist die Innenausstattung
von Kapelle und Palas nur noch anhand alter Dokumente
und von Einzelfunden überliefert. So deuten wenige Funde aus
dem 16. Jahrhundert auf eine durchaus künstlerische Ausstattung
von Kapelle und Palas hin. Später wurden auch während
des langsam einsetzenden Verfalls noch architektonische Veränderungen
durch Säulen und Muschelkalk-Elemente vorgenommen.
Eine im Jahr 1560 gefundene Bronzeplastik eines rundlichen, knienden
Knaben, gilt wegen seiner ungewissen Herkunft noch heute als das
Rothenburger Rätsel. Dieser als Püsterich bezeichnete
Feuerspucker ist im Schlossmuseum
Sondershausen zu sehen.
Von der die Burg umgebenden Ringmauer mit einem vorgelagerten Wall
und dem über eine Zugbrücke möglichen Zugang ist heute
hingegen kaum noch etwas erkennbar.
Fundamentreste eines Wirtschaftsgebäudes und eines Brunnens
stammen aus der jüngeren Vergangenheit. Die Wasserversorgung
der Burg erfolgte im Mittelalter über eine Zisterne und eine
in der Nähe gelegenen Quelle.
Um das Jahr 1900 wurden neben der Rothenburg eine Ausflugsgaststätte
und der trotzige Bismarckturm errichtet.
Er überragt mit seiner Höhe von 21 Metern die Ruinen der
Rothenburg, besitzt an seinem Fuß eine Rednerkanzel und trägt
auf dem von steinernen Adlern umrundeten oberen Geschoss eine Feuerschale.
Wer den Besuch der Burgruine Rothenburg mit dem
weiterer Sehenswürdigkeiten in der Region verbinden möchte,
dem können vor allem die der nördlichen Kyffhäuserregion
empfohlen werden.
Dies sind neben dem Kyffhäuserdenkmal
mit den Überresten der Reichsburg die in Deutschland einzige
vollständig ausgegrabene Königspfalz
Tilleda und der zum Baden und zu Wassersport einladende Stausee
Kelbra. Speziell in den Sommermonaten lohnt auch der Besuch des
wunderschönen Rosariums der Stadt Sangerhausen.
Zurück zur Übersicht: Schlösser
und Burgen » |