In einer Gegend, in der ihr Wald- und Wildreichtum schon vor vielen
Jahrhunderten zur Befriedigung der Jagdleidenschaft von Fürsten
und Herzögen diente, liegt wenige Kilometer südlich von
Jena, zwischen
Kahla und
Pößneck,
der kleine Ort Hummelshain. Umgeben von viel Wald und mehreren
kleinen Seen, kann der Ort von Natur- und Wanderfreunden bequem
vom Waldhotel Linzmühle im Leubengrund aus erreicht werden.
Natürlich ist auch eine direkte Anfahrt möglich. Ehe die
in einem Park am Ortsausgang von Hummelshain liegenden zwei Schlösser
erkundet werden, lohnt sicher noch ein Abstecher zu der schönen
kleine Kirche des Ortes.
Ein erstes Jagdhaus wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
in diesem Revier errichtet. 1664 ließ danach Friedrich Wilhelm
II. ein Jagdschloss errichten, von dem aus seine Hetzjagden bis
zu der noch im Bau befindlichen barocken Jagdanlage Rieseneck stattfanden.
Im Jahr 1830 wurde ein weiträumiger umzäunter Tiergarten
für Damwild und Hirsche angelegt. Fünfzig Jahre später
erteilt Herzog Ernst I. den Auftrag zum Bau eines repräsentativeren
Schlosses. Dieses Neue Jagdschloss Hummelshain wurde damit
zum letzten und einem der schönsten in Europa erbauten Residenzschloss,
welches als Sommerresidenz für die herzogliche Familie diente.
Ab dem Ende des 1. Weltkrieges wurden sowohl das Neue als auch das
Alte Schloss für verschiedene Zwecke und durch unterschiedliche
Einrichtungen genutzt. Dadurch verschlechterte sich der Zustand
beider Gebäude erheblich. Der ursprüngliche Glanz beider
Schlösser konnte vor allem betreffs der Innenräume und
Einrichtungen noch nicht völlig wiederhergestellt werden.
Aber selbst der äußere Anblick lohnt einen Besuch im
Park mit den Hummelshainer Jagdschlössern. Allerdings
können nach erfolgter Terminvereinbarung, im Rahmen gebuchter
Veranstaltungen oder an einigen feststehenden Wochenenden kleine
Schlossführungen und eine Turmbesteigung miterlebt werden.
Während das Alte Schloss sich als eine eher schlichte,
mehrteilige Anlage zeigt, die außer ihrem gedrungenen Rundturm
und einem neugotischen Portal wenig Spektakuläres bietet, ist
das Neue Jagdschloss ein äußerst imposanter Bau.
Überragt wird dieser von dem 48 Meter hohen Schlossturm. Weiter
schmücken vier Ecktürme und ein Arkadenrundgang das Äußere
dieses herrlichen Baus im Neorenaissance-Stil. In seinem Inneren
beeindruckt der große Festsaal mit einer wunderbaren Deckentäfelung,
einem riesigen Marmorkamin und einem Wandrelief, auf dem Jagdszenen
und Schlösser aus der Altenburger Umgebung dargestellt sind.
Sehenswert sind auch der markante Treppenaufgang im Westflügel
des Schlosses sowie das Ess- und das Musikzimmer.
Wenn die Zeit es erlaubt, bietet sich in Verbindung mit einem Besuch
der Hummelshainer Jagdschlösser ein Abstecher zu einer der
folgenden Sehenswürdigkeiten in der Umgebung an. In Frage käme
die Leuchtenburg
auf einem Berg über dem Saaletal, die bereits erwähnte
barocke Jagdanlage
Rieseneck mit ihren unterirdischen Gängen, der mittelalterliche
Wohnturm Kemenate
bei Orlamünde mit einer fantastischen Sicht in die Täler
von Saale und Orla und das Wasserschloss
Wolfersdorf.
Zurück zur Übersicht: Schlösser
und Burgen »
|