| Nach dem Tod des letzten Landgrafen
von Thüringen im Jahr 1440, ging die Runneburg in den Besitz
der Herzöge von Sachsen über. Wie schon zuvor, erfolgten
immer wieder Umbauten und Erweiterungen der mit 1,5 ha Innenfläche
größten landgräflichen Burganlage Thüringens,
die auch im Bauernkrieg und im Dreißigjährigen Krieg eine
bedeutende Rolle spielte. Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 fiel
Weißensee mit der Burg an Preußen und wurde schrittweise
für Verwaltungszwecke umgebaut. Zu Zeiten der DDR wurde die Burg
als Schule genutzt und war stark dem Verfall preisgegeben. Erst nach
1990 wurden Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen eingeleitet,
die unter der Mitwirkung von Vereinen, Stiftungen und Gesellschaften
noch heute andauern.
Die Besichtigung der Runneburg ist täglich bei mehrmals stattfindenden
Führungen möglich. Dabei erfährt der Besucher mancherlei
Wissenswertes über das bestens erhaltene Palas, die Toranlage
mit dem Burgtor, den Wohnturm und zwei Brunnen. Unter dem romanischen
Palas befinden sich Kellergewölbe, in denen Ausgrabungsfunde,
eine Münzsammlung und eine Kopie des Weißenseer Reinheitsgebotes
zu besichtigen sind. Bei letzterem handelt es sich um ein wiederentdecktes
Dokument aus dem Jahr 1434, in dem das Brauen von Bier nach dem
Reinheitsgebot belegt wird.
Außer der Burggaststätte erwartet auf dem Burghof der
Nachbau einer riesigen Steinschleuder die Besucher. Sie ist die
Nachbildung einer Maschinerie, die bei der Belagerung der Runneburg
Anfang des 13. Jahrhunderts zum Einsatz kam. Mehrfach im Jahr finden
mit ihr Schauvorführungen statt. Wer die gewaltige Steinschleuder
besichtigen möchte muss sich allerdings sputen, da sie derzeit
zum Verkauf steht und sich bereits Interessenten gemeldet haben.
(Stand Januar 2009).
Höhepunkt der zahlreichen Veranstaltungen auf der Runneburg
sind ohne Zweifel die Historischen Burgfestspiele, die jährlich
am ersten Juliwochenende tausende Gäste nach Weißensee
locken.
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