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Ein wenig abseits der durch das romantische Schwarzatal
führenden Landstraße, befindet sich der kleine Ort Schwarzburg.
Oberhalb des hübschen Erholungsortes, der mit seinen Fachwerk-
und Schieferhäusern Ruhe und Erholung verspricht, liegt auf
einem von der Schwarza umflossenen schmalen Bergrücken die
Ruine des Schlosses Schwarzburg.
Bis zurück ins 11. Jahrhundert lassen sich die Spuren der Vorgängerbauten
verfolgen. Belegt ist dabei, dass die Burganlage aufgrund ihrer
exponierten Lage nie angegriffen wurde.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
wird der größte Teil der Schwarzburg durch einen Großbrand
vernichtet. Unter der Herrschaft der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt
erfolgte anschließend der Bau des neuen Schlosses mit dem
Hauptgebäude, einem Querhaus mit Schlosskirche und Turm sowie
dem Kaisersaalgebäude. Aus der ehemaligen Wehrburg entstand
ein beeindruckendes Barock- und Rokokoschloss.
Bis 1940 diente das Schloss als Wohnung der letzten Mitglieder der
Fürstenfamilie.
Auf Befehl Hitlers wurde in diesem Jahr das Schloss geräumt
und anschließend entkernt. Teile der Anlage wurden abgerissen.
Ziel der Aktion war der Umbau in ein Gästehaus der Reichsregierung.
1942 wurde dieser, bedingt durch den Kriegsverlauf, abgebrochen.
In dieser Zeit und durch weitere Handlungen im Verlauf des 2. Weltkriegs
erfolgten Auslagerungen von Kunst- und Waffensammlungen wobei es
auch zu Verlusten von Kunstgegenständen kam.
Nach dem Krieg verfielen die für den Umbau
vorbereiteten Teile der Anlage weiter. Pläne zum Wiederaufbau
konnten zu Zeiten der DDR nicht realisiert werden. Einzige Ausnahme
war die Restaurierung des Kaisersaals, der 1971 wieder eröffnet
wurde. Durch leichtsinniges Handeln brannte 1981 der Turm der Schlosskirche
aus.
So sind heute nur noch die Schlosskapelle und der Kaisersaal
im Gebäude hinter dem schmucken Barockgarten zu besichtigen.
Letzterer erhielt seinen Namen durch 48 auf Leinwandgemälden
und Medaillons verewigten Abbildungen römischer, byzantinischer
und deutscher Kaiser.
Eine Besichtigung ist von April bis Oktober täglich
möglich. In den Wintermonaten besteht diese Möglichkeit
nur an Feiertagen oder während der Schulferien.
Der Komplex der Schlossruine Schwarzburg wurde 1994 an die Stiftung
Thüringer Schlösser und Gärten übertragen. Zwei
Jahre später gründete sich ein Förderverein, dessen
Ziele der Wiederaufbau des Zeughauses der alten Schlossanlage und
eine verbesserte Nutzung der gesamten Anlage sind.
Dieser sah sich im Frühjahr 2009 zur Veröffentlichung
einer Protestresolution veranlaßt, da seine bisherigen intensiven
Bemühungen keine finanzielle Unterstützung durch Bund
oder Land fanden.
Trotz dieses nicht befriedigenden Zustandes sind
die Schlossanlage und der Kaisersaal durchaus einen Besuch wert,
zumal sich dieser bequem verbinden lässt mit dem Besuch weiterer
Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Im unweit
von Schwarzburg gelegenen staatlich anerkannten Erholungsort Sitzendorf
bietet ein Erlebnisbereich in der Porzellanmanufaktur interessante
Einblicke in die handwerkliche Kunst der Porzellanherstellung.
In rund 10 bis 20 Kilometer Entfernung befinden
sich solche attraktiven Ausflugsziele wie die Bergbahn
in Oberweißbach, die Saalfelder
Feengrotten oder die Heidecksburg
in Rudolstadt, in die die früher auf der Schwarzburg befindliche
Waffensammlung ausgelagert wurde.
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