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Schloss Sondershausen in Thüringen am Kyffhäuser

Als Sondershausen um das Jahr 1300 das Stadtrecht erhielt, scharten sich um eine mittelalterliche Burg mit einem Wohnturm etwa 400 Häuser. Mitte des 14. Jahrhunderts ging dieser gesamte Komplex an die Grafen von Schwarzburg über, die diesen Besitz bis 1918 behielten. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann eine bis ins Jahr 1915 andauernde etappenweise Bautätigkeit auf den Grundmauern der Burg, in der zuerst ein dreiflügeliges Renaissanceschloss unter Einbeziehung des bestehenden Wohnturms entstand. Danach folgten Erweiterungsbauten, in deren Rahmen auch der Westflügel hinzugefügt wurde, so dass eine offene Vierflügelanlage entstand. Umgestaltungen im klassizistischen Stil und die Erweiterung der Hoffassade der Renaissancebauten beschlossen den langwierigen Prozess, in dessen Ergebnis ein Schlosskomplex entstand, der sich auf Baustile mehrerer Epochen gründet.
Eine ähnliche Entwicklung durchlief die Gestaltung des Schlossparks der erst in jüngster Zeit zusammen mit dem Achteckhaus wieder instandgesetzt und saniert wurde.

Das Schloss Sondershausen ist täglich außer montags für Besucher geöffnet. Die Teilnahme an einer Führung durch die historischen Räume ergibt ein anschauliches Bild vom kunstgeschichtlichen Innenleben des Schlosskomplexes. In seinem ältesten Teil, dem Schlossturm, beeindruckt besonders das mit herrlichen Stuckarbeiten verzierte Gewölbe am Wendelstein. Statuen und eine Vielzahl großer Deckengemälde schmücken den Riesensaal. Die Schlosskapelle bietet eine detailreiche Innenausstattung und das in ein ehemaliges Tafelgemach nachträglich eingebaute Liebhabertheater verblüfft mit seiner Funktionalität.
Fürstliche Repräsentationsräume sind mit dem Blauen Saal, dem Steinzimmer und dem Römischen Zimmer zu betrachten. Polierte, aus der Region stammende Kalksteinplättchen geben dem Steinzimmer einen besonders glänzenden Charakter, während die Wandmalereien im Römischen Zimmer und eine gemalte Kuppel eigenartige Perspektiven ergeben.

Außerhalb der Vierflügelanlage stellt das im Jahr 1710 errichtete Achteckhaus eine besondere Rarität dar. Der als Musentempel errichtete 23 Meter hohe Fachwerkbau besticht in seinem Inneren mit korinthischen Säulen, zwei Emporen und einem wunderbaren Deckenfresko. In ihm finden Konzerte statt, während im Schlosshof im Sommerhalbjahr Operninszenierungen zur Aufführung gelangen.
Neben den bereits beschriebenen Sehenswürdigkeiten zeigen weitere Einrichtungen des Schlossmuseums eine breit angelegte Schwarzburger Ahnengalerie mit Mitgliedern der gräflichen und fürstlichen Familien aus den Jahren 1697 bis 1918. Ein Prunkstück im wahrsten Sinn des Wortes ist die Goldene Kutsche, eine um 1710 in Paris gefertigte Prunkkarosse. Eine ständige Ausstellung zur Landes- und Stadtgeschichte sowie ein Kuriositätenkabinett ergänzen den musealen Teil.

Ansonsten bietet die Stadt Sondershausen weitere Sehenswürdigkeiten vor allem unter Tage. So ist im Rahmen einer Stadtführung ein ausgegrabenes jüdisches Ritual-Bad aus dem 13. Jahrhundert unter der Galerie am Schlossberg zu besichtigen. Und ebenfalls unterhalb der Stadt kann man in die Welt des Kalibergbaus in einem Besucherbergwerk Einblick nehmen.
Durch die günstige Lage Sondershausens unterhalb des Südhangs des Kyffhäusergebirges sind natürlich auch die mit diesem verbundenen Sehenswürdigkeiten wie das Kyffhäuserdenkmal kostenlose Bilder vom Kyffhäuserdenkmal, die Barbarossahöhle bei Rottleben sowie die Stadt Bad Frankenhausen mit dem Panoramamuseum sehr gut erreichbar.

Weitere Informationen über das Fürstliche Haus Schwarzburg-Sondershausen finden Sie als kurz gefasste Geschichte in Heft 10 des Börde-Verlag Theresia Platte. Das Heft gibt es zum Preis von 4,95 € auf der Website www.fuerstenfamilien.de.

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