Südöstlich vom Naturpark
Kyffhäuser befindet sich in der Schlossstraße der
kleinen Stadt Heldrungen
ein imposantes Bauwerk mit einer wechselvollen Geschichte. Die imposanten
Gebäude und Anlagen der hier aufragenden Wasserburg Heldrungen
haben ihren Ursprung in ersten Befestigungsanlagen des 12. Jahrhunderts.
Anfang des 16. Jahrhunderts wurde an ihrer Stelle ein vierflügeliges
Renaissanceschloss errichtet, das später mit Rondellen, Bastionen
und einem doppelten Wassergraben zu einer in der damaligen Zeit
uneinnehmbaren und einzigartigen Wehranlage erweitert wurde. Erst
im Dreißigjährigen Krieg wurde die Festung erstmals erobert
und danach stark zerstört.
Im Jahr 1668 wurde die Anlage von einem französischen Festungsbaumeister
wieder aufgebaut und mit einer neuen Wehranlage versehen. Die Kernburg
wurde zu einer kastellartigen dreiflügeligen Schlossanlage
umgebaut, das Haupttor mit der gewölbten Durchfahrt von zwei
mächtigen Rundbastionen eingesäumt.
Ab Ende des 17. Jahrhunderts begann der langsame Verfall der Wasserburg
Heldrungen, deren Werterhaltung erst im 20. Jahrhundert wieder aufgenommen
wurde.
Heute befindet sich im Hauptgebäude der Anlage eine Jugendherberge.
Die sich hier aufhaltenden Gäste können unter anderem
im Burgtreff und einem stilgerechten Speiseraum die Atmosphäre
vergangener Zeiten erahnen.
An der Südecke der Kernburg zeugt der Müntzerturm
als ältester Teil des Schlosses von der Gefangenschaft des
Bauernführers Thomas Müntzer, der danach 1525 im nahe
gelegenen Bad
Frankenhausen hingerichtet wurde.
Im Nordflügel befindet sich auf den baulichen Resten des früheren
spätgotischen Schlosses das Burgcafé in schönen,
gewölbten Räumlichkeiten. Der Ostflügel ist heute
nicht mehr sichtbar.
Magazingebäude und Tonnengewölbe stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Hier finden, wie in den riesigen überwölbten Kasematten
des Tonnengewölbes zahlreiche Veranstaltungen statt.
Da Innenbesichtigungen der Wasserburg Heldrungen nur nach Voranmeldung
möglich sind, kann der in seiner kompletten Bausubstanz aus
dem 16. Jahrhundert erhaltene historische Rittersaal, in dem unter
anderem Hochzeiten, Familienfeiern und Seminare stattfinden, nur
nach Anmeldung besichtigt werden.
Aber selbst wenn der Komplex der Wasserburg ohne Führung besucht
wird, wirken die Wälle, Gräben, mächtigen Mauern
und gut erhaltenen oder restaurierten Gebäude in ihrer Gesamtheit
einer mittelalterlichen Wehranlage äußerst beeindruckend,
zumal mit der Wasserburg Heldrungen mitten in Thüringen ein
seltenes Zeugnis der französischen Festungsbaukunst erhalten
geblieben ist.
Natürlich kann neben der Wasserburg Heldrungen noch so manche
Sehenswürdigkeit in dieser Region aufgesucht werden. Vor allem
die Stadt Bad Frankenhausen mit dem Panoramamuseum,
der Kyffhäusertherme und dem nahe liegenden Kyffhäuserdenkmal
bietet sich dafür an. Aber auch Europas größte besuchbare
Gips-Höhle, die Barbarossahöhle
oder die Ruinen der Sachsenburgen mit ihren zwei Bergfrieden und
Resten von Wehrmauern und Kellerräumen könnten das Besuchsprogramm
komplettieren.
Zurück zur Übersicht: Schlösser
und Burgen »
|