|
Der Förderer der Reformation und Gründer der ehrwürdigen
Universität Jena, Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen
war es, der im Jahre 1547 den Auftrag für den Bau von Wasserschloss
Wolfersdorf gab. Hier, zwischen sanften Hügeln und ausgedehnten
Wäldern, inmitten eines künstlich angelegten Teiches,
entstand im Stil der Frührenaissance ein Jagdschloss, dem der
Kurfürst nach einem Treffen mit seiner Familie den Namen Fröhliche
Wiederkunft gab. Meist diente es in der Folgezeit der Unterbringung
von Jagdgesellschaften, bis es im 18. Jahrhundert mit der Erweiterung
der Jagdanlagen im Hummelshainer Revier und der verstärkten
Nutzung der dortigen Schlösser an Bedeutung verlor.
Viel später, nämlich in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts, rückte das Wasserschloss nochmals ins Blickfeld
der Öffentlichkeit, als der Herzog von Sachsen-Altenburg, Ernst
II. dort wohnte und dem dies als einzigen Adligen auch noch zu Zeiten
der DDR erlaubt war.
Das mitten im Ort Trockenborn-Wolfersdorf gelegene Wasserschloss
ist heute durch seine Nähe zu den sich kreuzenden Autobahnen
A4 und A9 einfach und bequem erreichbar. Durch bauliche Veränderungen
wurde sein Baustil mit Elementen der Neugotik vermischt. Der Besucher
kann an bestimmten Tagen, die via Internet abrufbar sind, das nach
wie vor imposante Bauwerk im Rahmen von Führungen auch von
innen besichtigen.
Nach durchqueren der mit einem großen Kamin ausgestatteten
Eingangshalle sind unter anderem das Malzimmer mit handgemalter
Tapete, verschiedene Wohnräume der Herzöge Joseph und
Ernst und das Nischenzimmer zu betrachten. Ein wenig Vorsicht ist
in der Silberkammer geboten, um nicht unverschuldet eine Nacht im
mächtigen, begehbaren Tresor verbringen zu müssen. Gegenwärtig
nicht zu besichtigen ist der Fürstensaal, der ebenso wie ein
Teil der Fassade restauriert wird. Ein besonderes Kleinod stellt
darüber hinaus die selbsttragende, steinerne Wendeltreppe dar.
Rund um den kleinen Ort, der außer dem Wasserschloss Wolfersdorf
einige hübsche Fachwerkhäuser und ein schön gelegenes
Waldbad aufzuweisen hat, führen circa 100 Kilometer beschilderte
Wanderwege durch die ruhige Natur des Saale-Holzland-Kreises. Größere
Waldflächen wechseln sich dabei mit Teichen, Bächen und
grünen Wiesen ab.
Einer der Wege führt zu den Hummelshainer
Schlössern und zur historischen Jagdanlage
Rieseneck. Westlich des Ortes grüßt die weithin sichtbare
Leuchtenburg von
ihrem Bergsporn über der Saale herüber.
Und wer nach dem Aufenthalt in all den ländlichen Gefilden
ein wenig mehr städtisches Treiben erleben möchte, der
könnte dem etwa 10 Kilometer südlich von Trockenborn-Wolfersdorf
gelegenen Neustadt
an der Orla einen Besuch abstatten. Hier warten das Schloss
mit der erhalten gebliebenen Klosterkirche, das gotische Rathaus
mit seinem schönen Schaugiebel und nicht zuletzt die mittelalterlichen
Fleischbänke zwischen Markt und Kirchplatz auf interessierte
Touristen.
Zurück zur Übersicht: Schlösser
und Burgen »
|