Das kleine Städtchen Bad Köstritz liegt am Mittellauf
der Weißen Elster, an der einstigen alten Heerstraße,
die von Gera über Eisenberg
nach Jena führte und die heute als Bundesstraße B7 im
Osten Thüringens verläuft.
Ihre Bekanntheit verdankt die Stadt vor allem dem aromatischen,
gern getrunkenen Schwarzbier und dem Ruf der hier gezüchteten
Blumen.
Sowohl über die südlich von Bad Köstritz verlaufende
Autobahn A4, als auch über die, sie am unweit gelegenen Hermsdorfer
Kreuz querende A9, ist die nordwestlich von Gera liegende Stadt
gut erreichbar.
Die im frühen Mittelalter in der Nähe zweier Rittersitze
entstandene slawische Siedlung wurde erstmals urkundlich im 14.
Jahrhundert erwähnt. Frühzeitig begann man in Köstritz
Bier zu brauen, so dass bereits im Jahr 1543 das erste Brau- und
Vertriebsrecht verliehen wurde, womit der Ursprung für das
heute geschätzte Schwarzbier geschaffen wurde.
Köstritz stand die meiste Zeit unter reußischer Herrschaft.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dann der Ruf
als Blumenstadt begründet, indem die Züchtung der aus
Mexiko stammenden Dahlien aufgenommen wurde. Auf der Grundlage
vorhandener Solequellen wurde für den Ausbau des Heil- und
Kurbetriebs im Jahr 1865 ein Kurhaus nebst einem Kurpark eröffnet.
Später wurden auch Moor- und Sandbäder in den Kurbetrieb
aufgenommen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging die damals modernste Brauerei
Deutschlands in Betrieb und Mitte der zwanziger Jahre wurden Köstritz
der Titel "Bad" und das Stadtrecht verliehen.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde das zwischenzeitlich
geschlossenen Kurhaus als Rheumasanatorium wiedereröffnet;
1997 dann jedoch abgerissen.
Die Stadt Bad Köstritz, in der vor über 420 Jahren mit
Heinrich Schütz der bedeutendste deutsche Komponist vor Johann
Sebastian Bach geboren wurde, bietet mit ihren Gebäuden aus
der Gründerzeit und zahlreichen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern
seinen Besuchern ein gepflegtes Ambiente. Aus diesem Kleinstadtbild
ragen das Fürstliche Palais, das 4-Sterne-Hotel "Goldener
Loewe" und das Schlosshotel ebenso heraus wie das Geburtshaus
von Heinrich Schütz, in dem die gleichnamige Forschungs- und
Gedenkstätte eingerichtet ist.
Das denkmalgeschützte "Haus des Gastes" beherbergt
das erst unlängst aus Anlass der Bundesgartenschau eröffnete
Dahlienzentrum mit einer ständigen Ausstellung, einem Dahlienarchiv
und einem Schau- und Lehrgarten, der besonders zur Blütezeit
der Dahlien zahlreiche Blumenfreunde anzieht. Gleiches gilt für
das jährlich im September stattfindende Köstritzer
Dahlienfest mit der Wahl der Dahlienkönigin.
Der Köstritzer Park mit seinem klassizistischen Tempel und
das kleine Rosarium laden die Naturfreunde zum beschaulichen Bummeln
ein. Wiesen, Wälder und sanfte Hügel lassen sich auf den
gut ausgeschilderten Wander- und Radwanderwegen entlang der Elsteraue
erleben.
Aktive Erholung und zahlreiche Attraktionen für Groß
und Klein bietet darüber hinaus das rekonstruierte Freizeit-
und Erholungsbad.
Unproblematisch ist es, von Bad Köstritz aus sehenswerte Thüringer
Städte wie Gera,
Greiz oder Altenburg
zu besuchen. Und wem eine Fahrt von etwa 20 Kilometer nicht zu weit
ist, der sollte sich den Besuch der Höhenburg
Posterstein in der gleichnamigen Gemeinde nicht entgehen lassen.
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