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Unmittelbar an der sogenannten Thüringer Pforte liegt das
kleine Städtchen Heldrungen. Bekannt vor allem durch
die mittelalterliche Wasserburg gleichen Namens, befindet sich Heldrungen
nur wenige Kilometer südöstlich des Naturparks
Kyffhäuser. Seit Ende 2008 ist die Stadt an die noch im
Bau befindliche Autobahn A71, die von Sangerhausen in Richtung Erfurt
führt, angeschlossen.
Gleichfalls führt die Bundesstraße B86 von der nördlich
Heldrungens vorbeiführenden A38 in die Stadt, deren Entstehung
bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht.
Bevor Heldrungen erstmals im Jahr 1530 ein Stadtrecht erhielt,
war fünf Jahre zuvor der Bauernführer Thomas Müntzer
hier inhaftiert. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die
Stadt schwere Zerstörungen, die ihre Ursache vor allem im Kampf
um das zur Festung ausgebaute Schloss hatte. Dieses wurde nach seiner
Zerstörung 20 Jahre später wieder aufgebaut. 1819 wütete
eine Feuersbrunst; nach dem Wiederaufbau siedelten sich zahlreiche
Handwerker- Innungen in der Stadt an.
Heute lebt man in der Region um Heldrungen vorrangig von der Landwirtschaft
und dem Gemüseanbau.
Letzteres lässt sich auf angenehme Weise sehr gut touristisch
bei einem Besuch im ehemaligen Rittergut im Stadtteil Braunsroda
erleben. Dieses ehemalige Gutshaus von Bismarck bietet heute
mit Ferienwohnungen, einer Gutswirtschaft und einem Café
alle Voraussetzungen, die Idylle des Landlebens hautnah zu spüren.
Bei Spaziergängen, beim Radfahren oder hoch zu Ross lassen
sich auf den von Obstbäumen umsäumten Wegen durch die
unterschiedlich genutzten Ackerflächen die heimischen Pflanzen-
und Tierarten beobachten und erkunden.
Außerdem ist auf dem Bauernhof eine Vielzahl gutmütiger
Haustiere besonders für die Kinder eine kleine Attraktion.
Die Geschichte des Wahrzeichens von Heldrungen, der Wasserburg
Heldrungen, reicht weit ins Mittelalter zurück. Nach Umbauten
und Zerstörungen entstand sie in der heutigen Gestalt mit einer
wohl einmaligen Wehranlage zwischen 1664 und 1668. Die einstige
Funktion als Festung ist an den Bastionen, Erdwällen, Wassergräben
und Rondellen noch sehr gut zu erkennen.
In der Anlage befinden sich die zu einer Art Schloss umgebaute alte
Kernburg, eine gewaltige überwölbte Kasematte, ein Magazingebäude
und ein historischer Rittersaal, der noch vollständig in der
alten Bausubstanz erhalten ist. In den beiden letzten Räumlichkeiten
finden Veranstaltungen unterschiedlicher Art statt. Auch eine Jugendherberge
und ein Café haben im Areal Platz gefunden.
Im übrigen verdienen bei einem Bummel durch die gepflegte
Kleinstadt das attraktive Rathaus aus dem Jahr 1900 und die 1696
fertiggestellte evangelische Kirche mit ihrer beachtlichen Innenausstattung
besondere Aufmerksamkeit.
In der näheren Umgebung Heldrungens bieten die bekannten Objekte
der Kyffhäuserregion,
wie die Barbarossahöhle, das Kyffhäuserdenkmal und das
Panoramamuseum und die Kyffhäusertherme in Bad
Frankenhausen lohnenswerte Ausflugsziele. Dies gilt auch für
die weltweit größte Rosensammlung im Rosarium in Sangerhausen
in reichlich 20 Kilometer Entfernung von Heldrungen.
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