Zu Füßen der weithin sichtbaren Leuchtenburg
liegt das vor allem durch die Porzellanindustrie bekannt gewordene
Städtchen Kahla. Die kleine Stadt im mittleren Saaletal befindet
sich etwa auf halber Strecke zwischen Weimar
und dem Hermsdorfer Kreuz, 10 Kilometer südlich von Jena
und der Autobahn A4.
Kahla erhielt um das Jahr 1300 sein Stadtrecht und nach
mehreren Stadtbränden nach 1520 seine heutige bauliche Struktur.
Während der Reformation und des Bauernkriegs schloss es sich
dem protestantischen Lager an. Nach Plünderungen im Dreißigjährigen
Krieg hielt die Befestigungsanlage der Stadt später mehrfach
feindlichen Angriffen stand.
1843 begann die Porzellanherstellung in Kahla, die zu Zeiten der
DDR mit dem Bau eines großen und modernen Porzellanwerks einen
Höhepunkt erfuhr.
Als ältestes Zeugnis der Geschichte Kahlas ist die im 12.
Jahrhundert erbaute und mehrfach restaurierte Stadtmauer mit ihren
zwei Wehrtürmen sowie dem umgebauten Saaletor erhalten.
Sie umschließt den historischen Altstadtkern mit seinen sehenswerten
Ackerbürgerhäusern. Enge Durchgänge und winklige
Gassen führen von hier in die tiefer gelegenen Stadtgebiete.
Neben der ehemaligen Burg, auf deren Grundmauern sich die heutige
Stadtkirche "St. Margarethen" erhebt, befindet sich mit
dem Rathaus eines der ältesten Gebäude der Stadt. Ähnliches
gilt für das "Metznersche Haus", ein sehr dekoratives
Fachwerkhaus, welches heute das Heimatmuseum beherbergt.
Bezüglich der Stadtkirche wäre noch nachzutragen, dass
kurz nach ihrem Neubau im Jahr 1524, Martin Luther in ihr predigte
und das aus dieser Zeit stammende Glockengeläut noch heute
seinen Dienst versieht.
Über Kahla und das gesamte mittlere Saaletal erhebt sich die
Leuchtenburg mit ihrem majestätischen Bergfried. Bei
klarer Sicht lässt sich von hier der Große Inselsberg
ebenso erblicken wie Teile des Kyffhäusergebirges.
Die Entstehungsgeschichte der Leuchtenburg lässt sich bis ins
13. Jahrhundert zurück verfolgen. Mehrfach bot sie den Bauern
der Umgebung aber auch Verwandten damaliger Fürsten Zuflucht
vor drohenden Gefahren. Nachdem die Burg im 18. und 19. Jahrhundert
als Zuchthaus fungierte, wurde sie danach dem Fremdenverkehr erschlossen
und umfangreich restauriert.
Südlich der Leuchtenburg gelangt man in den Leubengrund,
einem malerischen Tal mit Teichen und mehreren Wassermühlen.
Ein markanter Ort in der Nähe Kahlas ist außerdem der
350 Meter hohe Dohlenstein. Bei ihm handelt es sich um einen Kalksteinfelsen,
von dem schon mehrfach abgebrochene Teile den Lauf der Saale beeinträchtigten.
Zwei sehenswerte Objekte in der Umgebung verdienen noch eine etwas
ausführlichere Betrachtung. Das betrifft zum einen das 1880
im Neorenaissancestil erbaute Hummelshainer Jagdschloss. Mit seiner imposanten Erscheinung
zählt es zu den letzten und gleichzeitig schönsten Schlossbauten
Deutschlands. Ein Festsaal mit prächtigen Wandgemälden,
einer Kastendecke und einem dekorativen Marmorkamin dominiert die
Inneneinrichtung, während der 48 Meter hohe Schlossturm die
weiträumige zugehörige Parkanlage überragt.
Letztlich ist noch die Jagdanlage Rieseneck zu nennen, die
zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder errichtet wurde und in der
Schützenstände, befestigte Gräben, unterirdisch verlaufende
Pirschgänge und eine zentrale Anlage mit mehreren Gebäuden
zu besichtigen sind.
Wer seinen Urlaub
in Weimar und nicht direkt in Kahla verbringt, sollte zumindest
einen oder mehrere Tage für Ausflüge in die Porzellanstadt
einplanen. Schließlich gibt es in und um Kahla einiges zu
entdecken.
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