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Das Städtchen Neustadt an der Orla erstreckt sich inmitten
der Orlasenke, südwestlich der sich am Hermsdorfer Kreuz begegnenden
Autobahnen A4 und A9. Das als Namensgeber mitwirkende Flüsschen
Orla entspringt östlich von Triptis und fließt auf kurzem
Weg durch Neustadt und Pößneck
bei Orlamünde
in die Saale. Der zweite Teil des Namens der im Osten Thüringens
gelegenen Stadt hat seinen Ursprung in der vor über 800 Jahren
gültigen Bezeichnung Nova Villa gleich Neuer Ort
oder eben Neustadt.
Damit wäre auch die Verbindung geschaffen zur weiteren Geschichte
der Stadt, die 1287 das Stadtrecht erhielt. Im 15. Jahrhundert entstanden
bedeutende Bauwerke, die im denkmalgeschützten Stadtkern noch
heute Bestand haben. Das betrifft neben dem Rathaus die Klosterkirche
des Augustinerklosters und die Fleischbänke, über
die noch zu berichten sein wird.
Neustadt a. d. Orla gehörte lange Zeit zu verschiedenen sächsischen
Herrschaftslinen und wurde 1922 dem Landkreis Gera
angegliedert. Heute gehört es zum Saale-Orla-Kreis.
Beginnen wir bei den Sehenswürdigkeiten der Stadt mit den
Fleischbänken, die in ihrer erhaltenen Form als einzigartig
in Europa gelten. Sie bestehen aus aneinandergereihten Nischen und
Bänken in einer Gasse zwischen Markt und Kirchplatz. Auf ihnen
wurde ab 1475 bis ins Jahr 1948 das sogenannte Freibankfleisch verkauft.
Dabei handelt es sich um Fleisch, das beispielsweise aus Notschlachtungen
stammt und nicht in den "regulären" Handel gelangte.
Das spätgotische Rathaus gilt als eines der schönsten
in Thüringen. Entstanden ist es aus zwei unterschiedlichen
Gebäuden, die mit einem steilen Dach und mehreren Schaugiebeln
verziert sind. Von dem schon erwähnten Kloster ist nur die
Kirche erhalten geblieben, die in das Schloss integriert
wurde, an das sich ein schöner Schlosspark anschließt.
Neustadt a.d. Orla hat in seiner Altstadt viele sehenswerte Details
zu bieten, die sich dem Besucher beim Betrachten der Fachwerkhäuser,
des Rosa Hauses, einer Postmeilensäule oder dem Schlossbrunnen
darstellen.
Als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt gilt
das Lutherhaus an der Ostseite des Marktes. Die Johanniskirche besitzt
ein wertvolles Altarbild von Lucas Cranach d. Ä. und in ihrem
Geläut die zweitgrößte Glocke Thüringens.
Wer in kleineren Ausflügen die Natur erleben möchte,
dem ist ein Bummel zum Gamsenteich zu empfehlen oder ein Aufstieg
auf den nördlich der Stadt liegenden Bismarckturm auf dem Kesselberg.
Von hier ergibt sich bei passendem Wetter eine herrliche Fernsicht
über Teile Ostthüringens.
Das Gebiet der Orla-Senke um Neustadt a.d. Orla verfügt über
ein dichtes, gut ausgeschildertes Radwandernetz, dessen Hauptweg
der 34 Kilometer lange Radweg entlang der Orla ist. Von ihm aus
lassen sich Ausflugsziele wie Ziegenrück, Pößneck
oder Saalfeld erreichen.
Gut trainierte Radler können außerdem eine erlebnisreiche
Tour zum Vogelschutzgebiet an den Plothener
Teichen unternehmen.
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