Nördlich des Naturparks Thüringer Schiefergebirge - Obere
Saale und unweit des Thüringer Waldes, liegt in einem von Wald
umgebenen Tal der Saale, die circa 25.000 Einwohner zählende
Stadt Rudolstadt. Eingegrenzt in ein offenes Quadrat, welches
von den Autobahnen A9, A4 und A71 gebildet wird, schmiegt sich die
Stadt an einen Bogen der Saale, in dem diese nach der Einmündung
der Schwarza verläuft.
Nachdem eine Siedlung um eine Niedere- und Obere Burg im Jahre
1326 das Stadtrecht als Rudolstadt verliehen bekam, wurde im 16.
Jahrhundert an Stelle der Oberen Burg ein Renaissanceschloss
erreichtet, das in erweiterter Form noch heute als Wahrzeichen der
Stadt über Rudolstadt thront. Bis ins Jahr 1918 diente es als
Residenz der Schwarzburger Fürsten. In der langen Zeit ihrer
Herrschaft waren viele bekannte Persönlichkeiten in der Stadt
zu Gast und teilweise eng mit ihr verbunden. Das trifft auf Goethe
und Schiller ebenso zu wie auf Richard Wagner und Franz Liszt oder
Humboldt und Fröbel.
Im 20. Jahrhundert wurde Rudolstadt durch seine Porzellanmanufakturen
und die Chemiefaserproduktion bekannt.
Wer Rudolstadt heute besucht, der gerät unweigerlich in den
Bann der mächtigen Heidecksburg. Als dreiflügeliger Bau
verfügt sie als prunkvollstes Barockschloss Thüringens
über fürstliche Wohn- und Festräume, einen herrlichen
Festsaal und Sammlungen von Zierporzellan, Waffen und Gemälden.
Aber zu Füßen der Heidecksburg erwarten den Touristen
noch viele weitere Sehenswürdigkeiten. Zu ihnen gehört
die Richtersche Villa - ein märchenschlossartiges großes
Haus, das vielen Modellhäusern als Vorbild diente. Der Markt
ist mit einem schönen Brunnen geschmückt und neben dem
Rathaus mit dem ältesten Haus Rudolstadts sowie dem ansehnlichen
Rasthaus "Zum Adler" umgeben.
Im Stadtpark befindet sich mit drei umgesetzten Bauernhäusern
aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in denen vor allem eine alte Dorfapotheke
Einblicke in das Gesundheitswesen vergangener Zeiten gibt, das älteste
Freilichtmuseum Deutschlands.
Einen besonderen Ruf genießt auch die spätgotische Stadtkirche
"St. Andreas" mit ihrer bereits im Jahr 1499 gegossenen
Glocke Osanna, die Anregung für Schillers Ballade "Lied
von der Glocke" gewesen sein soll.
Nicht nur auf dem durch Rudolstadt führenden Saale-Radwanderweg
lässt sich so manches Ausflugsziel in der näheren Umgebung
erreichen. Da können das Wasserschloss Kochberg mit einem idyllischen
Landschaftspark oder auch die Ruinen des Benediktinerklosters Paulinzella
besucht werden. Zu Fuß ist die Schillerhöhe, ein Buntsandsteinfelsen
über der Saale zu erreichen, während zwei oder mehr Räder
bewegt werden müssen, um mit der steilsten Seilzugbahn der
Welt, der Oberweißbacher
Bergbahn, vom herrlichen Schwarzatal nach Oberweißbach
zu fahren oder das Schloss einschließlich Park in Schwarzburg
zu besuchen.
Noch ein Tipp zum Schluss: Jährlich findet am ersten Juli-Wochenende
in Rudolstadt das größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival
in Deutschland statt. Da ein Besuch überaus lohnenswert ist,
könnte das Festivals den letzten Anstoß für einen
Urlaub in oder bei Rudolstadt geben. Aber auch während man
seinen Urlaub
im Thüringer Schiefergebirge oder im
Thüringer Wald verbringt, ist Rudolstadt ein verkehrsgünstig
gelegenes und somit gut erreichbares Ausflugsziel.
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