Die in Ostthüringen gelegene Kleinstadt Schmölln
spielt im Konzert der vielen attraktiven Städte und Gemeinden
Thüringens bisher sicher nicht die Rolle, die sie eigentlich
verdient. Die Stadt der traditionellen Knopffabrikation liegt im
Tal des Flüsschens Sprotte, nördlich der Autobahn A4,
zwischen der kreisfreien thüringischen
Stadt Gera und der sächsischen Stadt Chemnitz. Bekannt
ist die Region um Schmölln unter dem Namen "Altenburger
Land", der sich von der thüringischen
Stadt Altenburg ableitet.
Nach bereits vorchristlicher Besiedlung in der Stein- und Bronzezeit,
erfolgte ab etwa dem Jahr 600 die Ansiedlung slawisch-sorbischer
Stämme. Im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts erhielt Schmölln
das Stadtrecht und eine imposante Stadtmauer. Viele Jahrzehnte galt
es mit der Marienkirche auf dem Pfefferberg als ein bedeutender
deutscher Wallfahrtsort, ehe im Bauernkrieg die bestehende Klosteranlage
zerstört wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert verursachten eine
Pestepidemie und ein verheerender Stadtbrand viel Leid und Zerstörung.
Ab dem Jahr 1861 begann die Blütezeit der Knopfindustrie.
Die bis zu 29, in der Stadt angesiedelten, Knopffabriken sorgten
dafür, dass Schmölln auch über die Grenzen Deutschlands
hinaus als "Knopfstadt" bekannt wurde.
Zu Zeiten der ehemaligen DDR war Schmölln Sitz des gleichnamigen
Kreises und im Jahr 2002 wurde ein Stadtverbund mit Gößnitz
unterzeichnet.
Das Stadtbild von Schmölln wird beherrscht von dem großzügig
gestalteten Marktplatz. Im Zentrum des 193 Meter langen Platzes
verrät die in den Rand der Brunnenanlage eingemeißelte
Inschrift dem Besucher einiges über die Geschichte der Stadt.
Der Platz wird umsäumt vom Rathaus, ansehnlichen Bürgerhäusern
und der Stadtkirche mit dem idyllischen Kirchwinkel.
Viel Grün und Farbenfreude bringen der mit prachtvollen Linden
bestandene Stadtpark und der Dahliengarten in die
Stadt. Sehenswert sind weiterhin der neu gestaltete Brückenplatz,
die Kirche im Ortsteil Zschernitzsch sowie das technische Denkmal
des 30 Meter hohen Ernst-Agnes-Turms auf dem Pfaffenberg. Von ihm
hat man bei klarem Wetter nicht nur einen beeindruckenden Rundblick
über das Panorama der Stadt, sondern auch über weite Teile
Sachsens und sogar Bayerns.
In einem mit schönem Fachwerk verzierten Haus befindet sich
das Knopf- und Regionalmuseum. In ihm erfährt der interessierte
Besuche alles über die Entwicklungsgeschichte der Knopfproduktion.
Erstaunen kommt auf, wenn man dabei erfährt, dass um das Jahr
1900 etwa 1.500 Menschen in den Knopffabriken beschäftigt waren
und jährlich an die 5.000 Tonnen Steinnüsse zur Herstellung
von bis zu 3 Millionen Knöpfen verarbeitet wurden.
Wer in und um Schmölln weitere Möglichkeiten zur Erholung
oder aktiven Betätigung sucht, dem kann die Erholungs-Oase
am Brandrübler Teich oder der innerstädtische Rad- und
Wanderweg ans Herz gelegt werden.
Ein weiterer führt durch das Landschaftsschutzgebiet "Oberes
Sprottetal" und ein Wassererlebnispfad entlang der Sprotte
endet in Posterstein. In diesem Ort mit schönen Fachwerkhäusern
ist der Besuch der mittelalterlichen Höhenburg gleichen Namens
ein würdiger Abschluss eines Ausflugs durch das beschauliche
Umland der Stadt Schmölln.
Zurück zur Übersicht: Städte
»
|