Die Stadt Sömmerda liegt in einer waldarmen und recht
trockenen Gegend, mitten im Thüringer
Becken. Etwa 25 Kilometer nördlich der Städte Erfurt
und Weimar sowie der
Autobahn A4, erstreckt sich Sömmerda zu beiden Seiten der Unstrut
und ist über die A71 mit zwei Abfahren direkt zu erreichen.
Die Stadt begeht ihre Jubiläen in Anlehnung an das Jahr 876,
in dem die erste urkundliche Erwähnung Sömmerdas erfolgte.
Das Stadtrecht dagegen wurde erst um 1350 verliehen, wobei kein
direkter Nachweis vorliegt. Um die gleiche Zeit begann die Errichtung
einer Stadtbefestigung, die schrittweise bis ins 16. Jahrhundert
weitergeführt wurde. Über mehrere Jahrhunderte gehörte
Sömmerda in dieser Zeit und danach zur Stadt Erfurt. Während
des Dreißigjährigen Kriegs stark zerstört und von
Epidemien heimgesucht, erholte sich die Stadt von diesen Folgen
nur langsam und gelangte schließlich im Jahre 1802 an Preußen.
Kurz danach begann eine fast 100jährige Ära, die durch
das Wirken des Schlossermeisters und Erfinders Dreyse geprägt
wurde. Nach der Gründung einer Metallwarenfabrik erfand er
ein Zündhütchen und kurze Zeit später das Zündnadelgewehr,
zu dessen Produktion 1840 eine Gewehrfabrik gebaut wurde. Diese
war eine der Hauptstützen der Rüstungsindustrie vor und
während der beiden Weltkriege. Obwohl kriegsbedeutend blieb
Sömmerda im 2. Weltkrieg von Zerstörungen fast gänzlich
verschont.
Zu Zeiten der DDR war die Stadt insbesondere durch einen Hersteller
von Büromaschinen und einen Betrieb des Elektrotechnik-Kombinats
Robotron bekannt.
Als älteste Bauwerke sind Sömmerda das als Museum dienende
Erfurter Tor und sechs Stadtmauertürme aus dem
14. Jahrhundert erhalten geblieben. Auch Teile der alten Stadtmauer
kann der Besucher bei einem Rundgang durch die Stadt besichtigen,
der ihn sicher auch über den Marktplatz mit dem im Renaissance-Stil
im Jahr 1539 erbauten Rathaus führt. Ganz in der Nähe
befindet sich die alte Stadtkirche Bonifatius, die mit zwei vergoldeten
Altaraufsätzen aufwartet. Sehenswerte Gebäude sind darüber
hinaus unter anderem das mit Fachwerk verzierte Pfarrhaus und das
Dreyse Haus, in dem seit dem Jahr 2005 ein Museum untergebracht
ist. Das Geburtshaus von Christian Gotthilf Salzmann (1744-1811,
Begründer des Schnepfenthaler Gymnasiums) wurde bereits 2006
saniert. Dort können Touristen, vorerst nur auf Anfrage, etwas
zu diesem Reformpädagogen erfahren und zwei Räume besichtigen.
Ruhe und Entspannung lassen sich beim Bummel durch den Martinipark
oder den Stadtpark genießen. In letzterem bietet sich mit
der Brücke über den Mühlgraben ein sehr hübsches
Fotomotiv. Der Gondelteich, die Kanu-Wildwasserstrecke und natürlich
auch die Unstrut stehen den Wassersport-Freunden sportlichen Betätigung
zur Verfügung.
Von Sömmerda aus sind zahlreiche attraktive Ausflugsziele zu
erreichen. So bietet sich der Besuch von Erfurt, mit seinem monumentalen
Ensemble von Mariendom und der Severikirche sowie der komplett bebauten
und bewohnten Krämerbrücke ebenso an, wie ein Abstecher
in die Kyffhäuserregion
mit dem Denkmal und der Barbarossahöhle. Bleibende Eindrücke
vermittelt sicher auch ein Ausflug in die Kur- und Rosenstadt Bad
Langensalza ,
mit ihrem denkmalgeschützten Altstadtkern und den wunderschönen
Gartenanlagen oder nach Bad
Frankenhausen, wo unter anderem der festungsartige Hausmannsturm
und das Panorama-Museum zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten
zählen.
Zurück zur Übersicht: Städte
»
|