Die einstige Weltspielwarenstadt Sonneberg liegt im äußersten
Süden Thüringens, westlich der zwei Naturparks
Thüringer Schiefergebirge - Obere Saale und Frankenwald.
Dabei bildet die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises ein Städtedreieck
mit den bereits in Bayern liegenden Städten Coburg und Kronach.
Aus der am Fuße der Burg Sonneberg ab dem 12. Jahrhundert
liegenden Siedlung Röthen ging im 14.Jahrhundert die mittelalterliche
Stadt Sonneberg hervor. Die folgende Herrschaftsübernahme durch
die Wettiner führte zu einem allmählichen Lösen von
fränkischen Einflüssen. Bis ins 18. Jahrhundert dominierte
die Stein- und Schieferindustrie. In den wenig Arbeit bietenden
Wintermonaten begannen die Wald- und Steinbrucharbeiter für
ihre Kinder Spielzeug herzustellen. Hieraus entwickelte sich
im 19. Jahrhundert ein großer Aufschwung, als durch die Verwendung
von Papiermaché das Holz als Rohstoff weitestgehend abgelöst
wurde. Zwischendurch vernichtete ein verheerender Stadtbrand im
Jahre 1840 den gesamten Stadtkern, der zu einem Neuaufbau der heutigen
Innenstadt führte.
In den ersten Jahren des folgenden Jahrhunderts entstand das bekannte
Sonneberger Spielzeugmuseum. Die Spielzeugindustrie deckte
in dieser Zeit 40% der deutschen und 20% der Weltproduktion ab.
Im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg setzte jedoch ein starker Rückgang
ein, der sich durch den danach entstehenden Verlauf der innerdeutschen
Grenze weiter fortsetzte, in dem viele der Beschäftigten und
Betriebsinhaber in die Westsektoren abwanderten.
Mit dem Spielzeugmuseum besitzt Sonneberg auch heute noch die wohl
bekannteste Sehenswürdigkeit. Mit einem Bestand von über
100.000 Spielzeugen und einer großen Sammlung von Spielzeugliteratur
wird und werden Geschichte und Geschichten erzählt, die wohl
jeden Betrachter in die Kinderzeit zurück versetzen. Zu den
Highlights zählen zweifellos die verschiedenen Schaugruppen,
Puppenstuben, Eisenbahnanlagen und die Dampfmaschinen.
Sonneberg besitzt darüber hinaus ein neues und ein historisches
Rathaus. Dabei prägt das 1928 erbaute neue Rathaus mit
seinem 45 Meter hohen Mittelturm und der Säulen-Fassade das
Erscheinungsbild des Bahnhofsplatzes. Von den Kirchen der Stadt
besitzt wohl die 1845 geweihte Stadtkirche St. Peter die größte
Ausstrahlungskraft. Zwei mächtige Türme, herrliche Buntglasfenster
im Chorraum sowie ein Kronleuchter aus Pappmaché sorgen dafür,
dass sie als eine der bedeutendsten Neugotischen Kirchen Deutschlands
gilt.
Einen hohen Schauwert bietet das Meeresaquarium Nautiland mit vielen
fremdländischen Fischen, Reptilien und Korallen. Lehrreich
und informativ zeigt sich die traditionsreiche Sternwarte mit dem
Astronomiemuseum.
Beliebte Ausflugsziele in der Stadt sind darüber hinaus der
Schlossberg mit seiner burgähnlichen Bebauung sowie der Tiergarten.
Von Sonneberg aus lassen sich erlebnisreiche Wanderungen oder Radtouren
durch die waldreichen Gebiete des Thüringer
Waldes oder ins oberfränkische Land unternehmen. Lauscha,
Coburg oder Kronach sind sehenswerte Städte in der näheren
Umgebung. Natürlich wird auch der Wintersport in dieser Region
groß geschrieben. Auf dem Rodelhang im Stadtteil Neufang und
den Loipen des Fränkischen Skiwegs ist dies bei ausreichend
Schnee täglich zu erleben.
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