Seit dem Jahr 2004 darf Weimar sich Universitätsstadt
nennen, doch würde der Stadt, mit ihren vier in und um ihr
liegenden Schlössern auch ein Name wie Schlossstadt gerecht
werden. Dazu aber später mehr.
Die kreisfreie Stadt Weimar liegt zwischen Jena
und Erfurt nördlich
der Autobahn A4 im Bundesland Thüringen. Vom Flüsschen
Ilm durchquert, schmiegt sich die Stadt im Thüringer Becken
bis an den Südhang des Ettersbergs.
Ausgrabungen bestätigen, dass dieses Gebiet, in dem zwischen
946 und 1346 mit der Grafschaft Weimar ein eigenständiges politisches
Gebilde vorhanden war, schon vor Christi besiedelt war.
Im Jahr 1410 erhielt Weimar das Stadtrecht und wurde reichlich
hundert Jahre später zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar
und anschließend des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Erst
1918 ging diese Ära zu Ende.
Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts lag die hohe Zeit der
Weimarer Klassik, in der Persönlichkeiten wie Goethe,
Schiller, Wieland und Herder in der Stadt wirkten. Unter
der Großherzogin Maria Pawlowa und ihres Sohns Carl Alexander
wurden Musik, Malerei und die Dicht- und Theaterkunst besonders
gefördert. Um das Jahr 1900 entwickelte sich Weimar zu einem
der Zentren der Moderne und 1920 zur Landeshauptstadt von Thüringen.
In der Zeit des Nationalsizialismus wurde auf dem Ettersberg das
Konzentrationslager Buchenwald errichtet, in dem in der Folgezeit
zehntausende Menschen ihr Leben lassen mussten.
1998 wurde das Klassische Weimar in die UNESCO-Welterbeliste
aufgenommen; ein Jahr später war Weimar die Kulturhauptstadt
Europas. Im Jahr 2004 gingen die Bilder vom Brand und der teilweisen
Zerstörung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek durch
viele Länder der Welt.
Die Stadt, in der seit 1653 recht regelmäßig im Oktober
ein Zwiebelmarkt abgehalten wird, hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten
zu bieten. Da sind zum einen die bereits erwähnten Schlösser.
In der Stadtmitte befindet sich das unter Mitwirkung Goethes und
Schinkels mehrfach umgebaute Stadtschloss mit seinem markanten Schlossturm.
Über die Belvederer Allee gelangt man zur barocken Lustschlossanlage
von Schloss und Landschaftspark Belvedere mit einem hübschen
Rokoko-Museum. Etwas außerhalb der Stadtgrenze können
der ehemalige Sommersitz der Herzogin Anna Amalia, das Schloss Tiefurt
und der zugehörige Park besucht werden. Und schließlich
wurde erst zu Beginn des Jahres 2008 das aufwendig restaurierte
Schloss Ettersburg als eine Art Gäste- und Veranstaltungshaus
wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht.
Weiterhin stehen die verschiedenen Gedenkstätten für
Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller im Mittelpunkt
des Interesses der Besucher von Weimar. Aber auch das Bauhaus-Museum
mit mehreren Werken von Walter Gropius und das Neue Museum Weimar
zeigen viele sehenswerte Exponate und vermitteln aufschlussreiche
Informationen. Das Wittumspalais als Wohnstätte der Herzogin
Anna Amalia und ihre in alter Schönheit wieder errichtete Bibliothek
sind weitere Besuchermagneten. Nicht zuletzt ziehen die Stadtkirche
St. Peter-und-Paul mit dem Altarbild von Lucas Cranach und
die Jakobskirche mit dem Kirchhof, auf dem viele berühmte Persönlichkeiten
ruhen zahlreiche Touristen in ihren Bann.
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