Wer denkt wohl heute noch daran, dass eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
aus dem Jahr 1919 den Baubeginn für eine denkmalgeschützte
Anlage (die Oberweißbacher Bergbahn) ermöglichte, die
ein inzwischen sehr beliebtes Ausflugs- und Wandergebiet mit herrlichen
Rundblicken über den Thüringer
Wald erschloss.
Während die bereits seit 1900 bestehende Schwarzatalbahn die
Orte zwischen Rottenbach und Katzhütte in das Eisenbahnnetz
integrierte, waren die auf einer Hochfläche gelegenen Ortschaften
Oberweißbach, Lichtenhain, Deesbach und Cursdorf vor
allem in Fragen der Versorgung und der industriellen Entwicklung
stark benachteiligt.
Als effektivste Lösung für das bestehende Problem in
einem schwierigen, gebirgigen Gelände wurde das Projekt einer
Standseilbahn durch die Metzeltsschlucht gewählt. Auf diese
Weise wurde die, an der Schwarzatalbahn gelegene Obstfelderschmiede
mit Lichtenhain verbunden. Im weiteren Verlauf schloss sich eine
circa 2,6 Kilometer lange Flachstrecke bis nach Cursdorf an. Im
März 1923 konnte die gesamte Strecke der Oberweißbacher
Bergbahn offiziell in Betrieb genommen werden, auf der künftig
sowohl Güter als auch Personen befördert werden konnten.
Die Standseil- oder Steilbahn ist unter Einbeziehung der Erfahrungen
von den in der Schweiz verkehrenden Drahtseilbahnen erbaut worden.
Allerdings galt es, zur Absicherung der Beförderung von normalspurigen
Güterwagen, die Anlage bedeutend kräftiger zu gestalten.
1966 wurde der planmäßige Güterverkehr jedoch eingestellt,
so dass die beiden Wagen der Standseilbahn heute überwiegend
Touristen befördern.
Zwischen dem über Autobahnabfahrten von der A4, A9 und A71
oder mit der Bahn über Saalfeld und Rottenbach zu erreichenden
Haltepunkt Obstfelderschmiede und der Bergstation Lichtenhain, überwindet
die Seilbahn auf einer Strecke von 1,35 Kilometer einen Höhenunterschied
von 323 Metern. Ihre Spurweite beträgt beachtliche 1.800 Millimeter.
Neben einem Personenwagen mit 100 Plätzen verkehrt auf der
nur noch selten benötigten Güterbühne ein kleinerer
Aufsetzwagen oder bei sommerlichem Wetter ein offener Personenwagen.
Auf der Flachstrecke zwischen Lichtenhain und Cursdorf fahren elektrische
Triebwagen mit normaler Spurweite.
Während der 18-minütigen Fahrt haben die Fahrgäste
einen bezaubernden Ausblick in das wildromantische Schwarzatal
und auf die dahinter liegenden Höhenzüge. Ganzjährig
verkehrt die Oberweißbacher Bergbahn zwischen 6.30 und 20.00
Uhr halbstündlich. Die Fahrt auf der Berg- und Flachstrecke
ist von jeder Station der Schwarzatalbahn aus ohne Zusatzkosten
möglich. Diese günstige Regelung ermöglicht eine
flexible Nutzung der Parkplätze entlang der gesamten Bahnstrecke.
Eine Fahrt mit der Oberweißbacher Bergbahn lässt sich
mit einer Vielzahl von Wanderungen durch Abschnitte des Schwarzatals
und seine Nebentäler kombinieren. Als mögliche Ziele sollen
neben den vielen idyllisch gelegenen Ausflugslokalen das Schloss
Schwarzburg, die Vorführstraße in der Porzellanmanufaktur
Sitzendorf oder der attraktive Naturlehrpfad "Heinrich Cotta"
genannt werden.
Von allen drei Stationen der Flachstrecke auf der Höhe ist
der 1890 errichtete Fröbelturm, das Wahrzeichen Oberweißbachs,
gut zu erreichen. Von ihm aus ergibt sich ein einzigartiger Panoramablick
auf die umgebende Bergwelt. Ein etwa 2,4 Kilometer langer Kräuterlehrpfad
führt weiter zum Fröbelhaus. Auch ein Abstecher an die
kleine Talsperre Deesbach ist möglich. Und wer für eine
größere Tour gerüstet ist, der kann von der Höhe
aus einen Teilabschnitt des herrlichen Panoramawegs Schwarzatal
in Angriff nehmen und dabei die wunderschöne Landschaft mit
all ihren großen und kleinen Sehenswürdigkeiten genießen.
Zurück zur Übersicht: Technische
Denkmale in Thüringen »
Unterkünfte in der Nähe der Oberweißbacher Bergbahn
(mit 3 Sternen)
 |
|
Das mit 3 Sternen ausgezeichnete
Hotel und Wellnesshotel liegt in dem heilklimatischen Kurort
Masserberg, inmitten des Thüringer Waldes. Das Hotel zeichnet
sich unter anderem durch ein eigenes Restaurant, einen Aussichtsturm
und den unweit vom Hotel verlaufenden Rennsteig aus. |
|