Erlebnisbergwerk Sondershausen / Thüringen
Etwa 100 Jahre wurden in einem am nördlichen Stadtrand von Sondershausen gelegenen Bergwerk Kali-Salze abgebaut, die überwiegend zur Herstellung von Düngemitteln verwendet wurden. Nach der Einstellung der Förderung im Jahr 1991 wurde sieben Jahre später von der Mutterfirma, Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH, das Erlebnisbergwerk Sondershausen als neues Geschäftsfeld der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert sich heute neben der Salzproduktion als ein einzigartiges Technisches Museum und ist gleichzeitig die älteste befahrbare Kaligrube der Welt.
Das ganzjährig, außer montags geöffnete Erlebnisbergwerk bietet täglich zwei Führungen von jeweils etwa 2,5 Stunden Dauer an. Kindern unter zehn Jahren ist allerdings eine Teilnahme nicht erlaubt. Ausgestattet mit Kittel, Helm und einer Sicherheitseinweisung geht es über die Hängebank (bergmännischer Ausdruck) im gleichen Fahrstuhl, der die Kumpel auch heute noch in die Tiefe führt, circa 670 Meter unter Tage. Die Fahrt verläuft in Fahrstuhlgeschwindigkeit und endet bei Temperaturen um +23°C in den gewaltigen unterirdischen Hohlräumen der Steinsalz-Lagerstätten.
Bei einer Fahrt auf offenem LKW über die unter Tage befindlichen Straßen auf insgesamt 15 Kilometer Länge, wird die Funktion und Nutzung der größtenteils mächtigen Geräte der Abbau- und Fördertechnik fachmännisch erklärt. Darüber hinaus erfährt der Besucher so manches Interessante über die Geschichte des Bergwerks, die abgebauten Mineralien, die kompliziert zu organisierende Zufuhr von Frischluft und die heutige Nutzung der gewaltigen Hohlräume.
Gerade auf letzterem Gebiet hat man sich von Seiten des Betreibers so manches einfallen lassen. So wurde 2001 der tiefste Konzertsaal Deutschlands eröffnet. Er bietet bis zu 300 Besuchern Platz für unterschiedliche Veranstaltungen und besitzt eine Grundfläche von 26x18 Metern bei einer Höhe von 9 Metern.
Ein kleinerer Festsaal fasst 60 Personen. Ihn überwölbt eine kuppelförmige Decke, die eine hervorragende Akustik garantiert und schmückt ein Kronleuchter mit einem Durchmesser von drei Meter. Seine Wände schmücken bildliche Dokumente des Bergwerks.
Weitere Highlights des Erlebnisbergwerks fordern eine aktive Teilnahme der Besucher, wie beispielsweise die 52 Meter steil durch das Salzgestein hinab führende Salzrutsche, die auf einem so genannten Arschleder zu bezwingen ist.
In Kombination der Führungen ist die Benutzung der in knapp 700 Meter Tiefe vorhandenen Kegelbahn ebenso möglich, wie die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen.
Während der Führungen wird auch die in einem Stollen eingerichtete Dauerausstellung über Heeresmunitionsanstalten in Kalischächten mit den Gästen besichtigt.
In der Umgebung Sondershausen sind neben den bekannten Sehenswürdigkeiten der Kyffhäuserregion wie der Reichsburg Kyffhausen, dem Kyffhäuserdenkmal (Fotos vom Kyffhäuserdenkmal) oder der Barbarossahöhle auch weniger bekannte Ausflugsziele einen Besuch wert.
Zu ihnen gehört die am Ortsrand der Gemeinde Westgreußen gelegene ausgegrabene und rekonstruierte germanische Wehrsiedlung der Funkenburg ebenso, wie der besonders in den Sommermonaten gern genutzte KiEZ Ferienpark Feuerkuppe bei Straußberg, der neben vielen anderen Freizeitmöglichkeiten eine Sommerrodelbahn, den Affenwald und die Ruine der aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Straußberg für Jung und Alt bereit hält.
Adresse, Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Adresse & Kontakt
Erlebnisbergwerk-Betreibergesellschaft mbH
Schachtstraße 20-22
99706 Sondershausen
Telefon: 0 36 32 - 655 280
Fax: 0 36 32 - 655 285
E-Mail: info@ebbg.de
Die Preise & Öffnungszeiten für einen Besuch des Bergwerks finden Sie hier.
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