Gärtnerhaus im Kartausgarten in Eisenach
Im Villengebiet der Eisenacher Südstadt befindet sich die öffentliche Parkanlage des Kartausgartens, in dessen Zentrum sich mit dem Gärtnerhaus einer der vier Standorte des Thüringer Museums Eisenach befindet.
Am Rande eines Klosters der Kartäusermönche wurde von diesen im 15. Jahrhundert unter anderem auch der Kartausgarten für den Anbau von Küchen- und Heilkräutern angelegt. Nachdem das Kloster in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aufgelöst wurde, folgte eine Phase unterschiedlicher zweckentfremdeter Nutzung der Anlage. Erst 1694 wurde der Kartausgarten zu einem Küchengarten des Herzogs umgewandelt und später zum herzoglichen Pflanzgarten erweitert.
1825 dienten Teile des Kellergewölbes des inzwischen nicht mehr existenten Klosters als Fundament für den Bau eines Gärtnerhauses, das zu dem inzwischen entstandenen botanischen Garten gehörte. Fortan diente es als Wohnhaus des Gartenbaumeisters und besaß außerdem ein Teezimmer, Schulungsräume und wintergartenähnliche Glashäuser. Nach 1830 wurde das ebenerdige Teezimmer mit kostbarer französischer Seidentapete ausgestattet.
Auf dieser waren Szenen des aus dem griechisch-römischen Altertum stammenden Märchens "Amor und Psyche" dargestellt. Bis heute ist unklar geblieben, woher, wann und aus welchem Anlass dieser wertvolle Wandschmuck in das Gärtnerhaus gelangte.
Wenige Jahre danach begann die Erweiterung und Umgestaltung des Kartausgartens zu einem Landschaftsgarten nach englischem Vorbild, ohne das der Küchen- und Kräutergarten dabei gänzlich aufgegeben wurde.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Eisenach eine auf Mineralwasser basierende Kuranlage, in der der Kartausgarten die Funktion des Kurparks übernahm.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Park und mit ihm das Gärtnerhaus als Naherholungsgebiet genutzt.
Nach 1990 wurde das Gärtnerhaus einschließlich des Teezimmers saniert und kann heute als Standort des Thüringer Museums Eisenach zu bestimmten Zeiten beziehungsweise auf Anmeldung wieder besucht werden.
Außerdem finden im Teezimmer Veranstaltungen im kleinen Rahmen statt.
Ein derartiger Besuch des Gärtnerhauses lässt sich gut mit dem des ihn umgebenden Kartausgartens verbinden. Neben den in der Stadt Eisenach gelegenen musealen Einrichtungen, die das Leben und Schaffen Johann Sebastian Bachs und Martin Luthers würdigen, ist von hier aus auch die zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Wartburg bequem zu erreichen.
Etwa zehn Kilometer südwestlich von Eisenach befindet sich die Gemeinde Marksuhl, in deren Zentrum das Schloss Marksuhl und die 1454 erbaute Kirche St. Hubertus ein sehenswertes Ensemble bilden.
Kontaktdaten
Teezimmer im Kartausgarten
Waisenstr.2
99817 Eisenach
Das Teezimmer im Gärtnerhaus des Kartausgartens kann im Rahmen von Gruppenführungen ab zehn Personen nach vorheriger Anmeldung besucht werden.
Eintrittspreise (Stand März 2017)
Erwachsene: 1,00 €
ermäßigt (Schüler, Studenten, Azubis, Schwerbehinderte): 0,50 €
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